Für den Ernstfall: Helfer üben Eisrettung

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Rettung in letzter Sekunde. Beim Training der BRK-Retter wird jedes mögliche Szenario durchgespielt.

Winhöring - Die zugefrorenen Seen im Landkreis verleiten regelrecht zum Schlittschuhlaufen. Für einen möglichen Ernstfall trainierte nun das BRK Altötting.

Die eisigen Temperaturen locken die Menschen in diesen Tagen vermehrt zum Schlittschuh laufen oder spazieren gehen auf die zugefrorenen Seen und Weiher im Landkreis. Trotz der anhaltenden Kälte während der letzten Tage besteht auf diesen immer noch Lebensgefahr, warnt die Altöttinger Wasserwacht: „Die Eisdecke sieht zwar schon stabil aus, sie ist jedoch noch zu dünn, um wirklich tragfähig zu sein“, so Arne Luthe, Technischer Leiter der Wasserwacht Ortsgruppe Altötting/Neuötting. Bei den aktuell niedrigen Wassertemperaturen verliert der Mensch, der ins Eis eingebrochen ist, innerhalb kürzester Zeit das Bewusstsein und läuft Gefahr zu ertrinken.

Die Bauchlage verteilt das Gewicht auf dem zugefrorenen Weiher.

Sollte es dennoch zu einem Unglück kommen will die Ortsgruppe Altötting gut vorbereitet sein. Bei einer Eisrettungsübung am Winhöringer Baggerweiher am vergangenen Samstagnachmittag haben die Altöttinger Wasserwachtler die Eisstärke dort getestet und das Retten von eingebrochenen Personen aus dem Eis ausgiebig geübt. Das Eis am Baggerweiher ist zwischen fünf und zehn Zentimeter dick. Betreten sollte man es aber erst ab einer Stärke von mindestens 15 Zentimetern, erklärt Arne Luthe.

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Deshalb waren die Wasserretter auch zum Ufer hin mit Leinen gesichert und trugen sogenannte „Überlebensanzüge“. Diese wasserdichten Anzüge sind schwimmfähig und halten damit die Retter immer über Wasser. Außerdem verhindern sie, bei den frostigen Wassertemperaturen, das schnelle unterkühlen des Helfers.

Die Helfer übten mehrere Szenarien bei der Rettung von ins Eis eingebrochenen Personen:

In einem ersten Szenario wurde die Rettung ohne Zuhilfenahme von Rettungsgeräten oder anderen Hilfsmitteln geübt.

So musste zum Beispiel ein Helfer der Wasserwacht sich flach auf das Eis legen, um so sein Körpergewicht möglichst gut zu verteilen, dann zu seinem Opfer hin robben und schließlich diesen mit einem Rettungsgriff gekonnt aus dem kalten Nass ziehen.

BRK-Retter gleitet mit Eisrettungsschlitten zum Eingebrochenen.

Das zweite Szenario sah die Rettung mit dem sogenannten „Eisrettungsschlitten“ vor. Der Rettungsschlitten besteht aus zwei schwimmfähigen Kufen aus Kunststoff und einem Gestell an dem sich der Retter einhalten kann. Der Helfer steht bei der Rettung zwischen den Kufen und kann so den Schlitten gefahrenfrei bis hin zu dem Verunglückten schieben. Sollte der Helfer auch einbrechen, kann dieser sich auf den Schlitten stellen und bleibt vom kalten Wasser verschont.

Am Patienten angelangt kann der Retter diesen dann mit einem Gurt auf dem Schlitten fixieren. Die restlichen Wasserretter am Ufer können sodann den Schlitten, der an einer Leine befestigt ist, mit Retter und Patient sicher zurück an Land ziehen.

Da die Temperaturen in den nächsten Tagen noch immer frostig bleiben sollen, werden die Mitglieder der Altöttinger Wasserwacht diese Bedingungen nutzen, um weitere Eisübungen durchzuführen. „Dann sind wir für den Ernstfall gut gerüstet“, so der Technische Leiter. Für das richtige Verhalten an winterlichten Gewässern hat die Wasserwacht „Eisregeln“ auf Ihrer Webseite (www.wasserwacht-altoetting.de) bereitgestellt.

Pressemitteilung Bayerisches Rotes KreuzKreisverband Altötting

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