Polizei macht Einbrecherbande dingfest

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Waldkraiburg - Beginnend am 25. August entwickelte sich in den Landkreisen Mühldorf und Altötting eine Einbruchserie, in der zunächst vorwiegend Kindergärten angegangen wurden.

Auffallend war bei den Einbrüchen die Vorgehensweise der zunächst unbekannten Täter. Nur in wenigen Fällen wurde zur Tatausführung ein Werkzeug verwendet. Durch Eintreten von Türen bzw. Fenstern verschafften sich die Täter Zutritt zu den Objekten, dort wurden dann vereinzelt mit Werkzeugen Schreibtische und Schränke auf der Suche nach Bargeld aufgebrochen.

Schwierig gestalteten sich die Ermittlungen insbesondere deswegen, weil die Täter kaum Spuren hinterließen und auch seitens der Bevölkerung keinerlei Hinweise eingingen. Bereits frühzeitig wurden viele Kindergärten über die Einbruchserie informiert und Verhaltensregeln ausgegeben. In einigen Kindergärten konnten die Täter deshalb keinerlei Beute machen. Dies hatte zur Folge, dass die Täter ihre Zielobjekte neu definierten. Bis vergangenen Dienstag wurden insgesamt 14 Kindergärten, mehrere Schulen, verschiedene Geschäfte und anderweitige Einrichtungen angegangen. Die Tatorte liegen schwerpunktmäßig im Stadtgebiet Waldkraiburg, allerdings wurden auch Taten in Jettenbach, Kraiburg, Aschau a. Inn, Mühldorf, Heldenstein, Mettenheim, Teising und Neuötting verübt. Unter anderem fielen den Tätern sogar kleinere Tresore in die Hände.

Die genaue Höhe des angerichteten Sachschadens bzw. der Beutewert sind derzeit noch nicht klar, dürfte allerdings erheblich sein.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim beauftragte die PI Waldkraiburg mit der Koordination der Ermittlungen zur Klärung der Einbruchserie. Eine erhebliche Belastung kam auf die tangierten Dienststellen zu. Viele Beamte verrichteten zusätzlich Nachtdienst. In der Nacht vom 05. auf 06.10.2009 fanden Beamte der PI Waldkraiburg das fehlende Mosaiksteinchen. Gegen 01.50 hörten Beamte, die zu Fuß unterwegs waren, ein verdächtiges Geräusch, das sie zunächst nicht zuordnen konnten. Im Zusammenhang mit diesem Geräusch fiel kurz darauf ein Pkw auf, der aus einem Parkplatz an der Adlergebirgstrasse ausfuhr. Sie unterzogen das Fahrzeug und die Insassen einer Kontrolle. Die beiden Männer, 20 und 23 Jahre alt und aus Waldkraiburg und die Fahrzeuglenkerin, eine 20-jährige Waldkraiburgerin, waren den Beamten aus zurückliegenden Verfahren bekannt. Bei der Durchsicht des Fahrzeugs wurde ein beschädigtes Stemmeisen aufgefunden. Wenngleich zunächst in Verbindung mit der Fahrzeugkontrolle keine konkrete Straftat vorhanden war, dokumentierten die Beamten die Umstände der Kontrolle akribisch. Interessant wurde die Sache am folgenden Vormittag. Ein versuchter Einbruch in einen Friseurladen, exakt an dem Parkplatz in der Adlergebirgsstraße, wurde gemeldet. Der Täter hatte zunächst mit Fußtritten (analog der Begehungsweise bei den vorherigen Taten) versucht, die Türe einzutreten. Nachdem ihm dies nicht gelang, versuchte er mit einem flachen Werkzeug die Türe aufzuhebeln, dies misslang ihm ebenfalls. Das vorgefundene Spurenbild an der Türe passte ebenso zu einem der Fahrzeuginsassen wie die Werkzeugspur zum aufgefunden Stemmeisen. Auf Grund der vorgelegten Fakten erließ der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Traunstein Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnungen der drei Verdächtigen.

Am Donnerstag wurden die Beschlüsse zeitgleich vollzogen und die drei Personen vorläufig festgenommen. Bei den Vernehmungen zeichnete sich ab, dass die drei mit der Polizei gerechnet hatten, da sie alle die gleiche Geschichte erzählten. Neben den Spuren am Friseurladen war es den Polizeibeamten gelungen, an einigen anderen Tatorten unterschiedliche Spuren zu sichern. Durch die Festnahme des 20-Jährigen ergaben diese Spuren nun ein Gesamtbild. Mit diesen Feststellungen konfrontiert, räumte der 23-Jährige nach längerem Leugnen ein, bei einigen Taten dabei gewesen zu sein und er konnte Angaben zu weiteren Taten machen. Mit diesen Informationen konfrontiert, legte dann zunächst auch die Frau ein Geständnis ab und räumte die Beteiligung an 24 Taten ein. Unter der Last dieses Geständnisses entschloss sich letztlich auch der 20-jährige Haupttäter zu einer Aussage.

Die Beamten gehen von mindestens 30 Einbrüchen aus, für die er sich zu verantworten hat. Während die Frau und der 23-Jährige nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Traunstein wieder auf freien Fuß gesetzt wurden, wurde der Haupttäter am 09.10.2009 dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Mühldorf vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Auf Grund der Angaben der drei Beschuldigten konnten zwischenzeitlich diverse Geldkassetten und Geldtaschen aufgefunden werden (ein Foto ist als Anlage beigefügt). Zwei bereits früher aufgefundene Tresore wurden bereits der Fachdienststelle zur Spurenauswertung übersandt.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Waldkraiburg

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