Die Wirtschaftskräfte bündeln

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Geschäftsführer Englmeier, Bürgermeister Werner Schiessl, Chemievertreter Kleine und Kreishandwerksgeschäftsführer Steinberger (von links).

Mühldorf/Töging - Mit dem Ziel, ein Regionalmanagement für die Landkreise Altötting und Mühldorf aufzubauen, geht der Städtebund Inn-Salzach in sein elftes Jahr.

Damit will er die interkommunale Zusammenarbeit vorantreiben.

Als "sehr zukunftsweisenden Schritt" hat Gründungsmitglied Anton Steinberger, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, die Bildung des Städtebunds vor zehn Jahren anlässlich einer Pressekonferenz im Wirtschaftsservicezentrum Töging bezeichnet. Nach seiner Ansicht ist es in diesen zehn Jahren gelungen, eine Plattform zu schaffen, "die die Wirtschaftskräfte in beiden Landkreisen bündelt".

Städtebund-Geschäftsführer Jochen Englmeier erinnerte an die große Unternehmerbefragung, die eine umfassende Datenbank gebracht habe, den Unternehmensdialog, die Standortbroschüre, Messeauftritte, eine Russlandreise und die Kontakte zu Universitäten und Fachhochschulen als wichtige Schritte auf dem Weg, zu einer engeren Zusammenarbeit von Kommunen, Unternehmen und Wirtschaftsverbänden zu kommen.

Die Notwendigkeit zu übergreifender Zusammenarbeit betonte auch der ehemalige Werksleiter der Wackerchemie, Dr. Willi Kleine. "Es ist und wird immer wichtiger, mit einer Stimme zu sprechen." Kleine, der jetzt Vorsitzender der Interessensvertretung "Chemdelta Bavaria" ist, glaubt, dass es die Region nur schaffe, besser wahrgenommen zu werden, wenn sie gemeinsam auftrete.

Von den ursprünglich elf Mitgliedern sind derzeit acht übrig, vor allem der Austritt der beiden großen Industriestädte Burghausen und Altötting hat den Städtebund schwer getroffen. Mit Eggenfelden ist im Gegenzug eine Stadt aus dem Landkreis Rottal-Inn dazugekommen.

Der gemeinsame Auftritt leidet außerdem daran, dass es keine strukturelle Zusammenarbeit mit den Landkreisen Altötting und Mühldorf, geschweige denn eine Mitgliedschaft beider im Städtebund gibt. Geschäftsführer Englmeier berichtete allerdings von der gemeinsamen Organisation der Hauptversammlung der "Magistrale für Europa" 2011 im Mühldorfer Stadtsaal und in Burghausen; seitdem gebe es Gespräche auf Arbeitsebene mit der Wirtschaftsförderung der beiden Landkreise. "Wir hätten effektiver sein können, wenn wir die Landkreise hätten einbeziehen können", sagt Garchings Bürgermeister Wolfgang Reichenwallner. "Es ist wichtig, mit einer Stimme zu sprechen."

Die Landkreise will der Städtebund beim nächsten großen Vorhaben mit ins Boot holen, dem Aufbau eines Regionalmanagement.

Vom Wirtschaftsministerium gefördert, soll sich das Regionalmanagement all der Themen annehmen, die einzelne Kommunen nicht alleine bearbeiten können. Dazu zähle beispielsweise das Flächenmanagement. Das sei notwendig, um die Problematik der Ausweisung von Gewerbe- und Ausgleichsflächen besser in den Griff zu bekommen. Auch die Themen Verkehr oder Energieversorgung könnten Themen sein. Die Förderung durch das Wirtschaftsministerium beträgt laut Eggenfeldens Bürgermeister Werner Schiessl drei Jahre lang 70.000 Euro jährlich, wenn sich zwei Landkreise zusammenschließen würden sogar 116.000 Euro. Schiessl berichtete von positiven Erfahrungen, die die Gemeinden im Landkreis Rottal-Inn damit gemacht hätten. Deren Regionalmanagement-Agentur "Xper Regio" will mit dem Städtebund zusammenarbeiten. Der Landkreis Altötting sei interessiert, sagte Englmeier, im Landkreis Mühldorf sei das Interesse geringer gewesen, da es durch "Leader plus" bereits eine Förderung der Regionalentwicklung gebe.

Am kommenden Montag feiert der Städtebund sein Zehnjähriges mit einem Festakt, Festredner ist Bertram Brosshardt, Hauptgeschäftsführer der "Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft".

hon/Mühldorfer Anzeiger

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