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Polizei muss Schusswaffen einsetzen

Irre Verfolgungsjagd auf B12 und A94 zwischen Marktl und Töging – Schleuser rammen Polizeiauto

Zwei Schleuser haben am Montag (14. März) versucht, auf der Bundesstraße B12 im Gemeindegebiet Marktl mit ihren Fahrzeugen vor einer Polizeikontrolle der Grenzpolizeistation Burghausen zu fliehen.
Dabei kam es zum Schusswaffengebrauch sowie zum Einsatz eines Polizeihubschraubers. Unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein, Spezialabteilung zur Bekämpfung organisierter Kriminalität nach dem „Traunsteiner Modell“, ermittelt die Bundespolizeiinspektion Freilassing mit Unterstützung der bayerischen Landespolizei wegen zahlreicher Straftaten.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Töging – Am Montagabend gegen 21 Uhr wurde eine Streifenbesatzung der Grenzpolizei Burghausen auf zwei Fahrzeuge mit deutscher beziehungsweise österreichischer Zulassung, die offensichtlich zusammengehörten, auf der B12 im Gemeindegebiet Marktl aufmerksam.

Die uniformierte Streife, welche sich mit ihrem Dienstwagen zwischen die beiden Autos setzte, gab per Blaulicht, Anhaltesignalgeber und Polizeikelle deutliche Zeichen für eine bevorstehende Kontrolle. Mit verminderter Geschwindigkeit befuhren beide Fahrzeuge den Ausfädelungsstreifen und deuteten ein Anhalten per Blinker an.

Autofahrer flüchten mit bis zu 200 Stundenkilometern

Kurz daraufhin beschleunigten beide Autos und rasten auf die Autobahn. Unverzüglich forderten die Beamten Unterstützung an. Mit Geschwindigkeit von bis zu 200km/h versuchten beide Fahrzeuge zu fliehen. Erst bei der Anschlussstelle Altötting fuhr der Wagen mit deutscher Zulassung schließlich ab, während sich das zweite Fahrzeug deutlich zurückfallen ließ.

Kurz vor der Einfädelung zur B299 bremste der Fahrer sein Fahrzeug stark bis zum Stillstand ab. Als das Polizeiauto etwa zehn Meter hinter dem verfolgten Wagen anhielt, legte dessen Fahrer plötzlich den Rückwärtsgang ein und fuhr mit Vollgas in den Dienstwagen. Anschließend setzte er zurück und rammte mit voller Wucht die Beifahrertür des Polizeiwagens.
Die Polizisten erkannten, wie vier Insassen aus dem Auto sprangen und über die Leitplanke in die Dunkelheit flohen.

Polizist gibt mehrere Warnschüsse ab

Als der Fahrer wieder auf die Grenzpolizisten zuraste, gab einer der Beamten mehrere Warnschüsse in die Luft ab.
Doch völlig unbeirrt fuhr der Lenker zurück auf die Autobahn und versuchte erneut mit etwa 200km/h zu entkommen. Die Streife der Grenzpolizei nahm die Verfolgung mit dem beschädigten Dienstfahrzeug wieder auf.

Wegen des Verdachts einer Schleusung wurde umgehend eine Sofortfahndung eingeleitet, bei der auch ein Polizeihubschrauber der Bundespolizei eingesetzt wurde. Etwa zeitgleich konnten alarmierte Beamte der Bundespolizei den Verkehr auf der A94 herunterbremsen und den Fahrer des zweiten Wagen stoppen.

Aufgrund des stockenden Verkehrs konnte der Lenker des ersten Wagens seine halsbrecherische Fahrt auch über den Standstreifen nicht fortsetzen. Die Streife der Grenzpolizei Burghausen konnte mit Unterstützung zweier weiterer Beamter der zivilen Einsatzgruppe den Lenker stellen und festnehmen.

Führerschein entpuppt sich als Totalfälschung

Anschließende Ermittlungen ergaben, dass der Fahrer, ein 27-jähriger Syrer, nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist. Die Beamten stellten zudem fest, dass es sich bei seinem mitgeführten Führerschein um eine Totalfälschung handelte.

Der Mann muss sich nun wegen Einschleusens von Ausländern unter lebensgefährlichen Bedingungen, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Nötigung, Körperverletzung sowie gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung, Verschaffens von falschen amtlichen Ausweisen sowie gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten.

Der Fahrer des zweiten Fahrzeugs, ein 32-jähriger Syrer, war lediglich im Besitz einer österreichischen Asylkarte.
Sein Beifahrer, ein 28-jähriger Iraner, konnte keinerlei Ausweisdokumente vorweisen.

Staatsanwaltschaft erlässt Haftbefehl

Beide Fahrer wurden am Dienstagnachmittag dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Mühldorf am Inn vorgeführt. Dieser erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein Haftbefehl gegen die beiden Beschuldigten, die anschließend in eine Justizvollzugsanstalt gebracht wurden. Ermittlungen zufolge hatte auch der 32-Jährige mindestens zwei Geschleuste vor der Polizeikontrolle aus seinem Wagen aussteigen lassen.

Die eingesetzten Beamten wurden glücklicherweise nicht verletzt. Bei dem vom Schleuser gerammten Dienstfahrzeug entstand ein Sachschaden von rund 18.000 Euro.

Unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein, Spezialabteilung zur Bekämpfung organisierter Kriminalität nach dem „Traunsteiner Modell“, hat die Bundespolizeiinspektion Freilassing zuständigkeitshalber die weiteren Ermittlungen übernommen und wird bei der Sachbearbeitung durch die bayerische Landespolizei unterstützt.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Freilassing

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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