Polizist schießt: Es bestand nie Lebensgefahr

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Rekonstruktion der Tat

Altötting - Nachdem ein 32-Jähriger zwei Polizisten mit einem Messer bedrohte, gab ein Beamter einen Schuss auf den Angreifer ab. Der Mann ist mittlerweile auf dem Weg der Besserung.

Am Sonntag, 13. Mai, wurde der Polizeiinspektion Altötting die Suizidandrohung eines 32-jährigen Altöttingers mitgeteilt. Dieser kündigte um 14:40 Uhr gegenüber seiner Bekannten an, er werde sich das Leben nehmen. Die Beamten begaben sich unverzüglich an die genannte Adresse. Bereits im Zuge der ersten Kontaktaufnahme bedrohte er die Beamten mit einem Messer.

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Nachdem sich die Person wieder allein in seine Wohnung zurückgezogen hatte, wurden Spezialkräfte angefordert. Noch vor deren Eintreffen verließ der aufgebrachte Mann seine Wohnung und griff, mit zwei Messern bewaffnet, Polizeibeamte an, die den Flur abgesichert hatten. Zuvor versuchten psychologisch besonders geschulte Beamte der Verhandlungsgruppe des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd den Mann zur Aufgabe zu bewegen und zu beruhigen.

Polizeieinsatz am Tillyplatz

Rekonstruktion der Tat

Da er auf die Androhung des Schusswaffengebrauches nicht reagierte und weiter drohend und entschlossen auf die Beamten zuging, kam es zur Schussabgabe durch einen Beamten. Der 32-jährige Rumäne wurde von den bereits bereitstehenden Rettungskräften und Polizeibeamten erstversorgt und kam im Anschluss in ein Kreiskrankenhaus. Nach Auskunft der Ärzte befindet sich der Mann auf dem Weg der Besserung, eine Lebensgefahr bestand zu keinem Zeitpunkt.

Ermittlungen durch Staatsanwaltschaft und Kripo

Vertreter der Staatsanwaltschaft Traunstein und Beamte der Kriminalpolizei München begaben sich unverzüglich zum Einsatzort und nahmen die Ermittlungen auf. Da eine bewusste Schussabgabe vorlag, wurden sowohl die am Einsatz beteiligten Beamten, der Schütze, als auch ein Unbeteiligter noch am Abend als Zeugen vernommen. Ferner wurde noch in der Nacht eine Tatortrekonstruktion durchgeführt.

Diese und die Vernehmungen ergaben, dass die Beamten vor dem Gebrauch der Schusswaffe über eine Stunde lang deeskalierend auf den Täter eingewirkt hatten. Weiter wurde festgestellt, dass sich der Täter den unbewaffneten Beamten der Verhandlungsgruppe als Ziel seines Angriffes ausgewählt hatte.

Die beiden Polizeibeamten, welche im Hausflur von dem Rumänen angegriffen worden waren, wurden nicht verletzt. Beide verrichteten seitdem auf eigenen Wunsch weiter ihren Dienst. Sie werden nach diesem einschneidenden Erlebnis angemessen betreut.

Am Mittwoch, 16. Mai, wurde vom Amtsgericht Mühldorf gegen den 32-Jährigen eine freiheitsentziehende Maßnahme verhängt. Dies geschah auf Grundlage eines ärztlichen Gutachtens über den psychischen Zustand des Mannes. Sobald sein Gesundheitszustand dies zulässt, wird er in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Gegen ihn ermitteln die Münchner Kriminalbeamten des Kommissariats 11 wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Der Polizeibeamte, der die Schüsse abgegeben hatte, handelte eindeutig in einer Notwehr- beziehungsweise Nothilfesituation.

Pressemeldung Polizeiinspektion Altötting

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