Bahnübergang Wiesmühle wird geschlossen

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Im Januar verunglückte ein LKW-Fahrer am Bahnübergang Wiesmühle tödlich.
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Altötting - Im Januar war er Schauplatz eines tödlichen Verkehrsunfalls - nun steht der Bahnübergang Wiesmühle vor der Schließung.

Voraussichtlich im Herbst wird der Bahnübergang Wiesmühle in Altötting für den Straßenverkehr geschlossen. Über eine sogenannte Umlaufstelle dürfen dann nur noch Fußgänger die Bahngleise überqueren. Bis es so weit ist, stehen jedoch noch einige Baumaßnahmen an.

Schließung seit 2008 geplant

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Eigentlich hatte die Stadt bereits 2008 die Schließung des Bahnübergangs ins Auge gefasst. Zum Problem wurden allerdings mehrere landwirtschaftliche Felder jenseits des Bahnübergangs, die sich quasi in einer Enklaveposition befinden, also nur über diesen einen Bahnübergang zu erreichen sind. Erst, wenn die Landwirte eine alternative Zufahrt zu ihren Feldern haben, kann der Übergang geschlossen werden.

Schließung verursacht 190.000 Euro Kosten

Auf der alternativen Strecke für die Landwirte sind einige Umbaumaßnahmen nötig. So muss zum Beispiel ein Stück der Fahrbahn abgesenkt werden, weil die dortige Bahnbrücke für manche landwirtschaftlichen Fahrzeuge zu niedrig ist. Außerdem müssen unter anderem Leerrohre verlegt, eine Laterne versetzt und Sicherheitseinrichtungen angelegt werden. Sobald all diese vorbereitenden Maßnahmen abgeschlossen sind, muss auch noch die Umlaufstelle für die Fußgänger gebaut werden.

Die Kosten aller Maßnahmen summieren sich auf 190.000 Euro und werden zu gleichen Teilen von der Bahn und der Stadt Altötting getragen.

Tödlicher Unfall im Januar

Der unbeschrankte Bahnübergang mit Andreaskreuz erlangte im Januar traurige Berühmtheit. Ein Mülllaster wurde von einem Zug, der in Richtung Tüßling unterwegs war, erfasst und weggeschleudert. Der 57-jährige LKW-Fahrer verstarb noch an der Unfallstelle, sein 52-jähriger Kollege wurde schwer verletzt. Von den 20 Zuginsassen wurden elf leicht verletzt.

Unfall kein Grund für die Schließung

Als sich der Unfall ereignete, stand die Stadt Altötting gerade in Grundstücksverhandlungen, um die anstehenden Umbaumaßnahmen realisieren zu können. Wie die Stadt gegenüber innsalzach24 erklärte, habe die baldige Schließung des Bahnübergangs nichts mit dem Unfall zu tun, sondern sei schon lange vorher ins Auge gefasst worden.

Bahn sieht Autofahrer in der Pflicht

Das Streckennetz der Bahn zählt mehr als 19.000 Übergänge. Gut die Hälfte davon ist technisch gesichert, also mit Schranken, Halbschranken oder Lichtzeichenanlagen ausgestattet. In der Unfallprävention sieht die Bahn vor allem die Autofahrer in der Pflicht. Über 90 Prozent der 202 Unfälle 2011 hätten demnach durch ein "richtiges Verhalten der Fahrzeuglenker und Fußgänger vermieden werden können", wie es in einem Informationsschreiben des Unternehmens heißt.

Aus unserem Archiv:

Der Unfall am Bahnübergang Wiesmühle

Unfall am Bahnübergang

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