Corona-Zahlen und Maßnahmen im Landkreis Altötting

Gespräch mit dem Landratsamt über Anstieg der Inzidenz: „Haben da keinen Ermessensspielraum“

Im Landkreis Altötting stieg die 7-Tage-Inzidenz wieder an, nachdem sie am Montag  knapp unter der 100er Grenze lag.
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Im Landkreis Altötting stieg die 7-Tage-Inzidenz wieder an, nachdem sie am Montag knapp unter der 100er Grenze lag.

Montag, der 8. März, brachte für viele deutsche Städte und Landkreise lang ersehnte Lockerungen. Voraussetzung für diese ist die 7-Tage-Inzidenz von unter 100. Im Landkreis Altötting steigt die Inzidenz momentan jedoch über besagten Wert. Das sind die Hintergründe:

Pünktlich zum 8. März erreichte der Landkreis Altötting eine 7-Tage-Inzidenz von unter 100 - genauer gesagt von 95,1 - nachdem er sich ganze neun Tage über 100 hielt. Die Hoffnung auf weitere Lockerungen im Landkreis war groß. Leider war die sinkende Tendenz nur von kurzer Dauer: Bereits am Dienstag, den 9. März, und auch am Mittwoch, den 10. März, stieg der Wert über 100. Wie es aktuell aussieht, wird er dort auch fürs Erste verweilen. Doch woran liegt diese Entwicklung, wo doch sämtliche angrenzenden Landkreise eine Inzidenz unter 100 (Stand laut RKI 10. März 11.45 Uhr) haben? Eine Frage, die sich schwer beantworten lässt.

Landratsamt Altötting über 7-Tage-Inzidenz und Maßnahmen

Im Gespräch mit innsalzach24.de spricht Markus Huber von der Pressestelle des Landratsamtes Altötting von den aktuell vorliegenden Erkenntnissen und den Maßnahmen, die auf den Landkreis zukommen könnten. „Wir haben aktuell schon wieder eine Entwicklung, die nach oben zeigt, das ist richtig“, erklärt Huber. Die 7-Tage-Inzidenz beziffert er am Mittwoch mit einem Wert von 112,1 - also wie am Dienstag auch über der magischen Grenze 100. Wie sich diese Zahl entwickeln wird, kann er nicht mit Sicherheit sagen: „Was auf jeden Fall sicher ist, ist, dass die Schulen und Kitas diese Woche noch offen bleiben. Was dann ab Freitag entschieden wird; da haben wir keinen Ermessensspielraum.“

„Ab Freitag muss man dann schauen“, erklärt Huber weiter: „Aus der Inzidenz leiten sich dann die neuen Maßnahmen ab.“ Gemeint ist damit etwa die möglicherweise anstehende erneute Schließung der Schulen und andere Maßnahmen der sogenannten „Notbremse“. Diese greift, wenn die 7-Tage-Inzidenz in einer Stadt oder einem Landkreis drei Tage hintereinander bei 100 oder höher liegt. Wirksam wird die Notbremse immer einen Tag nach entsprechender Bekanntmachung.

Für die Schulen bedeutet das, dass lediglich die Schüler der Abschlussklassen im Wechselunterricht verbleiben. Für die restlichen Schüler gilt dann wieder Distanzunterricht. Auch Kindergärten und Kitas bleiben dann - abgesehen von einer Notbetreuung - geschlossen.

Hinsichtlich der Kontaktbeschränkungen gelten bei der Notbremse die Regeln, die in Bayern bis einschließlich 7. März gegolten hatten. Demnach darf man sich maximal mit einer haushaltsfremden Person treffen. Zudem greift dann auch die nächtliche Ausgangssperre (22 Uhr bis 5 Uhr morgens).

Im Einzelhandel hingegen können inzidenzunabhängig - mit entsprechenden Auflagen - einige Geschäfte geöffnet bleiben. Zu den Ausnahmen - neben den Geschäften des täglichen Bedarfs - zählen Bau- und Gartenmärkte, Blumenläden, Friseure, Buchhandlungen und körpernahe Dienstleistungen (z.B. Kosmetikstudios).

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Gründe für den Anstieg der Inzidenz nicht klar benennbar: „Geht durch alle Gemeinden durch“

Auf die Frage, ob Hotspots oder etwaige Superspreader-Events, die Schuld an dem erneuten Anstieg sein könnten, bekannt seien, teilte Huber mit: „ Nein, da ist nichts bekannt.“ Er erklärt, dass die Entwicklung der Inzidenz für alle Betroffenen eine unangenehme Angelegenheit sei, aber aus den Meldungen keine klare Zuweisung zu einem Auslöser oder Grund möglich sei. Die Meldungen von Neuinfektionen ziehe sich „durch alle Gemeinden durch.“

Zum Ende des Gesprächs gibt sich Huber aber optimistisch auf die Frage nach einer Prognose. In der schlechten Lage, in der sich der Kreis Altötting jetzt befindet, hatten sich vor einiger Zeit auch andere Landkreise der Region befunden: „Wenn wir jetzt auf den Landkreis Rottal-Inn oder ins Berchtesgadener Land schauen; da waren wir (vor einiger Zeit mit der 7-Tage-Inzidenz) schon mal besser dran (als die besagten Landkreise) und jetzt ist es umgekehrt.“ Für ihn ist die Lage, wenn auch misslich, nicht außergewöhnlich: „Da war jeder Landkreis mal dabei mit hohen Zahlen.“ Man werde sich an den Lockerungsplänen der Regierung und den Maßnahmen Notbremse orientieren.

mda

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