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Pläne für Schulhaus im Kreisausschuss Altötting

60 Millionen Euro-Projekt: Die neue FOSBOS soll 25 Millionen mehr kosten

Am 28. November wurden dem Kreisausschuss die Pläne für die FOSBOS Altötting präsentiert.
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Die FOSBOS Altötting braucht mehr Platz für die Schüler

Dass die FOSBOS Altötting in die Jahre gekommen ist bestreitet niemand und auch nicht, dass mehr Platz dringend nötig ist. Doch dass das Millionen-Projekt so teuer wird, hat viele überrascht.

Neuötting, Landkreis Altötting – Am 29. November wurden den Mitgliedern des Kreisausschusses die Pläne für die Sanierung der FOSBOS Altötting vorgelegt. Architekt Ingolf Gössel vom Planungsbüro Gössel+Kluge stellte in seiner Präsentation die Entwürfe und die Kostenschätzung vor. Die Berechnung der Gesamtkosten gestaltete sich wegen der aktuellen Bedingungen schwierig, doch der Architekt schätzte die Kosten auf rund 60 Millionen Euro. Es sei allerdings möglich, bis zu 10 Millionen Euro Fördermittel zu bekommen, so Gössel. „Die kostenintensiven Arbeiten stehen am Anfang,“ erklärte der Architekt. So könne zumindest bei den ersten baulichen Maßnahmen eine nochmalige Preissteigerungen ausgeschlossen werden.

Nachhaltig und Tageslichtdurchflutet

Das Gebäude soll 2026 fertig werden. Es werde so ausgelegt, dass bei steigenden Schülerzahlen im Jahr 2028 vertikal oder horizontal um vier Klassenzimmer erweitert werden könne. Das Dach sei mit einer PV-Anlage ausgestattet und auch eine Tiefgarage ist geplant: Für getrennte Lehrerparkplätze, Fahrräder und dringend benötigte Ladeflächen. Der nahezu quadratische Bau soll außerdem eine koppelbare Aula und Mensa im Erdgeschoss erhalten, der in einen Innenhof mündet. Es wird viel Tageslicht geben obwohl wegen dem Schutz vor zu viel Kälte oder Hitze keine Vollverglasung geplant sei. Für Schüler und Lehrer dürfte das neue Gebäude eine wahre Freude sein: keine verstreuten Unterrichtsräume sondern Klassenzimmer in Lernlandschaften und Fachraum-Clustern. Auch nachhaltig ist der geplante Bau: Laut Gössel wird er durch nicht tragende Zwischenwände leichter an künftige Nutzungsansprüche anpassbar. Die PV-Anlage versorgt die Schule mit eigenem „grünen Strom“.

Ingolf Gössel stellte die Pläne für die FOSBOS dem Kreisausschuss vor.

200 Millionen für Schulen im Landkreis

Doch dem schönen Traum für Lehrer und Schüler setzten die Fragen der Kreisausschussmitglieder gehörig zu: „Ganz so einfach ist das nicht mit der Kostensteigerung“, begann Florian Schneider von der SPD und Bürgermeister der Stadt Burghausen. „Auch wenn uns die Pläne gefallen und wir gern so viel für die Schulen machen wollen.“ Da wäre nämlich noch das König-Karlmann-Gymnasium in Altötting, die Maria-Ward-Realschule in Burghausen und die Berufsschule. „Wenn wir alles zusammenzählen landen wir vielleicht bei 200 Millionen Euro“, fasste Schneider zusammen und setzt an den Schluss: „Die Leidensfähigkeit bei der Kreisumlage ist begrenzt. Die Frage ist: Können wir uns das leisten oder haben wir eventuell zu viel geplant?“ Seit 2021 hätten alleine die Preissteigerungen von 21,5 Prozent zu 8 Millionen Euro Mehrkosten geführt, so Architekt Gössel. „Und da haben wir noch nichts getan. Auch die geänderten Voraussetzungen für die Tiefgarage haben zu vorher nicht eingerechneten Mehrkosten geführt.“

„Ist der Lehrer so flexibel wie das Raumkonzept“

Am meisten Kritik brachte Florian Schneider dem Konzept der getrennten Lehrerparkplätze entgegen: „Also mein Bild von Schule ist nicht so. Warum Lehrer und Schüler getrennt parken sollen verstehe ich nicht. Ich frage mich: Ist der Lehrer so flexibel wie das Raumkonzept?“ Kurzum: Schneider wollte von dem Architekten wissen, wo genau man noch abspecken könne. Doch Gössel musste enttäuschen: „Das Tiefgaragenkonzept haben wir nicht ausgearbeitet weil wir Schüler und Lehrer trennen wollte. Auf dem Grundstück ist nicht genügend Raum für Pausenflächen UND Parkplätze. Und ein Parkhaus wäre finanziell noch ungünstiger.“

Die FOSBOS Altötting soll saniert werden.

„Schlüsselprojekt für Schulentwicklung“

Landrat Erwin Schneider (CSU) sprach sich für die Sache aus: „Die FOSBOS ist das Schlüsselprojekt für die Schulentwicklung in unserem Landkreis überhaupt.“ Als Lehrer war auch Stefan Angstl, Fraktionssprecher der Grünen für die Umsetzung des Projektes. Dr. Tobias Windhorst Fraktionssprecher der CSU) ergänzte, dass man mit Bedacht bereits auf den Bau einer Turnhalle verzichtet habe. „Wir sind verpflichtet und in der Verantwortung etwas für die Schule zu tun“, schloss er. Auch Fabian Kolm (Junge Liste) und Hofauer Herbert (Freie Wähler) sprachen sich für das Projekt aus. „Wir haben zu lange gewartet“, so Hofauer. „Mir gefällt das Konzept und die Planung. Wir sollten schauen, dass wir das hinkriegen.“

Der Ausschuss stimmte der weiteren Planung auf Basis des vorgelegten Konzeptes zu. Am 12. Dezember wird das Projekt im Kreistag präsentiert.

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