Unfallstatistik 2017 der Polizei für den Landkreis

24 Prozent mehr Schwerverletzte auf Mühldorfs Straßen - aber kein einziger Toter

Landkreis Mühldorf am Inn - Laut der Unfallstatistik der Polizei stieg die Gesamtzahl der Unfälle im Landkreis im Jahr 2017 erneut an. Auch wurde ein deutlicher Anstieg bei Unfällen mit Schwerverletzten verzeichnet.

Gesamtzahl der Unfälle stieg an

Die Vorjahreszahlen sind zur besser Übersicht in Klammern gesetzt

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Mühldorf (ohne Autobahn A94) ereigneten sich insgesamt 1910 (1758) Unfälle. Sie gliederten sich in 226 (208) Unfälle mit Personenschaden, 416 (414) Unfälle mit schwerwiegendem Sachschaden und 1268 (1136) Kleinunfälle, allein davon 724 (663) Wildunfälle.

Die Gesamtzahl der von der Polizei aufgenommenen Verkehrsunfälle stieg 2017 nach dem Fall von 2015 auf 2016 wieder um 8,56 Prozent an. Die Kleinunfälle stiegen im Jahr 2017 wieder um 11,62 Prozent an, was unter anderem auch an den um 9,00 Prozent gestiegenen Wildunfällen liegt. 

Sachschäden bleiben annähernd konstant

Die Verkehrsunfälle mit Sachschaden blieben im Vergleich zum Vorjahr fast gleich, es ist lediglich eine leichte Steigerung von 0,48 Prozent zu erkennen. Leider stieg die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden im Vergleich zum Vorjahr um 8,65 Prozent wieder merklich an.

Stark gestiegene Zahl schwerverletzter Personen 

Die Zahl der bei einem Verkehrsunfall verletzten Personen, sowohl Schwer- als auch Leichtverletzte, stieg dadurch um rund 14 Prozent. Die Zahl der Schwerverletzten stieg zum Vorjahr um 24,44 Prozent an

Statistik zu verletzten Personen

Erfreulicherweise kam im Bereich der Polizeiinspektion Mühldorf im Jahre 2017 keine Person bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Statistik zu getöteten Personen

Dennoch ist jeder verletzter Person im Straßenverkehr einer zu viel, weshalb die Polizeiinspektion Mühldorf am Inn auch in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Hauptunfallursachen legen wird. Bei zwei Schulwegunfällen wurden zwei Kinder leicht verletzt. Diese Zahlen gleichen dem Vorjahr. Die Schüler waren als Fußgänger beziehungsweise Radfahrer beteiligt.

Unfallträchtigste Tage: Donnerstag und Freitag

Der unfallträchtigste Tag im Jahr 2017 war mit der Donnerstag, dicht gefolgt von Freitag. Die anderen Werktage folgen in etwa zu gleichen Werten. Am Wochenende waren die wenigstens Unfälle zu verzeichnen. Die meisten Unfälle mit Personenschäden ereigneten sich morgens im Berufsverkehr zwischen 7 und 8 Uhr sowie nachmittags zwischen 15 und 19 Uhr.

Die 5 Hauptunfallursachen im Jahr 2017 waren:

  • 384 (311) x Fehler beim Abbiegen, Wenden, Ein- und Anfahren, Rückwärtsfahren
  • 223 (206) x Ungenügender Sicherheitsabstand
  • 201 (137) x Nichtbeachten des Rechtsfahrgebotes
  • 119 (101) x Nichtbeachten der Vorfahrt oder des Vorranges
  • 76 (74) x Nichtangepasste Geschwindigkeit, allerdings wurden allein bei diesen Unfällen 43 (35) Personen verletzt.

Neben den oben genannten Ursachen dürfte noch Ablenkung, zum Beispeil durch Mobiltelefone und Smartphones nicht unerheblich zu den Verkehrsunfällen beigetragen haben. Hierzu liegen jedoch keine konkreten Zahlen vor.

Bei 26 (19) Fällen war der Fahrzeugführer alkoholisiert, einmal stand ein Fahrer unter Drogeneinfluss, 7 (13) Personen wurden hierbei verletzt.

Statistik zur Unfallursache

Unfallfluchten nach wie vor Problembereich

Nach wie vor ein Problembereich sind die Verkehrsunfallfluchten. Ein Fremdschaden tritt sehr schnell ein und ist unter Umständen auch nicht sofort erkennbar. Anstatt zu warten und vorsorglich die Polizei zu verständigen, fahren viele Verursacher weg. 

Statistik zur Unfallflucht

Im Dienstbereich ereigneten sich 299 (299) Unfälle, bei denen sich der Verursacher unerlaubt vom Unfallort entfernte, in vielen Fällen handelte es sich um Parkrempler auf den Parkplätzen der Großmärkte oder in den Innenstädten. In erster Linie durch die Mithilfe der Bevölkerung, aber auch durch die Ermittlungen der Polizei, konnten 115 (110) dieser Unfälle geklärt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von ca. 39%.

Bei 19 (13) Verkehrsunfallfluchten wurden 2 (3) Personen schwer und 17 (10) leicht verletzt. Bei 2 (1) Unfallfluchten war der Flüchtige alkoholisiert.

Leichter Anstieg bei Unfällen mit Fahrrädern

Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern ist im Dienstbereich die letzten Jahre in etwa gleichgeblieben, im Jahre 2017 ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen. 

Statistik zu Radunfällen

Auch die Kombination von Radfahren mit E-Bikes durch Senioren und Beteiligung bei Verkehrsunfällen ist im Dienstbereich im Gegensatz zu anderen Bereichen in Bayern erfreulicherweise gering.

Risikogruppen

Senioren -also Personen im Alter ab 65 Jahren- waren an 137 (126) Verkehrsunfällen beteiligt. Dies entspricht in etwa 7% der Gesamtzahl. 30(26) Senioren wurden hierbei verletzt.

Die jungen Erwachsenen -also Personen von 18-24 Jahre- waren an 167 (146) Verkehrsunfällen beteiligt, dies entspricht ca. 9% der Gesamtunfallzahlen. 61 (48) von ihnen wurden bei Unfällen verletzt (ca. 20% zur Gesamtzahl der Verletzten).

Unfallrisikostelle Gemeindebereich Mettenheim

Im Gemeindebereich Mettenheim, Staatsstraße 2550 (vormals B 12) im Bereich der Anschlussstelle Mühldorf-West der BAB A94, kommt es immer wieder zu Verkehrsunfällen. 

Dort ereigneten sich an den 3 Einmündungen/Kreuzungen 13 Unfälle mit 14 Leichtverletzten und 4 Schwerverletzten. Eine seit letzten Jahr vom Straßenbauamt geplante Lichtzeichenanlage befindet sich gerade im Bau.

Unfallrisikostelle Haunertsholzen

Die Kreuzung der Kreisstraßen MÜ4/MÜ36 in Haunertsholzen, Gemeinde Niedertaufkirchen ist seit Jahren auffällig. Dort kommt es immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen, im Jahre 2017 waren es 4 Verkehrsunfälle, einer mit 2 Leichtverletzten und zwei mit 2 schwerverletzten Personen. 

Die Ursachen sind Vorfahrtsverletzungen bzw. Fehler beim Abbiegen. Hier erscheint ein Kreisverkehr als sinnvolle Maßnahme, welcher nach Vorschlag der Unfallkommission im Landkreis auch dieses Jahr gebaut wird.

Unfallrisikostelle Haigerloh

Die Kreuzung der Kreisstraßen MÜ13/MÜ25 in Haigerloh, Gemeinde Heldenstein war in der Vergangenheit eher unauffällig, im Jahr 2017 bis Ende April 2018 ereigneten sich an der Kreuzung jedoch wieder 3 (4) Unfälle mit 1 (1) Schwer- und 6 (3) Leichtverletzten. 

Die Sicht auf der MÜ13 wurde bereits eingeschränkt, zwischenzeitlich wurde eine Sichtschutzhecke gepflanzt. Durch die Unfallkommission wird der Bau eines Kreisverkehrs empfohlen.

Unfallrisikostellen Stadt Mühldorf

Im Mühldorfer Stadtgebiet fällt insbesondere der „Giggenbachstachus“ auf. Hier treffen die Brücken-, Berliner-, Hohenauer- und Friedhofstraße zusammen. 

Im Jahr 2017 wurden 12 unterschiedliche Verkehrsunfälle registriert, bei 7 Unfällen wurden 10 Personen leicht verletzt, die verbliebenen 5 Unfälle verursachten hohe Sachschäden. Die Ursachen sind unterschiedlich und reichen von Rotlicht-, Vorfahrtsverstößen über Fehler beim Fahrstreifenwechsel und beim Abbiegen.

Unfallrisikostelle Kreisverkehr an der Siemensstraße

Auch der Kreisverkehr, welcher die Geschäfte an der Siemensstraße mit der Kapellen- bzw. Adolf-Kolping-Straße verbindet, ist nach wie vor auffällig. Hier ereigneten sich 6 (5) Unfälle mit Ursache Vorfahrt. 

Beobachtungen haben ergeben, dass viele Fahrzeuglenker ungebremst in den Kreisverkehr einfahren. Die neu aufgebrachten Markierungen im Kreisverkehr könnten zu einer Verringerung der Geschwindigkeiten beitragen und dadurch die Unfallzahlen an dieser Örtlichkeit senken.

Fazit

Zusammenfassend konnte die letztjährige Verringerung der Verkehrsunfälle nicht gehalten werden und die Zahl der Verkehrsunfälle stieg über das Niveau von 2016 wieder an. 

Hierzu haben allerdings auch die deutlich gestiegenen Wildunfälle beigetragen. Auch nahmen die Zahlen im Bereich der Unfälle mit verletzten Personen wieder zu. Hier wird die Polizeiinspektion Mühldorf sowohl mit präventiven aber auch repressiven Maßnahmen versuchen, diese wieder zu senken.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Mühldorf a.Inn

Rubriklistenbild: © Montage (Symbolbilder) dpa/dpa

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