Türke gibt sich als Rumäne aus

Neuötting/Alzgern - Bei einer Personenkontrolle entlarvten Burghausener Fahnder einen vermeintlichen Rumänen als turkischen Staatsangehörigen.

Lügen haben oftmals kurze Beine – wenn man nur an den Richtigen gerät. So geschehen im Falle eines 37-jährigen türkischen Staatsangehörigen, der den Burghausener Fahndern bei seiner Personenkontrolle auf der A 94 bei Alzgern vorgeben wollte, er sei ein EU-Bürger aus Rumänien.

„Stolz“ legte er den Beamten eine rumänische Identitätskarte vor, die aber schnell den Argwohn der Fahnder erweckte. Eine erste urkundentechnische Begutachtung ergab, dass es sich um eine Totalfälschung handelte. Damit aber noch nicht genug. Zur Untermauerung der Echtheit seiner Personalien legte er zusätzlich noch einen rumänischen Führerschein vor, der sich bei weiterer Betrachtung ebenso als Falsifikat entpuppte.

Wie die späteren Ermittlungen zu den Dokumenten ergaben, hatten die Fälscher nahezu perfekte Arbeit geleistet. Die verwendeten Personal- und Ausweisdaten waren in Rumänien existent, lediglich beim Vergleich der von den rumänischen Behörden übermittelten Lichtbilder ergaben sich verständlicherweise Abweichungen. Trotz nahezu erdrückender Beweislage beharrte der gelernte Maurer auf die Echtheit seiner vorgelegten Identitätsdokumente. Hierbei machte er auch noch geltend, dass er in Rheinland-Pfalz seit Februar diesen Jahres ein Gewerbe als selbstständiger Bauarbeiter angemeldet hatte und einen entsprechenden Gewerbeschein auch mitführte.

Die Fahnder ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken und forderten über das Bundeskriminalamt in Wiesbaden eine daktyloskopische Auswertung seiner Fingerabdrücke an. Das Ergebnis entlarvte den 37jährigen dann als tatsächlich türkischen Staatsangehörigen, der guten Grund dazu hatte, seine wahre Identität zu verschleiern. Im Juni 2002 hatte ihn das Ausländeramt Villingen-Schwennigen in seine Heimat abgeschoben und mit einer unbefristeten Wiedereinreisesperre belegt.

Auch die Staatsanwaltschaft Traunstein verstand bei der Fülle der vorliegenden Delikte, die von Urkundenfälschung in mehreren Fällen über eine unerlaubte Einreise nach dem Aufenthaltsgesetz bis hin zur Falschbeurkundung reichte, keinen Spaß und beantragte Haftbefehl. Nach entsprechender Vorführung beim Ermittlungsrichter des Amtsgerichtes Mühldorf erließ dieser dann Haftbefehl. Neben der Verbüßung seiner Strafe in der JVA Landshut hat der Türke mit einer erneuten Abschiebung in sein Heimatland zu rechnen.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Burghausen

Rubriklistenbild: © dpa

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