Gegen Angriffe im Internet

Polizei Burghausen setzt sich gegen Cybermobbing an Schulen ein

Polizeiobermeister Erkut Balkan mit Schüler

Burgkirchen - Am Mittwoch hielt Polizeiobermeister Erkut Balkan einen fesselnden Unterricht zum Thema „Cybermobbing“ in einer sechsten Klasse .

Pressemeldung in Wortlaut: 

Das Klassenzimmer der Burgkirchner Mittelschule gehörte am Mittwochvormittag ganz Polizeiobermeister Balkan, Jugendbeamter bei der Polizeiinspektion Burghausen. Mit Spannung, aber auch einer gewissen Skepsis wartete „seine Klasse“, die 6a, auf den 28-jährigen Jugendbeamten. Der traf vor dem Klassenzimmer schon auf Yannis (Name geändert), der, wie er dem Beamten mitteilte, vor der Türe warten musste, weil er wieder einmal „geschwätzt“ hatte. Auf die Frage, was Yannis` Lieblingsfach sei, antwortete er: „Gar keins.“

Polizeioberkommisar Thomas Schleshorn

Ab 08.45 Uhr begann Balkan mit seinem Unterricht. Zum warm werden spielte er mit den 11- bis 13-Jährigen kleine Gruppenspiele. Dann ging es auch schon ins Eingemachte und zwei Freiwillige durften in einemkleinen Rollenspiel erfahren, wie es sich anfühlt ausgeschlossen oder sogar gemobbt zu werden. Schnell erkannten die Kinder das Thema auf Cybermobbing hinführen soll. Hoch konzentriert und wirklich gut mitarbeitend erschlossen sich die Kinder im gemeinsamen Gespräch, welche Gefühle Mobbing beim Opfer hervorrufen kann. Auch fanden die Kinder sehr schnell Gründe dafür, warum Cybermobbing, also das gemobbt werden im Internet und sozialen Medien, sogar noch schlimmer ist, als Mobbing in der Schule.

Den Höhepunkt des drei Schulstunden umfassenden Unterrichts bildete ein Ratespiel,das Polizeiobermeister Balkan an die bekannte Quizsendung „1, 2 oder 3“ anlehnte. Die Schülerinnen und Schüler mussten sich im Klassenzimmer auf rote oder grüne Felder stellen, je nachdem, ob sie die vom Jugendbeamten geschilderten Sachverhalte als Straftaten oder legale Handlungen einschätzten. 

„Auch wenn die Kinder öfter falsch lagen, bin ich begeistert, wie breit das Wissen mancher, beispielsweise zur Verletzung von Persönlichkeitsrechten, ist.“,so Balkan nach der Veranstaltung.

In einer offenen Fragerunde am Ende des Unterrichts, löcherten die Schülerinnen und Schüler den Jugendbeamten noch weit bis in ihre wohlverdiente Pause hinein. Die Frage, wie man Polizist werden könne, dominierte die Abschlussrunde. „Neben einem umfangreichen Einstellungstest, müsst ihr euch in der Schule anstrengen und ihr dürft keine Anzeige wegen einer Straftat bekommen.“, erklärte Erkut Balkan. Den Kindern war deutlich anzusehen, mit dieser Aussage beste Vorsätze geweckt zu haben. Das Schlusswort aber hatte Yannis, der mit einem Lächeln sagte: „JETZT habe ich ein Lieblingsfach.“  

Pol izeioberkommissar Thomas Schelshorn, neuer Leiter der Polizeiinspektion Burghausen, der dem Unterricht neben der Klassenleiterin und einem Schulpsychologen ebenfalls beiwohnte, erklärte: „Ich fand es toll zu sehen, wie die Schülerinnen und Schüler, selbst ohne Pause, über drei Schulstunden hoch konzentriert mitarbeiteten und sich die meisten Antworten selber erschlossen. Die Jugendpräventionsarbeit ist für uns ein sehr wichtiges Thema. Unterstützt vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd, sind wir dabei, Jugendbeamte wieder auf unserer Dienststelle zu etablieren, um möglichst viel mit den Jugendlichen in unserem Inspektionsbereich auf dem präventiven Sektor zu arbeiten. Denn jede Straftat, die wir durch gute Präventionsarbeit verhindern können, erspart uns später nicht nur Arbeit sondern den potentiellen Opfern und Tätern auch viel Leid bzw. Ärger.“

Pressebericht der Polizeiinspektion Burghausen

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