Fehlalarm führt zu Großeinsatz

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Waldkraiburg - Ein stark alkoholisierter 38-Jähriger löste am Mittwochabend einen Großeinsatz von Rettungskräften aus. Grund war ein Notruf über eine tote Person im Innkanal:

Am Mittwoch, den 24. August, um 18.27 Uhr, wurde die Polizeiinspektion Waldkraiburg über die Einsatzzentrale Rosenheim über einen Notruf informiert, nachdem eine leblose Person im Innkanal bei St. Erasmus treiben sollte. Aufgrund der Mitteilung wurde sofort die dafür vorgesehene Notfallprozedur eingeleitet. Die Wasserwacht Waldkraiburg, Mühldorf a. Inn und Töging (mit insgesamt acht Booten), alle am Innkanal angrenzenden Feuerwehren und das BRK wurden alarmiert. Auch ein Rettungshubschrauber beteiligte sich an der Absuche.

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Der Mitteiler, ein 27-jähriger Waldkraiburger, erklärte vor Ort den Polizeibeamten, dass er am Innkanal-Parkplatz Stockham von einem Mann angesprochen und gebeten wurde, einen Notruf abzusetzen, da er im Innkanal eine leblose Person treiben sah. Der Mitteiler selbst hat vor Ort niemanden im Innkanal gesehen.

Die Beamten machten sich auf die Suche nach dem Veranlasser der Absuche und wurden schließlich bei einem 38-jährigen Mann aus Dorfen fündig. Bei dem Gespräch mit dem Mann fielen den Polizeibeamten einige Ungereimtheiten in seiner Person bzw. der Art der Mitteilung auf, zudem wurde Alkoholgeruch wahrgenommen.

Bei den weiteren Befragungen stellte sich dann heraus, dass der Mann offensichtlich von Dorfen kommend in Richtung Kraiburg unterwegs war. Auf der Fahrt hatte er nach eigenen Angaben eine Flasche Cognac erworben, die er anschließend auch leerte. Auf Höhe des Kanals habe er eine Pause eingelegt, hierbei habe er dann eine im Wasser treibende Person (Bauchlage) entdeckt.

Da ein durchgeführter Alkotest einen Wert jenseits der 2-Promille-Grenze ergab, wurden die Feststellungen des Mannes in Frage gestellt. Zudem ergaben Befragungen einer Vielzahl von Spaziergängern keinerlei Hinweise auf eine Person im Kanal. Vorsorglich wurde von den Einsatzkräften aber der Ernstfall angenommen und die gesamte Strecke bis Töging von den Einsatzkräften abgesucht. Um 19.46 Uhr wurde die Suche aufgrund eines aufziehenden Gewitters abgebrochen – zu diesem Zeitpunkt war der Kanal allerdings komplett abgesucht.

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft und einem Ermittlungsrichter wurde bei dem Mann letztlich eine Blutentnahme durchgeführt, da der Verdacht Nahe lag, dass er in angetrunkenem Zustand zum Innkanal gefahren war.

Ihn erwartet nun ein Verfahren wegen Trunkenheit im Verkehr. Zudem wurden Ermittlungen wegen Missbrauchs von Notrufen eingeleitet.

Die Polizei geht nicht davon aus, dass sich eine Person im Innkanal befunden hat. Aus diesem Grund wurden die Suchmaßnahmen am heutigen Tag auch nicht fortgesetzt.

Polizeiinspektion Waldkraiburg

Rubriklistenbild: © dpa

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