Unfallstatistik der Polizei Mühldorf a. Inn

Verkehrsunfallfluchten sind nach wie vor ein Problembereich

Mühldorf - Die Polizeiinspektion Mühldorf a. Inn legt für das Jahr 2018 die Verkehrsunfallstatistik offen. Nach wie vor sind Verkehrsunfallfluchten ein großer Problembereich.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

(Vorjahreszahlen in Klammern)

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Mühldorf (ohne Autobahn A94) ereigneten sich insgesamt 1856 (1910) Unfälle. Sie gliederten sich in 249 (226) Unfälle mit Personenschaden, 441 (416) Unfälle mit schwerwiegendem Sachschaden und 1166 (1268) Kleinunfälle, allein davon 714 (727) Wildunfälle.

Aufteilung der Verkehrsunfälle

Die Gesamtzahl der von der Polizei aufgenommenen Verkehrsunfälle ist im Jahr 2018 nach dem Anstieg 2016 auf 2017 wieder um 2,57% abgesunken. Auch die Kleinunfälle verringerten sich im Jahr 2018 um 8,04%. Dabei sind auch die Zahlen der Wildunfälle leicht um 1,79 % gesunken. Die Verkehrsunfälle mit Sachschaden stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 6,73 % an. Leider stieg die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden im Vergleich zum Vorjahr um 11,06% weiter merklich an. Die Zahl der bei einem Verkehrsunfall verletzten Personen, sowohl Schwer- als auch Leichtverletzte, stieg dadurch um ca. 15%.

Die Zahl der Schwerverletzten stieg zum Vorjahr um 12,5% an. Leider kamen im Bereich der Polizeiinspektion Mühldorf im Jahre 2018 vier Person bei zum Teil tragischen Verkehrsunfällen ums Leben. Da jede verletzte oder getötete Person im Straßenverkehr eine zu viel ist, wird die Polizeiinspektion Mühldorf a. Inn auch in diesem Jahr wieder einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Hauptunfallursachen im Straßenverkehr legen.

Bei zwei Schulwegunfällen wurden zwei Kinder leicht verletzt. Diese Zahlen gleichen dem Vorjahr. Die Schüler waren ausschließlich als Fußgänger beteiligt.

Verletzte Personen
Getötete Personen

Der unfallträchtigste Tag im Jahr 2018 war, wie 2017 auch, mit der Donnerstag, dicht gefolgt von Freitag. Die anderen Werktage folgen in etwa zu gleichen Werten. Am Wochenende waren die wenigstens Unfälle zu verzeichnen. Die meisten Unfälle mit Personenschäden ereigneten sich Frühmorgens im Berufsverkehr zwischen 6 Uhr und 7 Uhr sowie Spätnachmittags zwischen 17 Uhr und 19 Uhr.

Die 5 Hauptunfallursachen im Jahr 2017 waren:

361 (384) x Fehler beim Abbiegen, Wenden, Ein- und Anfahren, Rückwärtsfahren 253 (223) x Ungenügender Sicherheitsabstand 170 (201) x Nichtbeachten des Rechtsfahrgebotes 118 (119) x Nichtbeachten der Vorfahrt oder des Vorranges 108 (76) x Nichtangepasste Geschwindigkeit, allerdings wurden allein bei diesen Unfällen 73 (43) Personen verletzt sowie 2 (0) Personen getötet. Neben den o.g. Ursachen dürfte noch Ablenkung, z.B. durch Mobiltelefone und Smartphones nicht unerheblich zu den Verkehrsunfällen beigetragen haben. Hierzu liegen jedoch keine konkreten Zahlen vor. Bei 23 (26) Fällen war der Fahrzeugführer alkoholisiert, in 2 (1) Fällen stand ein Fahrer unter Drogeneinfluss, dabei wurden hierbei 11 (7) Personen verletzt.

Häufigste Unfallursachen (incl. Kleinunfälle)

Nach wie vor ein Problembereich sind die Verkehrsunfallfluchten. Ein Fremdschaden tritt sehr schnell ein und ist unter Umständen auch nicht sofort erkennbar. Anstatt zu warten und vorsorglich die Polizei zu verständigen, fahren viele Verursacher weg. Im Dienstbereich ereigneten sich 319 (299) Unfälle, bei denen sich der Verursacher unerlaubt vom Unfallort entfernte, in vielen Fällen handelte es sich um Parkrempler auf den Parkplätzen der Großmärkte oder in den Innenstädten. In erster Linie durch die Mithilfe der Bevölkerung, aber auch durch die Ermittlungen der Polizei, konnten 129 (115) dieser Unfälle geklärt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von ca. 40,5%. Bei 21 (17) Verkehrsunfallfluchten wurde 1 (2) Personen schwer und 20 (17) leicht verletzt.

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern ist im Dienstbereich die letzten Jahre in etwa gleichgeblieben, im Jahre 2017 war ein leichter Anstieg zu verzeichnen welcher sich im Jahr 2018 wieder auf die Vorjahre einpendelte. Auch die Kombination von Radfahren mit E-Bikes durch Senioren und Beteiligung bei Verkehrsunfällen ist im Dienstbereich im Gegensatz zu anderen Bereichen in Bayern erfreulicherweise gering. Leider wurde im Jahr 2018 ein Radfahrer bei einem Verkehrsunfall getötet.

Radunfälle

Senioren -also Personen im Alter ab 65 Jahren- waren an 137 (137) Verkehrsunfällen beteiligt. Dies entspricht in etwa 7% der Gesamtzahl. 33 (20) Senioren wurden hierbei verletzt. Die jungen Erwachsenen -also Personen von 18-24 Jahre- waren an 167 (167) Verkehrsunfällen beteiligt, dies entspricht ca. 9% der Gesamtunfallzahlen. 63 (61) von ihnen wurden bei Unfällen verletzt (ca. 20% zur Gesamtzahl der Verletzten).

Die Entwicklung der Unfallschwerpunkte im Bereich der Polizeiinspektion Mühldorf am Inn stellt sich wie folgt dar:

Mettenheim, St 2550 (vormals B 12) im Bereich der Anschlussstelle Mühldorf-West der BAB A94:

Dieser Unfallschwerpunkt konnte durch die Inbetriebnahme einer Lichtsignalanlage am 6. Juni entschärft werden. Auch konnten durch die selbststeuernde Schaltung der Anlage die befürchteten Rückstauungen auf die A 94 vermieden werden. Es ereigneten sich im Jahr 2018 an den 3 Einmündungen 13 (14) Verkehrsunfälle mit 1 (4) schwer- und 6 (8) leichtverletzten Personen. Im Jahr 2018 ereigneten sich an der Einmündung vor der in Betrieb genommenen Lichtzeichenanlage 4 mit einer leicht verletzten Person, nach Inbetriebnahme wurden noch 2 Verkehrsunfälle mit 1 verletzten Person registriert.

Niedertaufkirchen, Ortsteil Haunertsholzen:

Hier trafen die Kreisstraßen MÜ4 und MÜ36 an einer Kreuzung aufeinander. Im Oktober 2018 konnte der zur Unfallentschärfung geplante Kreisverkehr dem Verkehr übergeben werden. Im Jahr 2017 ereigneten sich 4 Verkehrsunfälle, mit 2 schwer- und 2 leichtverletzten Personen. Im Jahr 2018 wurde nach Eröffnung des Kreisverkehrs bislang kein Verkehrsunfall im Zusammenhang mit dem Kreisverkehr polizeilich bekannt.

Erharting, Bundesstraße B 299 Bereich der Anschlussstelle Mühldorf Nord der BAB 94:

Auf der B 299 im Bereich der Anschlussstelle Mühldorf Nord der BAB 94 ereigneten sich im Jahr 2018 5 Unfälle, bei denen 3 Personen leicht verletzt wurden. An dieser Stelle kommt es immer wieder zu Unfällen, da die dortige Geschwindigkeit von 60 km/h nicht beachtet wird und es daher beim Abbiegen immer wieder zu Kollisionen kommt. An dieser Unfallstelle werden von der Polizeiinspektion Mühldorf vermehrt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt.

Staatsstraße 2352 Mühldorf - Waldkraiburg:

Auf der Staatsstraße kommt es immer wieder zu Verkehrsunfällen. Mitursächlich sind die Lage im Wald, der Streckenverlauf samt Bahnunterführung sowie die von Mühldorf kommend bis zur Abzweigung Ebing schmale Fahrbahnbreite. Im Jahre 2018 ereigneten sich 8 (9) Verkehrsunfälle , davon 2 (4) mit Personenschäden. Langfristiges Ziel muss hier ein bestandsorientierter Ausbau der Staatsstraße samt Umbau der Bahnunterführung sein.

Stadtgebiet Mühldorf am Inn, hier insbesondere der „Giggenbachstachus“:

An der Örtlichkeit treffen die Brücken-, Berliner- , Hohenauer und Friedhofstraße zusammen. Im Jahr 2018 wurden 16 (12) unterschiedliche Verkehrsunfälle registriert, bei 2 (7) Unfällen wurden 2 (10) Personen leicht verletzt, 8 Unfälle verursachten hohe, 6 kleinere Sachschäden. Die Ursachen sind unterschiedlich und reichen von Rotlicht- und Vorfahrtsverstößen bis zu Fehlern beim Fahrstreifenwechsel und beim Abbiegen.

Pressemitteilung der Polizeiinspektion Mühldorf a. Inn

Rubriklistenbild: © dpa

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