Ballett der Staatsoper Kharkov begeisterte mit "Schwanensee" im Haus der Kultur

Kleine Schwänchen mit Zuckerguss

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Fragil und federleicht: Die Ballerinen der Staatsoper Kharkov tanzten unermüdlich als Schwäne auf ihren Spitzen. Irina Klyuieva (linkes Bild, mit "Prinz Siegfried") fiel nicht nur durch ihre technische Perfektion auf, sondern auch durch ein paar unfreiwillige "Busenblitzer" - das Tutu verrutschte unvorteilhaft. Die vielen Schwänchen (Mitte) hatten zu wenig Platz auf der Bühne im großen Saal im Haus der Kultur. Springfreudig und pirouettenfest präsentierte sich der Hofnarr (rechts).

Waldkraiburg - Wer Ballerina sein will, muss leiden. Das kennen auch die Mädchen im klassischen Ballett - wie die der Staatsoper Kharkov, die mit "Schwanensee" im Haus der Kultur zu Gast waren.

Technische Perfektion und ausnehmend hübsche Tänzerinnen zeichneten das Profi-Ensemble aus. Besonders Irina Klyuieva, die Odette, die Schwanenprinzessin, tanzte sowie Odile, ihre Widersacherin. Die feingliedrige Ukrainerin, die fast so groß ist wie ihr Tanzpartner "Prinz Siegfried" (Anatoliy Khandazhevskiy), zeigte im Pas de Deux, warum "Schwanensee" genau das Richtige ist für die Vorweihnachtszeit.

"Schwanensee" im Haus der Kultur

Sie ist eine Prinzessin im Federtutu mit ganz viel Zuckerguss. Das Frauenbild, das Ballerinen wie sie vermitteln, ist nicht von dieser Welt, sondern entspringt einem Märchenbuch: ein elfenhaftes Fabelwesen. Sympathisch erschien da neben der ganzen Perfektion ihr unfreiwilliger "Busenblitzer". Ihr Kostüm verrutschte unvorteilhaft und gab zu viel preis. Sie bemerkte es nicht und verrenkte und streckte ihren drahtigen, dünnen Körper anmutig zu Tschaikowskys Musik. Etwas langatmig ist die Rahmenhandlung um die Liebesgeschichte, etwas zu klein die Bühne für die vielen bezaubernden Schwänchen. Das Ballett hat vier mögliche Enden. In Waldkraiburg, so kurz vor Weihnachten, springt das Liebespaar nicht in den See und ertrinkt, um den bösen Zauberer Rothbart zu besiegen. Ein bisschen Kitsch darf's schon sein.

Mühldorfer-Anzeiger

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