Altötting: Knoblauch soll kandidieren

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Tauscht Günther Knoblauch den Schreibtisch und zieht vom Mühldorfer Rathaus ins Maximilianeum?

Mühldorf - Günther Knoblauch soll für den SPD-Kreisverband Altötting in den Landtagswahlkampf ziehen. Das erklärte gestern Altöttings Kreisvorsitzender Franz Kammhuber.

Mühldorfs Bürgermeister wollte sich dagegen noch nicht äußern. Es seien noch einige wichtige Fragen zu klären, sagte Knoblauch auf Anfrage, diese Klärung solle bei einem Gespräch am 30. Oktober geschehen. Erst danach wolle er sich zu einer möglichen Kandidatur äußern. Interessant ist: Mühldorfs Kreisvorsitzender Richard Fischer bestätigte, dass sein Kreisverband Knoblauch schon einen Tag davor, am 29. Oktober, als Zweitstimmenkandidat aufstellen werde, wenn Knoblauch kandidieren wolle. Fischer sagte aber auch, dass sich Knoblauch noch nicht verbindlich geäußert habe.

Eindeutig ist die Personalie für Altöttings Kreisvositzenden Kammhuber. Der Vorstand werde den Mitgliedern Knoblauch als Direktkandidaten für die Erststimme im Landkreis Altötting vorschlagen. Das habe der Vorstand bei einer Sitzung nach der Sommerpause beschlossen, sagte Kammhuber gestern auf Anfrage.

Damit würde Knoblauch im Landkreis Altötting als Erststimmenkandidat gegen die CSU-Landtagsabgeordnete Ingrid Heckner antreten. Im Landkreis Mühldorf stünde er auf der Liste der SPD und könnte damit von den Wählern im Landkreis Zweitstimmen erhalten, die ebenfalls den Einzug in den Landtag ermöglichen (siehe Info-Kasten).

Die Überlegung dahinter ist klar, wie Kreisvorsitzender Fischer bestätigt: Gegen Umweltmininster Dr. Marcel Huber (CSU) dürfte Knoblauch als Erstimmenkandidat keine Chancen haben. Bei der letzten Wahl fuhr Huber bayernweit eines der besten Ergebnisse ein. Im Landkreis Altötting ist die SPD dagegen traditionell stärker als in Mühldorf, so dass sich Knoblauch gegen Heckner bessere Chancen ausrechnet. "Unsere Wahlergebnisse in Altötting sind positiver als in Mühldorf", glaubt auch Fischer.

Dazu kommt, dass sich Knoblauch als langjähriger Bürgermeister und stellvertretender Landrat im Landkreis Mühldorf stark profiliert hat. Das könnte, so das Kalkül, zu ausreichend vielen Zweitstimmen führen, die den Einzug in den Landtag ermöglichen.

Im Falle eines Einzugs Knoblauchs in den Landtag müsste Zweiter Bürgermeister Paul Schwarz die Amtsgeschäfte bis zur regulären Kommunalwahl im März 2014 übernehmen, da es eine Zeitspanne für eine vorgezogene Bürgermeisterwahl gibt. Diese Wahl darf nämlich laut Gemeindewahlrecht frühestens 66 Tage nach der Landtagswahl im September vollzogen werden. Wegen der Kommunalwahl 2014 müsste die vorgezogene Bürgermeisterwahl aber laut Landratsamt spätestens am 1. Dezember vorbei sein.

Wenn Knoblauch nominiert wird, hat die SPD ihre Kandidatenliste fast komplett. Bei der Aufstellungsversammlung für den Landkreis Mühldorf soll der Altöttinger Gewerkschaftler Günter Zellner als Erststimmenkandidat benannt werden, er wird im Landkreis Altötting als Zweitstimmenkandidat antreten. Für den Bezirkstag kandidiert der Neumarkt-St. Veiter Ludwig Spirkl. Gemeinsame Bundestagskandidatin beider Landkreise ist Annette Heidrich aus Burgkirchen.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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