Bürgermeisterkandidat Stefan Lasner (CSU)

Lasner: "Stadt vernünftig entwickeln"

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Bürgermeisterkandidat Stefan Lasner (CSU)

Mühldorf - Ein Sportzentrum im Süden und (vielleicht) ein weiterer Bürgerentscheid: Diese Pläne für die Zukunft der Stadt hat Stefan Lasner (CSU) im Falle eines Wahlsiegs.

Stadtplatz 58, Verkehr und die Zukunft der Vereine: Unsere Redaktion hat den Mühldorfer Bürgermeisterkandidaten Dr. Georg Gafus (Grüne), Stefan Lasner (CSU), Andreas Seifinger (UWG), Karin Zieglgänsberger (Freie Mühldorfer) und Marianne Zollner (SPD) 13 Fragen zur Mühldorfer Stadtpolitik gestellt. Lesen Sie hier die Antworten von Stefan Lasner:

Was ist in den letzten Jahren richtig gelaufen in der Stadt?

Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt war positiv. Bezogen auf die Ausweisung von Industrie- und Gewerbeflächen hat sich die Stadt solide aufgestellt. Flächen für Wohnbebauung wurden dazu ausgewogen ausgewiesen. Die Kinderbetreuung in Kindergärten und Krippen wurde ausgebaut.

Was hätte man in den letzten Jahren besser machen können?

Baulücken und Leerstand wurden nicht ausreichend berücksichtigt, es fand keine Verdichtung statt. In Wohngebieten sollte es wieder mehr Grün als kleinen Treffpunkt für die Anwohner geben. Die Bürger wurden an Entscheidungen der Politik nicht ausreichend beteiligt. Diese aus meiner Sicht erforderliche Transparenz wurde nicht gewährleistet und Entscheidungen nicht ausreichend kommuniziert. Künftig muss – beispielsweise über das Mittel einer Transparenzsatzung – eine bestmögliche Einsicht in Unterlagen bei laufenden Projekten/Verfahren gewährleistet werden.

Welche politischen Projekte liegen Ihnen besonders am Herzen?

Bei den überregionalen Projekten wie A94 und Bahnausbau müssen wir weiter mit Nachdruck die dringenden Bedürfnisse unserer Region vertreten. Auch bei nicht so prestigeträchtigen regionalen Themen wie beispielsweise der Ostspange müssen wir uns gegenüber dem Straßenbaulastträger, dem Freistaat, für die Mühldorfer Bürger einsetzen. Im eigenen Rathaus möchte ich die Gesprächskultur verändern und miteinander zum Wohle Mühldorfs arbeiten. Soweit rechtlich möglich möchte ich Informationen aus dem Rathaus, wie beispielsweise die öffentlichen Sitzungsprotokolle auf einer neu gestalteten Mühldorf-Website zur Einsicht bereit stellen. Es soll eine Bürgermeistersprechstunde nicht nur im Rathaus, sondern auch in den Ortsteilen geben – nicht nur die Bürgerversammlungen.

Welche wirtschaftliche Entwicklung wünschen Sie sich für die Stadt und wie wollen Sie diese unterstützen?

Wir brauchen ein moderates Wachstum, welches einerseits die Herausforderungen einer fertiggestellten A94 meistert und anderseits unser lebenswertes Umfeld erhält.

Was muss mit dem Haus am Stadtplatz 58 geschehen? Sollte es abgerissen oder saniert werden?

Nach der Absage des C&A besteht ausreichend Zeit, um zunächst besonnen mit dem Landesamt für Denkmalpflege zu klären, in welche Maßnahmen technisch und wirtschaftlich unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes möglich sind.

Wie soll der Standort am Stadtplatz 58 künftig genutzt werden?

Mein Ziel ist die Nutzung der Fläche als ein Geschäfts- und Wohnhaus mit Kindergarten sowie der weitestgehend mögliche Erhalt des Grüngürtels und des Baumbestands. Eine sorgfältige Fassadengestaltung mit Prüfung, ob Arkaden möglich und zweckmäßig sind, ist dabei selbstverständlich.

Wer soll über die Zukunft des Hauses am Stadtplatz 58 entscheiden, der Stadtrat oder die Bürger in einem weiteren Bürgerentscheid?

Wenn wir nach den Gesprächen mit dem Denkmalamt und der Bürgerinitiative einen Konsens gefunden haben ist ein Bürgerentscheid nicht mehr erforderlich. Sollten gleichwertige Alternativen zur Auswahl stehen, so kann die Entscheidung in einem neuen Bürgerentscheid erfolgen.

Wie wollen Sie generell künftig die Bürger in die Entscheidung über größere Projekte und Vorhaben einbinden?

An erster Stelle steht für mich eine umfassende Information. Das Instrument des Bürgerentscheids sollten wir wohl dosiert einsetzen.

Wo könnte Ihrer Meinung nach ein neues Sportzentrum entstehen?

Bei der Auswahl des Geländes für eine neue Sportanlage ist darauf zu achten, dass der Flächenverbrauch möglichst gering ist und primär die vorhandene Infrastruktur genutzt wird. Mein Favorit ist Mühldorf Süd aufgrund der guten Verkehrsanbindung und vorhandener Parkplätze. In Altmühldorf fehlt die nötige Infrastruktur und es handelt sich um ein Hochwasser-Überschwemmungsgebiet. Die Flächen nahe der Mittelschule sind für Wohnbebauung und eventuell das bereits geplante Stadtteil-Zentrum zu nutzen. In Mühldorf Süd kann kurzfristige eine Heimat für den FC Mühldorf realisiert werden.

In welcher Form sollte Stadt die Mühldorfer Sportvereine künftig unterstützen?

Nicht nur Sportvereine, sondern alle Vereine müssen unterstützt werden. Dies wird weiterhin mit Zuschüssen durch die Stadt passieren. Es sind gemeinsame Vereinsgesprächen zur Abstimmungen untereinander erforderlich. Es soll kein Wettbewerb untern den Vereinen entstehen. In einer neuen Internetpräsenz der Stadt Mühldorf a. Inn müssen die Vereine die Möglichkeit haben sich aussagekräftig vorzustellen und auch Termine bekannt zu geben.

Welche Verkehrsprojekte muss die Stadt in Angriff nehmen und wie können diese finanziert werden?

Brennpunkte sind die Europastraße, der Steg über den Inn-Kanal sowie ein Kreisverkehr an der Kreuzung ehemalige B12-Innstraße. Vor allen Investitionen ist zunächst ein Kassensturz erforderlich. Die Ostspange ist als Staatsstraße nicht durch die Stadt zu finanzieren, bringt aber eine erhebliche Entlastung für die Anwohner am Stadtberg und in der Friedhofstraße.

Braucht die Stadt ein Parkdeck und wie könnte es finanziert werden?

Die Lösung der Parkplatzprobleme in der Innenstadt steht im direkten Zusammenhang mit der Zukunft des Hallenbades. Bei einem Neubau außerhalb der Innenstadt und dem damit verbundenen Abriss des bestehenden Hallenbades könnten auf der frei werdenden Fläche Parkplätze geschaffen werden. Beim Bau dieser Parkplätze sollte bereits ein Parkdeck mitgeplant werden, um Fehlinvestitionen zu vermeiden. Nach einem gemeinsamen Kassensturz mit der Verwaltung sind beispielsweise auch PPP-Modelle zu prüfen.

Warum sollten die Wähler gerade Ihnen das Vertrauen schenken?

Ich bin mit Mühldorf a. Inn seit meiner Geburt verbunden. Meine Familie und ich leben und lieben unsere schöne Heimstadt und wohnen gemeinsam im Ortsteil Altmühldorf. Mit meiner Vision - "Ich will für unsere Kinder eine vernünftige und nachhaltige Entwicklung der Stadt Mühldorf a. Inn" – möchte ich vorausschauend unsere Stadt in das Jahr 2030 entwickeln. In dieser Zeit gilt es sich den wachsenden Einwohnerzahlen, neuen Verkehrsstrukturen und dem wachsenden Industrie- und Gewerbebedarf zu stellen. Ich bin mit meiner beruflichen, familiären und sozialen Kompetenz bereit mich die Herausforderungen zu stellen. In meiner heutigen Führungsposition der Dirks Group in Weiding, mit einer Verantwortung von über 100 Mitarbeitern, bin ich mir bestens bewusst was es bedeutet Menschen zu führen und sich täglichen Problemen aus Wirtschaft und Sozialleben zu stellen. Meine Familie gibt mir Kraft, Ausdauer und die notwendige Gelassenheit für die kommenden Aufgaben. Ich bin bereit Mühldorf a. Inn, gemeinsam, weiter zu entwickeln und das Bestehende zu festigen.

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