Polizei Mühldorf präsentiert Unfallstatistik 

2016 weniger Unfälle als noch im Vorjahr

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Landkreis Mühldorf am Inn - Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Mühldorf (ohne Autobahn A94) ereigneten sich insgesamt 1.758 (1.833) Unfälle. Das sind 4 Prozent weniger Unfälle als noch 2015.


Sie gliederten sich in 208 (236) Unfälle mit Personenschaden, 414 (414) Unfälle mit schwerwiegendem Sachschaden und 1136 (1183) Kleinunfälle, allein davon 663 (673) Wildunfälle.

Die Gesamtzahl der von der Polizei aufgenommenen Verkehrsunfälle fiel 2016 nach dem rasanten Anstieg von 2014 auf 2015 wieder um 4%. Exakt um die gleiche Prozentzahl fielen auch die Kleinunfälle. Die Verkehrsunfälle mit Sachschaden blieben im Vergleich zum Vorjahr gleich. Erfreulicherweise fielen die Verkehrsunfälle mit Personenschaden um knapp 12 % und sind damit so niedrig wie schon lange nicht mehr.

Weniger Verletzte, aber drei Tote 2016

Die Zahl der bei einem Verkehrsunfall verletzten Personen, sowohl Schwer- als auch Leichtverletzte, fiel um ca. 17% und hat damit auch einen Tiefstand erreicht. Die Zahl der Schwerverletzten sank sogar um 30%. 

Leider kamen im Jahre 2016 drei Personen bei drei Verkehrsunfällen im Dienstbereich der Polizeiinspektion Mühldorf am Inn ums Leben. Zweimal war der Getötete Fahrer eines Autos, einmal war er Fußgänger. 

Dennoch ist jeder Tote im Straßenverkehr einer zu viel, weshalb die Polizeiinspektion Mühldorf a. Inn auch in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Hauptunfallursachen legen wird. 

Bei zwei Schulwegunfällen wurden zwei Kinder leicht verletzt. Diese Zahlen gleichen dem Vorjahr. Die Schüler waren als Fußgänger bzw. Businsasse beteiligt.

Der unfallträchtigste Tag im Jahr 2016 war mit Abstand der Freitag. Die anderen Werktage folgen in etwa zu gleichen Werten. Am Wochenende waren die wenigstens Unfälle zu verzeichnen. Die meisten Unfälle mit Personenschäden ereigneten sich morgens im Berufsverkehr zwischen 7 und 8 Uhr sowie nachmittags zwischen 15 und 18 Uhr.

Das waren die fünf Hauptunfallursachen im Jahr 2016

  • 311 (347) x Fehler beim Abbiegen, Wenden, Ein- und Anfahren, Rückwärtsfahren 
  • 206 (179) x Ungenügender Sicherheitsabstand 
  • 137 (163) x Nichtbeachten des Rechtsfahrgebotes 
  • 101 (124) x Nichtbeachten der Vorfahrt oder des Vorranges 
  • 74 (70) x Nichtangepasste Geschwindigkeit, allerdings wurden allein bei diesen Unfällen 
  • 35 (36) Personen verletzt

Bei allen drei tödlichen Verkehrsunfällen war die Geschwindigkeit zumindest mitursächlich. Neben den o.g. Ursachen dürfte noch Ablenkung, z.B. durch Mobiltelefone, nicht unerheblich zu den Verkehrsunfällen beigetragen haben. Hierzu liegen jedoch keine konkreten Zahlen vor. Bei 19 (27) Fällen war der Fahrzeugführer alkoholisiert, einmal stand ein Fahrer unter Drogeneinfluss, 13 (18) Personen wurden hierbei verletzt.

Immer mehr Verkehrsunfallfluchten

Nach wie vor ein Problembereich sind die Verkehrsunfallfluchten. Ein Fremdschaden tritt sehr schnell ein und ist unter Umständen auch nicht sofort erkennbar. Anstatt zu warten und vorsorglich die Polizei zu verständigen, fahren viele Verursacher weg. 

Im Dienstbereich ereigneten sich 299 (295) Unfälle, bei denen sich der Verursacher unerlaubt vom Unfallort entfernte, in vielen Fällen handelte es sich um Parkrempler auf den Parkplätzen der Großmärkte oder in den Innenstädten. 

In erster Linie durch die Mithilfe der Bevölkerung, aber auch durch die Ermittlungen der Polizei, konnten 110 (108) dieser Unfälle geklärt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von ca. 37%. Bei 14 (20) Verkehrsunfallfluchten wurden drei (15) Personen schwer und elf (7) leicht verletzt. Bei zwei (1) Unfallfluchten war der Flüchtige alkoholisiert.

Nicht mehr Radunfälle

Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern ist im Dienstbereich die letzten Jahre in etwa gleichgeblieben. Auch die Kombination von Radfahren mit E-Bikes durch Senioren und Beteiligung bei Verkehrsunfällen ist im Dienstbereich im Gegensatz zu anderen Bereichen in Bayern erfreulicherweise gering.

Senioren, also Personen im Alter ab 65 Jahren, waren an 126 (140) Verkehrsunfällen beteiligt. Dies entspricht in etwa 7% der Gesamtzahl. 26 (30) Senioren wurden hierbei verletzt und zwei (0) getötet. Die jungen Erwachsenen, also Personen von 18-24 Jahren, waren an 146 (173) Verkehrsunfällen beteiligt, dies entspricht 8% der Gesamtunfallzahlen. 48 (76) von ihnen wurden bei Unfällen verletzt (ca. 17% zur Gesamtzahl der Verletzten), Tote waren in dieser Altersgruppe nicht zu beklagen, jedoch verursachte ein junger Erwachsener einen tödlichen Verkehrsunfall.

Die Brennpunkte

Im Gemeindebereich Mettenheim, Staatsstraße 2550 (vormals B 12) im Bereich der Anschlussstelle Mühldorf-West der BAB A94, kommt es immer wieder zu Verkehrsunfällen. Dort ereigneten sich an den drei Einmündungen/Kreuzungen acht Unfälle mit zwei Leichtverletzten und acht Schwerverletzten. Das Straßenbauamt plant eine verkehrsabhängige Lichtzeichenanlage. 

Die Kreuzung der Kreisstraßen MÜ4/MÜ36 in Haunertsholzen, Gemeinde Niedertaufkirchen ist seit Jahren auffällig. Dort kommt es immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen, im Jahre 2016 waren es zwei, einer mit einem Leichtverletzten. Die Ursachen sind Vorfahrtsverletzungen bzw. Fehler beim Abbiegen, hier erscheint ein Kreisverkehr als sinnvolle Maßnahme, die Unfallkommission im Landkreis schlägt diesen auch vor. 

Die Kreuzung der Kreisstraßen MÜ13/MÜ25 in Haigerloh, Gemeinde Heldenstein war zuletzt eher unauffällig, im Jahr 2016 ereigneten sich an der Kreuzung jedoch wieder vier Unfälle mit einem Schwer- und drei Leichtverletzten. Die Sicht auf der MÜ13 wurde bereits eingeschränkt, weitere Maßnahmen werden geprüft.

Im Mühldorfer Stadtgebiet ist neben der Innkanalkreuzung (fünf Verkehrsunfälle mit einem Leichtverletzten) auch der Kreisverkehr, welcher die Geschäfte an der Siemensstraße mit der Kapellen- bzw. Adolf-Kolping-Straße verbindet, auffällig (fünf Unfälle mit Ursache Vorfahrt). Beobachtungen haben ergeben, dass viele Fahrzeuglenker ungebremst in den Kreisverkehr einfahren. Markierungen im Kreisverkehr könnten zu einer Verringerung der Geschwindigkeiten beitragen und werden demnächst aufgebracht. 

Zusammenfassend konnte der letztjährige, sprunghafte Anstieg der Verkehrsunfälle wieder gesenkt werden. Die niedrige Zahl der Schwerverletzten in Relation zu den Gesamtunfallzahlen ist sehr erfreulich. Hier wird die Polizeiinspektion Mühldorf sowohl mit präventiven aber auch repressiven Maßnahmen versuchen, diese nochmals zu senken.

Pressemeldung Polizeiinspektion Mühldorf am Inn

Rubriklistenbild: © dpa

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