Altkanzler Schröder beim Dürnitzforum

Altötting/Burghausen - Hohe Prominenz zu Besuch in Altötting und Burghausen: Altkanzler Gerhard Schröder hat am Mittwoch eine Festrede beim 20. Dürnitzforum in Burghausen gehalten. Zuvor wurde er feierlich im Altöttinger Rathaus empfangen. **Video**

Das Dürnitzforum, eine traditionelle Wohltätigkeitsveranstaltung auf der Burghauser Hauptburg, fand heuer zum 20. Mal statt.  Alt-Landrat Seban Dönhuber gelang es, Gerhard Schröder für dieses Jahr als Festredner zu gewinnen. Der Altkanzler reiht sich damit in eine erstaunliche Liste von Rednern, die Franz Josef Strauß, Willy Brandt, Johannes Rau, HansDietrich Genscher, Günther Beckstein, Kardinal Karl Lehmann und den evangelischen Ratspräsident Wolfgang Huber umfasst.

„Ich bin gerne hierher gekommen“, freute sich Schröder. Auf Anweisung von Seban Dönhuber dürfe er nichts zur bevorstehenden Bundestagswahl sagen und die Zuhörer auch nicht dazu auffordern, die SPD zu wählen. „Ich tu´s trotzdem“, lachte der Altkanzler und mit ihm der ganze Saal.

In seiner Rede ging er vor allem auf die Weltwirtschaftskrise ein. „Als die Finanzdienstleister eine Finanzindustrie wurden, eigene Produkte kreierten, deren Sinn und Gehalt sie teilweise selber nicht mehr verstanden haben, da begann, was man Finanzkrise nennt und was sich beinah zum Crash der Weltwirtschaft ausgeweitet hätte, der dann nicht mehr beherrschbar gewesen wäre.“ Eine internationale Kontrolle der Banken sei sehr wichtig und man müsse sich um eine solche bemühen.

Gerhard Schröder ging auch auf die immer älter werdende Bevölkerung ein. „Die Sicherheit, dass die Jungen für die Alten sorgen, die Gesunden für die Kranken muss gewährleistet werden.“ Auch dürfe es keine sozialen Unterschiede in der Bildung geben, die Karriere dürfe nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.

Zu Beginn seiner Rede lobte Schröder das ehrenamtliche Engagement der Wohlfahrtsverbände. „Die Ehrenamtlichen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu Wohlergehen und Zusammenhalt unseres Landes. Der Staat könnte diese Arbeit niemals ersetzen und darf das auch nicht wollen.“

Bevor es nach Burghausen ging, gab es einen Empfang im Altöttinger Rathaus. Der Altkanzler trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein und mit ihm auch Alt-Landrat Seban Dönhuber und Gerold Tandler vom Hotel Post. Auf der Burg wurde Gerhard Schröder mit Gesang und Tanz begrüßt.

Beim traditionellen Dürnitzforum findet sich immer eine Reihe an Ehrengästen ein. Die Veranstaltung sei ausverkauft, wie Seban Dönhuber zu Beginn verkündete. Unter den Gästen waren zum Beispiel Landrat Erwin Schneider, MdB Stephan Mayer, MdL Ingrid Heckner, Bundestagskandidat Werner Groß, Burghausens Bürgermeister Hans Steindl, Altöttings Bürgermeister Herbert Hofauer, Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch und Neuöttings Bürgermeister Peter Haugeneder.

Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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