Kreisbrandrat-Frage: Landrat Huber sagt nichts

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Konkurrenten: Karl Neulinger (links) und Richard Pointl

Mühldorf – Landrat Georg Huber bezieht im Streit um die Wahl des Chefs des Kreisfeuerwehrverbands Mühldorf keine Stellung und wird beide Kandidaten zur Wahl vorschlagen. Das sagte er am heutigen Freitag auf Nachfrage.

Landrat Georg Huber.

Weiter möchte er sich zum Streit um die Wiederwahl Karl Neulingers oder die Ablösung durch Richard Pointl nicht äußern: „Ich habe keinen Favoriten", sagte er, deshalb werde er sich nicht in die Diskussion einmischen. „Das ist eine Angelegenheit, die die Kommandanten und die Feuerwehren unter sich klären müssen.“ Bei der Kommandantenversammlung am 1. März kandidiert Pointl gegen den Amtsinhaber Neulinger.

hon/Mühldorfer Anzeiger

Pointl vs Neulinger: Heiße Diskussion um Kandidaten

Es wird heiß bei der Kreisversammlung der Feuerwehren am 1. März: Um den Posten des Kreisbrandsrates kämpfen Amtsinhaber Karl Neulinger und Richard Pointl.

Offensichtlich hat sich unter den Kommandanten eine Front gegen den amtierenden Kreisbrandrat Karl Neulinger gebildet, die ihn – drei Jahre vor dem Ruhestand – im Zuge der Neuwahlen aus dem Amt drängen will. Mehrere Feuerwehrchefs seien auf ihn zugekommen, sagt Pointl, und hätten ihm die Kandidatur nahe gelegt. Wie viele es genau waren, will er nicht verraten. Pointl beziffert seine Chancen auf „50 zu 50“.

Der Schwindegger nennt den autoritären Führungsstil Neulingers als Hauptgrund für sein angespanntes Verhältnis zum Kreisbrandrat: „Wer nicht seiner Meinung ist, wird niedergebügelt.“ Daneben gibt es reichlich Kritik inhaltlicher Art: Die Bürokratie habe in den letzten Jahren überhand genommen, das Limit für die Kreisbrandmeister und Kommandanten sei erreicht.

„Wir haben einfach das Gefühl, dass er zu wenig dagegen unternimmt und unsere Probleme nicht laut genug an höherer Stelle anbringt“, sagt Pointl – auch mit Blick auf Neulingers Tätigkeit für den Bezirksfeuerwehrverband. Er stehe dagegen „für eine Entlastung der Kreisbrandmeister und Kommandanten“, für „eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Landratsamt und Gemeinden“, für „neue Wege in Sachen Kosteneinsparungen“ und für eine landkreisübergreifende Ausbildung. „Das sind alles Dinge, die sich mit Karl Neulinger einfach nicht umsetzen lassen“, sagt Pointl.

Wahlberechtigt sind 73 Feuerwehr-Kommandanten. Dabei handelt es sich um die Kommandanten der 72 Freiwilligen Feuerwehren und den Chef der Werksfeuerwehr Aschau. Sie wählen den Kreisbrandrat. Welche Seite die Mehrheit hat, ist derzeit nicht auszumachen. „Ich sehe der Sache gelassen entgegen“, sagt der amtierende Kreisbrandrat Neulinger.

Der 60-Jährige möchte die drei Jahre weiterarbeiten, die ihm bis zum gesetzlich vorgeschrieben Feuerwehrruhestand noch bleiben. Er steht seit 1999 an der Spitze der Kreisbrandinspektion, bislang hatte er bei Wiederwahlen keinen Gegenkandidaten.

Den Vorwurf des autoritären Führungsstils lässt Neulinger nicht gelten. „Dass man klare Aussagen treffen muss, ist klar, man muss auch mal Nein sagen.“ Verstimmungen hätte man ausreden können. Auch sein Engagement als Bezirksvorsitzender habe seine Arbeit nicht behindert, der Kreisverband sei stets vorgegangen.

Die meisten Vertreter der Feuerwehren halten sich bedeckt. Nur Mühldorfs Feuerwehr unterstützt die Kandidatur offiziell, auf der Internetseite der Wehr steht ein klares Bekenntnis zu Pointl. Darüber hinaus will sich Kommandant Günther Starzengruber aber nicht äußern. Er sagt nur, dass er offiziell nicht wisse, ob Neulinger wieder kandidieren werde.

Die Feuerwehr Mößling positioniert sich anders: „Wir glauben, dass Neulinger weiter machen solle“, sagt Kommandant Hans Biermaier. Neulinger habe sich stets für die Belange seiner Wehren eingesetzt, auch durch sein Engagement im Bezirksverband. In drei Jahren sei Zeit für einen Neuanfang. Waldkraiburgs Kommandant Bernhard Vietze spielt alles herunter: „Wir leben in einem demokratischen Staat. Das ist ein ganz normaler Vorgang.“ Grundsätzlich finde er es positiv, wenn Leute Verantwortung übernehmen wollen. Vietze will sich öffentlich für keinen der beiden Kandidaten aussprechen, angeblich unterstützt die Feuerwehr Waldkraiburg aber die Kandidatur Pointls.

Michael Asbeck, als Feuerwehrreferent der Stadt Neumarkt-St. Veit Sprachrohr von sieben Ortsfeuerwehren, steht hinter Neulinger. „Wir sind mit Karl Neulinger immer gut gefahren und hatten immer ein offenes Ohr.“ Warum ihm nun seine letzten drei Jahre als Kreisbrandrat verwehrt bleiben sollten kann er nicht nachvollziehen. Vor allem habe sich Neulinger durch Aktivitäten und Mitgliedschaften in verschiedenen Verbänden viel Einfluss geschaffen. „Das muss sich ein neuer Mann erst einmal alles erarbeiten.“ Georg Huber, als Landrat auch für die Feuerwehren verantwortlich, war bislang für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Wahl am Dienstag, 1. März, 19 Uhr, beim Kreuzerwirt ist geheim.

ha/hg/hon/je-Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Innsalzach

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser