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Ein Erfolgsmodell

Gelungene Kooperation: Experten der Burghauser Grenzpolizei mit Landratsämtern und Gemeinden 

Burghausen - Verdachtsfälle werden für die Behörden der Landkreise Altötting und Mühldorf auf Echtheit geprüft. Falsche Identitäten werden aufgeklärt und Verstöße zur Anzeige gebracht.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Führerscheine, ID-Karten, Reisepässe oder Personenstandsurkunden, das alles gehört zu den Dokumenten, die bei Behörden vorgelegt werden, weil zum Beispiel der Führerschein umgeschrieben oder der Reisepass verlängert werden soll. Nicht alle Dokumente sind dabei einwandfrei und gelegentlich wird ein Geburtsdatum geändert oder eine Führerscheinklasse „ergänzt“. Es gibt einige Verfälschungs- oder Totalfälschungsmerkmale und auch die Möglichkeiten diese zu erkennen. Weil aber für den Bereich der Urkunden ein Expertenwissen erforderlich ist und sich auch die Fälschungsszene weiterentwickelt, gibt es eine Kooperation zwischen der Grenzpolizei und den Behörden der Landkreise Altötting und Mühldorf.

Ausländerämter und Führerscheinstellen beider Landratsämter, aber auch Gemeinden in den beiden Landkreisen nutzen den Service und übergeben Dokumente, bei denen der Verdacht einer Verfälschung oder Totalfälschung besteht, zur Echtheitsprüfung an die Urkundenexperten der Burghauser Grenzpolizei.

Im 1. Halbjahr 2021 überprüften die Burghauser Urkundenspezialisten an die 400 Ausweise, Führerscheine und Urkunden im Original, so weitere ca. 400 Kopien verdächtiger Dokumente aus aller Herren Ländern auf Fälschungen hin. Daraus resultierten 76 Ermittlungsvorgänge die nach eingehender Prüfung und Beurteilung mittels hochmoderner Technik durch die Burghauser Grenzpolizei zusätzlich dem Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) zur weiteren Begutachtung vorgelegt wurden.

Bei zehn dieser Vorgänge konnten so Urkundenfälschungen nachgewiesen und entsprechende Anzeigen der Staatsanwaltschaft vorgelegt werden. In zwei aktuellen Fällen handelte es sich einmal um einen Führerschein aus Lybien sowie einen Ausweis aus Eritrea. 14 Mal waren überprüfte Dokumente zur internationalen Fahndung ausgeschrieben, wie z.B. im Juni zwei rumänische ID-Karten, deren Sicherstellung das Land Rumänien verfügt hatte. 

Aber nicht jedes verdächtige Dokument oder Urkunde ist dann auch eine Fälschung. Oft wird bei der Gutachtenerstellung festgestellt, dass Abnutzung, fehlende Standards oder mangelnde Sorgfalt bei den Ausstellungsländern zu Verdachtsfällen führen, die Dokumente aber als Echt eingestuft werden können.

Nach der Dokumentenüberprüfung wurden immer wieder auch Namensberichtigungen erforderlich, weil eine Person wegen unterschiedlicher Schreibweisen, mehrfach im System der Behörden existierte. In solchen Fällen veranlassten die Burghauser Grenzpolizisten die Berichtigung der Daten. Damit wurden Aliasdatensätze bereinigt und Klarheit über die Identität der Personen geschaffen.

Sobald es die Coronamaßnahmen wieder zulassen, werden die Urkundenspezialisten der Burghauser Grenzpolizei ihr Schulungsangebot für die Einwohnermeldeämter der Landkreise Altötting und Mühldorf fortsetzen. Den Mitarbeitern dort kommt eine wichtige Rolle zu, denn wenn sich bei der Behörde jemand unerkannt mit einem gefälschten Ausweis anmeldet, hat er es geschafft: dieser Person stehen viele Möglichkeiten offen und später noch eine auf Grund falscher oder gefälschter Dokumente erschlichenen Identität auf die Spur zu kommen ist äußerst schwierig. Für den Zugang zum Arbeitsmarkt ist beispielsweise eine EU-Bürgerschaft erforderlich und mit einem gefälschten Pass wird dann aus einem Drittstaatsangehörigem ein EU-Bürger der dann offiziell zum Beispiel in Deutschland arbeiten kann.

Laut Burghauser Grenzpolizei wird zwar die Qualität der Fälschungen tendenziell höher, aber auch die technische Ausstattung der Polizei wird besser. Dank der ausgezeichneten Kooperation mit den Behörden nehmen die festgestellten Verstöße im Bereich der Urkundenkriminalität, aber auch die Fahndungstreffer zur Unterstützung ausländischer Behörden stetig zu.  

Pressemeldung der Grenzpolizei Burghausen

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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