Winhöringer Vorstand wehrt sich gegen Vorwürfe

13 Zähne gezogen - war Katze im Tierheim bereits krank?

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Trotz der wenigen Zähne, hat Uschi wenig Probleme beim Fressen.
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Winhöring – André Marx und seine Freundin Nathalie Ecker haben im Januar eine Katze aus dem Tierheim in Winhöring adoptiert. Anschließend mussten ihr 13 Zähne gezogen werden. Die Tierhalter befürchten eine schlechte Grundversorgung.

„Bereits einige Tage nach der Adoption hat unsere Katze Uschi angefangen, stark zu husten“, berichtet André Marx gegenüber innsalzach24.de. Nach Absprache mit dem Tierheim, sind sie zur Tierärztin der Einrichtung gefahren - ihre Diagnose: Bronchitis. Uschi bekam eine Spritze und alles war gut. Vier Wochen später traten jedoch dieselben Symptome auf. Dieses Mal gingen die beiden zu ihrem Tierarzt - die Diagnose: Stomatitis, eine Entzündung der Mundschleimhaut.

Diese war bereits soweit fortgeschritten, dass der Katze im August 13 Zähne gezogen werden mussten. „Die Katze hat sich gut erholt und hat auch beim Fressen keine Probleme“, so Marx. Laut dem behandelnden Tierarzt sei Uschi sehr wahrscheinlich bereits im Tierheim krank gewesen. Zudem bestehe die Gefahr, dass auch andere Artgenossen diese Entzündungen hätten. Aus Sorge um Gesundheit der Katzen habe man versucht, den Vorstand des Tierheimes zu kontaktieren – ohne Erfolg.

Sorge um Gesundheit der Tiere

Knapp 500 Euro musste das Pärchen für die Behandlungen zahlen. Hinzu kommen die 95 Euro für die Adoption. „Primär geht es uns nicht um eine Beteiligung an den Kosten, sondern wir sorgen uns um die medizinische Versorgung“, erzählt Nathalie Ecker, die Besitzerin mehrerer Katzen war. Es gehe um die Tiere an sich, sonst hätten die Beiden keine Katze adoptiert, sondern sich eine andere gekauft.

Denn im Ausgangscheck bei der Übergabe wurde bei der Katze keinerlei Befund festgestellt - auch unter dem Punkte Zähne. Ebenso die andere Diagnose würden Herrn Marx und Frau Ecker beunruhigen. Bei dieser Untersuchung habe die Tierärztin des Tierheimes laut Frau Ecker nicht die Zähne untersucht. Erst ein hoher Spendenvorwand ließ einen Kontakt zum Vorstand des Tierheimes, Sabine Zallinger, zu. „Die meisten Leute würden eine Kostenübernahme wollen, deshalb hat man kein Vorstandsmitglied erreicht“, berichtet Marx von diesem Telefonat.

Zallinger: "Anliegen werden ernst genommen"

Diesen Umstand erklärt Zallinger wie folgt: „Im konkreten Fall hat die Leitung unserer Katzenstation mit dem Tierhalter gesprochen und sein Anliegen ernsthaft aufgenommen. Sie hat mit mir Rücksprache gehalten und wir haben uns die Vermittlungsunterlagen sowie die Geschichte der Katze nochmals im Detail vorgenommen.“ Im Anschluss sei eine Rückmeldung an den Tierhalter erfolgt. Eine weitere Rücksprache mit dem Vorstand sei daher nicht notwendig gewesen. Zudem wären Tierheim-Mitarbeiter für Spendenanfragen nicht zuständig.

Es sei normal, dass vermittelte Tiere erst nach Vermittlung krank werden. „Tiere sind Lebewesen und keine Dinge. Auch der Umzug in ein neues Zuhause, die Umstellung des Futters, neue Rahmenbedingungen bedeuten Stress für ein Tier und manche reagieren darauf mit einer Abwehrreaktion des Körpers, sprich Krankheit“, so Zallinger. Hinweise auf Krankheiten werden laut dem Vorstand auch ernst genommen und dokumentiert.

Keine Auffälligkeiten beim Check

„Wir machen einen gründlichen Ausgangscheck“, wehrt sich der Vorstand. Dabei seien keine Auffälligkeiten bei den Zähnen festgestellt worden. „Der erste Blick geht bei jedem Tier immer ins Maul. Das bekommen die Tierhalter oftmals gar nicht mit“, erklärt Zallinger. Leichte Rötung am Zahnfleischrand könnten immer auftreten, weil die Tiere ja nicht ihre Zähne putzen. Eine Entzündung wäre aufgefallen.

Bezüglich der Übernahme oder einer Beteiligung von Behandlungskosten würde das Tierheim stets abwägen. Das sei allerdings nur zeitnah möglich: „Bei einer Vermittlung im Januar und einer Behandlung im August - ohne jeglichen Bezug zu einer bei uns festgestellten Vorerkrankung - schließen wir eine Kostenübernahme aus.“

jz

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