Video: "Ein Talent ist meistens rar gesäht"

  • schließen

Altötting - Die zwölf besten angehenden Köche der Berufsschule lieferten sich beim 20. Jugendwettbewerb im Gastgewerbe einen Wettstreit im Ruhm und Pokale. *NEU: Video*

Als die Ehrengäste zum 20. Jugendwettbewerb im Gastgewerbe in der Berufsschule Altötting gegen Mittag eintrafen, waren die Koch-Lehrlinge schon seit vier Stunden auf den Beinen. Es wurde geschnitten und gehackt, gerührt und geknetet, damit Gäste wie Fachjury in den Genuss von zwölf individuellen Drei-Gänge-Menüs kommen konnten. Die Herdplatten glühten, das Geschirr klapperte und der Service änderte immer wieder die Abgabezeit für den nächsten Gang, doch die Lehrlinge behielten den Überblick. Schließlich galt es, mit kulinarischen Leistungen Pokale und Präsente zu erkochen.

Ein Wettbewerb als Probe für die Abschlussprüfung

Bereits zum 20. Mal fand der "Jugendwettbewerb für Auszubildende im Gastgewerbe" statt, veranstaltet von den Beruflichen Schulen Altötting und dem Köcheverein Inn-Salzach. Dort messen sich angehende Köche an den Töpfen und zukünftige Hotelfachleute und im Service, allesamt kurz vor ihrem Berufsabschluss. "Das ist in erster Linie eine Probe für das Prüfungskochen", erläuterte Markus Hergesell, Fachlehrer für Gastronomie, der den Koch-Lehrlingen beim Wettbewerb über die Schulter schaute. Schon im Juni haben die Auszubildenden ihre Abschlussprüfung. Darüber hinaus ist die Teilnahme aber auch eine Ehre, denn nur je ein Dutzend Auszubildende der beiden Berufszweige wird zugelassen.

Schweinefilet in zwölf Variationen

Vor einigen Wochen waren die künftigen Köche aufgefordert, aus einem vorgegebenen Warenkorb mit obligatorischen wie optionalen Zutaten ein Menü mit drei Gängen zu kreieren. Nach rund drei Wochen mussten sie ein fertiges Rezept samt Kalkulation der Kosten für die Zutaten abgeben. Die besten Ideen wurden mit der Teilnahme am Wettbewerb belohnt.

Entsprechend kreativ war es, was der Küchen-Nachwuchs am Herd entstehen ließ. So wurde das Schweinefilet - eine Pflichtkomponente für das Hauptgericht - mal in einen Spinat- und mal in einen Kräutermantel gewickelt, von anderen wiederum mit Geflügelbrät gefüllt.

Viele Lehrlinge überschätzen sich

Die Bewertungskriterien beim Wettbewerb sind vielfältig. Neben Geschmack und Aussehen des Menüs zählen auch die Hygiene am Arbeitsplatz sowie der fachrechte Umgang mit Lebensmitteln. Ganz bewusst stellt die Berufsschule den Lehrlingen eine derart schwierige Aufgabe. "Die größte Herausforderung ist, dass viele Schüler sich überschätzen", erläuterte Hergesell. Man schraube die Anforderungen beim Wettbewerb bewusst hoch, damit die Auszubildenden ihre Abschlussprüfung nicht zu leicht nehmen.

Bilder vom Jugendwettbewerb der Köche

So manches Talent wird bei dem Wettkochen durchaus entdeckt. "Ein Talent ist meistens rar gesäht, denn da muss alles passen", so Hergesell. Gerade Fleiß sei für den Erfolg enorm wichtig. "Jedes Jahr findet man einen oder zwei, die in diese Richtung hinkommen."

Einzige Köchin erreicht zweiten Platz

Den Sieg sicherte sich letztendlich Dominik Sonntag, Auszubildender im Hotel Plankl in Altötting. Den zweiten Platz belegte die einzige Frau im Finale der besten zwölf, Ewana Schüllner vom Restaurant Hardthaus im Kraiburg. Roland Zbertea, Lehrling in der Kreisklinik Mühldorf, komplettierte das Podest.

Bei den Hotelfachleuten in spe siegte Sarina Bader vom Hotel Reischacher Hof in Reischach vor Julia Scharinger, Auszubildende im Landgasthof Pauliwirt in Erharting, und Maria Mühlhauser vom Gasthof Schwarz in Hohenwart.

Alexander Belyamna

Rubriklistenbild: © bla

Zurück zur Übersicht: Region Alt-/Neuötting

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser