Mehr Delikte, mehr Aufklärung

Altötting - Obwohl es mehr Fälle zu bearbeiten gab, stieg die Aufklärungsquote auf 63 %. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik für 2009 hervor.

 Mit einer Aufklärungsquote von 63,0 % bei den angezeigten und ermittelten Straftaten liegt die Schutzpolizeidienststelle in der Wallfahrtsstadt im vergangenen Jahr um 2,0 Prozentpunkte über dem eigenen Vorjahresergebnis und damit nur 0,9 % unter dem bayerischen Landesdurchschnitt.

Stellt man den oben dargestellten Werten die absoluten Zahlen gegenüber, so stiegen die in der Kriminalstatistik erfassten Fallzahlen von 3050 auf 3184. Dies bedeutet einen Anstieg der registrierten Kriminalität um 134 Fälle oder 4,4 Prozentpunkte.

Wie in den Vorjahren lag das Gros der zu bearbeitenden Strafanzeigen im Deliktsfeld des Diebstahls. Dieser Bereich mit all seinen Erscheinungsformen, d. h. vom Ladendiebstahl bis zum Einbruch, deckt mit 1099 Fällen, das sind 68 Fälle mehr als im Jahre 2008, 34,5 % der örtlichen Gesamtkriminalität ab.

Einen auszugsweisen Überblick über die Deliktsentwicklung zeigt die folgende Kurzübersicht:

Delikt 2008 2009
Ladendiebstahl 212 321
Fahrraddiebstahl 189  199

Einbruchdiebstahl in Diensträume,

 Büros, Werkstätten

58 34
Einbruchdiebstahl in Wohnungen 20  23

Auf Platz 2 der vom Bayerischen Landeskriminalamt erarbeiteten statistischen Unterlagen reiht sich das Sammeldeliktsfeld der „sonstigen Straftaten nach dem Strafgesetzbuch“ ein. Für diese schlugen im Landkreisgebiet nördlich der Alz 823 Taten (im Vorjahr: 737) zu Buche.

Dabei werden unter diesem Begriff u. a. Straftaten subsummiert, die den Tatbestand der Beleidigung (153 Fälle), der allgemeinen Sachbeschädigung (430 Fälle), der Sachbeschädigung an Kfz (141 Fälle) erfüllen oder die sich gegen strafgesetzliche Umweltschutzbestimmungen richten (19 Fälle).

Den „Sonstigen Straftaten“ folgt in der statistischen Aufschlüsselung der Bereich der Straßenkriminalität. Dieser Oberbegriff umschreibt mit einem Anteil an der Gesamtkriminalität von 21,4 % die Kriminalitätsform, deren Haupttatort der öffentliche Verkehrsraum ist. In diesem Bereich konnte ein Rückgang um 8 auf nunmehr 680 Fälle registriert werden.

Die darauf folgenden Vermögens- und Fälschungsdelikte (540 Fälle; Vorjahr: 629) werden eindeutig von den Betrugsstraftaten mit 432 Ermittlungsverfahren dominiert. Strafanzeigen wegen missbräuchlicher Verwendung von Scheck-, Kredit- oder Debitkarten im Lastschriftverkehr in Form des Warenkreditbetruges (195 Fälle; Vorjahr: 270) bildeten hier im Jahresverlauf aufgrund der Tatortzuständigkeit den Sachbearbeitungsschwerpunkt.

Im Bereich der Rohheitsdelikte, d. h. Körperverletzungen oder Raub, kann ein Anstieg festgestellt werden. Dabei stehen den 413 Taten im Jahre 2008 im Berichtszeitraum 477 Fälle gegenüber (= plus 64 Fälle oder 15,5 %). Dabei ist anzumerken, dass dieses Deliktsfeld von den Körperverletzungen mit 297 Fällen dominiert wird. Wegen Verdachts des Raubes musste 14 Mal Strafanzeige erstattet werden (Vorjahr: 10 Fälle).

Die Aufklärungsquote bei allen Rohheitsdelikten liegt bei 89,3 Prozent. Den Abschluss der Deliktsübersicht bildet der Blick auf die Betäubungsmittelkriminalität. Bei der Ermittlungstätigkeit der Landespolizei waren 110 Verstöße (Vorjahr: 106) gegen betäubungsmittelrechtliche Vorschriften zu bearbeiten. Insgesamt stellen die begangenen Verstöße einen Anteil von 3,5 % an der Gesamtkriminalität dar. Wirft man einen Blick auf die Personen, die als Täter der aufgelisteten Straftaten ermittelt werden konnten, so muss festgestellt werden, dass auch im Bereich der Polizeiinspektion Altötting Kriminalität eine männliche Domäne ist.

Von 1540 ermittelten Tatverdächtigen waren 1157 (= 75,1 Prozent) männlichen Geschlechtes. 160 Tatverdächtige (12,4%; 143 Männer / 17 Frauen) waren bei der Tatbegehung alkoholisiert.

Die Verteilung auf die strafrechtlich relevanten Lebensalter stellt die folgende Übersicht dar (Vorjahreszahlen in Klammern):

Tat- verdächtige insges. Kinder (unter 14) Jugendliche (14 - 18) Heran-wachsende (18 – 21) Erwachsene (ab 21)
männlich 1157 (1094) 54 (64) 121 (144) 103 (105) 879 (781)
weiblich 383 (328) 20 (21) 40 (35) 36 (29) 287 (243)
insgesamt 1540 (1422) 74 (85) 161 (179) 139 (134) 1166 (1024)

         

Wie in den Vorjahren waren die meisten ermittelten Kinder als Täter eines Diebstahls auffällig geworden. In der Altersgruppe der Jugendlichen und Heranwachsenden spielt weiterhin neben dem vorgenannten Deliktsbereich auch der Körperverletzungsbereich eine dominante Rolle, hier insbesonders die Auseinandersetzungen mit Gleichaltrigen.

Über die Hälfte (= 53,9 %) der ermittelten Straftäter waren in der Gemeinde wohnhaft, in der sie später eine Straftat begangen haben. 202 Tatverdächtige (im Vorjahr: 148) hatten keine deutsche Staatsangehörigkeit. Dies entspricht einem Anteil von 13,1 Prozent (Vorjahr: 12,7).

Für die Zuordnung der Tatorte zu den Gemeinden im Inspektionsbereich ergibt sich folgende Übersicht (Vorjahreszahlen in Klammern). Die Häufigkeitszahl gibt dabei die Anzahl der angezeigten Straftaten auf einen Bezugswert von 1000 der Gemeindeangehörigen an:

Gemeinde Taten insgesamt Häufigkeitszahl
Altötting 1080 (1014) 85 (79)
Burgkirchen (Ort + Gendorf) 409 (491) 38 (46)
Emmerting 107 (84) 26 (20)
Erlbach 22 (20) 18 (16)
Garching (Ort + Wald) 364 (308) 42 (35)
Kastl 60 (48) 22 (18)
Marktl 108 (139) 39 (51)
Neuötting 514 (585) 61 (68)
Perach 12 (25) 9 (20)
Pleiskirchen 21 (12) 8 (5)
Reischach 46 (39) 17 (14)
Stammham 37 (11) 34 (10)
Teising  42 (68) 22 (35)
Töging 393 (388) 42 (31)
Tüßling 106 (101) 33 (32)
Unterneukirchen 68 (86) 68 (86)
Winhöring 141 (145) 29 (30)

Pressemeldung Polizeiinspektion Altötting

Rubriklistenbild: © pa

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