"Zwei von drei Straftaten geklärt"

Polizei Waldkraiburg veröffentlicht Kriminalitätsstatistik 2018

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Waldkraiburg - Für den Dienstbereich der Polizeiinspektion Waldkraiburg (Stadt Waldkraiburg, Markt Kraiburg, Gemeinden Aschau, Jettenbach, Taufkirchen und Unterreit) fließen im Jahr 2018 insgesamt 1519 Straftaten in die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ein. Im Vorjahr waren es 1345 Taten, ein Steigerung um 174 Fälle bzw. 12,9 Prozent. Die Aufklärungsquote bleibt bei 68 Prozent nahezu unverändert.

Die Pressemeldung im Wortlaut: Georg Deibl, Leiter der Polizeiinspektion Waldkraiburg: „Die Zahl der Straftaten im Bereich der PI Waldkraiburg im Bezugsjahr 2017 waren die geringsten seit Erhebung der Kriminalstatistik. Der Anstieg der Fallzahlen 2018 um 174 Fälle ist daher nicht besorgniserregend, zumal die Steigerung der Straftaten zum Großteil auf eine inzwischen ausermittelte Jugendbande zurückzuführen ist, die sich vor allem mit Sachbeschädigungen und Diebstählen im öffentlichen Raum hervorgetan hat. Statistisch wurde für 2018 das zweitbeste Ergebnis seit 2010 registriert“.

Aufklärungsquote:

Von den 1519 Straftaten konnten 1033 Taten aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote bleibt mit 68 % unverändert hoch und liegt damit über dem bayernweiten Durchschnitt von 64,4 Prozent.

Herausragende Delikte:

Nach wie vor bilden die Diebstahlsdelikte den Schwerpunkt an der Gesamtkriminalität (432 Fälle mit 28,4 Prozent). In diesem Bereich ergab sich eine Steigerung der Fallzahlen um über 30 Prozent, so dass sich der Rückgang der Taten im Jahr davor wieder egalisiert hat.

Bei den Wohnungseinbrüchen, die das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders stark beeinflussen, ist ein Rückgang von 13 Fällen im Jahr 2017 auf nun nur mehr 6 Fälle festzustellen. In 4 Fällen handelte es sich um Versuche, bei denen die Täter nicht in den Wohnbereich gelangten. Von den 6 Fällen konnten 2 aufgeklärt werden. Neben der polizeilichen Schwerpunktsetzung, die Zahl der Wohnungseinbrüche zu reduzieren, wirken sich hier die getroffenen Schutzmaßnahmen der Wohnungsbesitzer positiv aus.

Bei den Straftaten gegen das Leben stiegen die Delikte von einem Fall im Jahr 2017 auf 8 Fälle in 2018. Dabei stehen 5 dieser Fälle im Zusammenhang mit den Tumulten in der ANKER-Dependance im Juni 2018. Der rückläufige Trend bei den Fahrraddiebstählen der letzten Jahre setzte sich nicht fort. Nach 75 Fahrraddiebstählen im Jahr 2017 stiegen die Zahlen 2018 auf 112 Fälle an. Die Zahl der Ladendiebstähle befindet sich nach dem Rückgang im Jahr davor jetzt mit 94 Taten wieder auf dem Level der vorangegangenen Jahre. Die deliktspezifisch hohe Aufklärungsquote konnte in diesem Bereich nochmals leicht auf nunmehr 95,7 Prozent gesteigert werden.

Im Bereich der Rohheitsdelikte ergab sich insgesamt ein leichter Rückgang. Entgegen dieser Tendenz stieg dabei die Beteiligung durch Zuwanderer. Wurden im Jahr 2017 noch etwa 15 Prozent der Straftaten in diesem Bereich durch Zuwanderer begangen, so stieg deren Beteiligung im Jahr 2018 auf etwa 30 Prozent.

Im Segment der Vermögens- und Fälschungsdelikte gab es einen eklatanten Anstieg um 67,3 Prozent auf 286 Fälle. Ein nicht unerheblicher Teil der Fälle steht hier im Zusammenhang mit der umfangreichen Nutzung des Internets, die einen immer größer werdenden Teil der polizeilichen Ermittlungstätigkeit umfasst.

Die Rauschgiftdelikte sind um 43,7 % auf 80 Fälle mit einer Aufklärungsquote von 92,5 Prozent zurückgegangen.

Die Gesamtzahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (hierzu zählen z. B. sexuelle Nötigung) ist von 13 auf nunmehr 26 Fälle gestiegen.

Häufigkeitszahl:

Die Häufigkeitszahl (rechnerischer Wert, der sich aus der Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner zusammensetzt) liegt in der Stadt Waldkraiburg bei 5705 (Vorjahr 4904). Im Verhältnis kommen also auf 1000 Einwohner der Stadt Waldkraiburg 57,05 Straftaten. Als Vergleichswerte seien hier die Häufigkeitszahlen der Stadt Mühldorf am Inn (6425), der Stadt Wasserburg am Inn (6200) und der bayernweite Durchschnitt (4571) genannt.

Tatverdächtige:

Die für den Dienstbereich der PI Waldkraiburg ermittelten 763 Tatverdächtigen teilen sich in 77,5 Prozent Männer und 22,5 Prozent Frauen. 427 dieser Personen waren bereits in der Vergangenheit polizeilich in Erscheinung getreten. Die Anzahl der delinquenten Kinder ist mit 24 fast identisch zum Jahr davor (hier waren es 23), wobei im Bereich der Jugendlichen mit 68 Fällen die Tendenz zu 2017 mit 64 Vorgänge wieder leicht steigend ist. Die Erwachsenen und Heranwachsenden (18-21 Jahre) wurden mit 671 Personen (2017 669 Fälle) registriert. 326 oder 42,9 Prozent der ermittelten Personen (Bayern 35,5 Prozent) besitzen keine deutsche Staatsangehörigkeit (ohne ausländerrechtliche Verstöße).

Zuwanderer:

Die Auswertung der Daten zur Zuwanderungskriminalität ergibt, dass 146 (19,13 Prozent aller Tatverdächtigen) dieser 326 Nichtdeutschen-Tatverdächtigen, als Zuwanderer registriert sind. Der überwiegende Teil dieser Taten wird nach wie vor in den Einrichtungen für Asylbewerber durch Zuwanderer begangen. Diese waren an 4 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung beteiligt (Vorjahr 2). Weiter wurden 12 Ladendiebstähle, gegenüber 16 Fällen aus dem Jahr 2017, und 2 Fahrraddiebstähle, im Vorjahr 0, begangen. 11 Rauschgiftdelikte (2017 waren es noch 20) und 8 Fälle aus dem Bereich der Straßenkriminalität (Vorjahr 4) wurden zugeordnet.

Straßenkriminalität:

Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung wird wesentlich von der Straßenkriminalität beeinflusst. Mit 299 (217) der Straßenkriminalität zuzuordnenden Fällen ist in diesem Segment wieder ein Anstieg festzustellen, der durch die Straftatenserie der bereits erwähnten Jugendgruppe verursacht wurde. Im 10-jährigen Vergleich bewegen sich diese Zahlen aber noch immer im unteren Bereich.

EPHK Georg Deibl: „Der leichte Anstieg der Kriminalitätsbelastung wirkt sich nicht auf die persönliche Sicherheit der Bevölkerung aus. Vor allem sind die besonders belastenden Wohnungseinbrüche stark rückläufig. Zudem belegt unsere Aufklärungsquote von 68 Prozent, dass 2 von 3 Straftaten geklärt werden konnten und damit Straftäter in der Region Waldkraiburg kein leichtes Spiel haben“.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Waldkraiburg

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