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36 Jahre nach der Katastrophe in Tschernobyl

Drei Jahrzehnte nach Reaktorunglück: Wildbret und Pilze radioaktiv belastet

Frischlinge und ihre Mütter
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Vor allem Wildschweine sind noch belastet

Am 26. April 1986 ereignete sich die Nuklearkatastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl, und noch immer sind die Cäsium-137 Werte in Wildpilzen und Wildfleisch nennenswert nachweisbar. Der Reaktorunfall führte zur Einführung bundesweiter Messprogramme, die die Radioaktivität in Lebensmitteln überwachen sollen. Jährlich werden seitdem über 800 Lebensmittel- und 400 Wildpilz- und Wildfleischproben in Bayern untersucht.

Berchtesgadener Land/Bayern – Obwohl der Reaktorunfall von Fukushima in Japan erst vor elf Jahren passierte, spielt die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 für bayerische Lebensmittel noch immer die größere Rolle. So belegen die Messdaten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) keine Auswirkung des Unfalls in Japan auf die Strahlenbelastung von Lebensmitteln. Nach Tschernobyl war das anders: Bis heute ist radioaktive Belastung durch das künstliche Radionuklid Cäsium-137 in Wildpilzen und Wildfleisch nennenswert nachweisbar.

Ausbreitung der radioaktiven Wolken in der Zeit vom 27. April bis 6. Mai 1986.

Die radioaktive Wolke erreichte nach ein paar Tagen auch Bayern. Sie zog mit kräftigem Wind aus Süd / Südost zuerst nach Skandinavien und dann nach Richtung Zentraleuropa. Besonders vom Fallout betroffen waren damals Gebiete, wo es regnete: Österreich, die Slowakei, Tschechien und in Süddeutschland der Bayerischen Wald und das Berchtesgadener Land. Die Halbwertszeit von Cäsium-137, also die Zeitspanne, in der sich die Menge des radioaktiven Nukleids auf die Hälfte abbaut, beträgt 30 Jahre. Es wird also noch ein Viertel-Jahrhundert dauern, bis es endgültig zerfallen ist.

Cäsiumbelastung auch in kommenden Jahren unverringert

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt an, dass Speisepilze art- und standortspezifisch unterschiedlich stark belastet sind. Bei Wildbret spielt vor allem das Fressverhalten eine Rolle. Insbesondere beim Schwarzwild reichert sich das Cäsium-137 im Muskelfleisch an. Und obwohl die Belastung der Waldböden zunehmend sinkt, kommt es beim Schwarzwild teils zu deutlichen Höchstwertüberschreitungen, wie das LGL angibt. „Auch in den kommenden Jahren ist nicht von einer Verringerung der Cäsiumbelastung in Wildschweinfleisch auszugehen“, heißt es auf der Hompage des Landesamtes. Der Höchstwert für Radiocäsium in Lebensmittel liegt EU-weit bei 600 Becquerel pro Kilogramm. Die im Rahmen des bundesweiten Messprogramms IMIS erhobenen Werte ergaben in den Jahren 2018 bis 2020 für Haarwild Werte von bis zu rund 1.600 Becquerel pro Kilogramm. Bei Speisepilzen wurden Werte von bis zu 6000 Bq/kg gemessen.

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