In Bach bei Winhöring

Besonderer Fund in der Isen - Art der Roten Liste „Kleine Teichmuschel“ entdeckt

Kleine Teichmuschel in der Isen bei Winhöring gefunden
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Gilt als schützenswerte Art: die Kleine Teichmuschel, die die Biologin Sarah Egg in der Isen bei Winhöring gefunden hat.

Winhöring - Einen besonderen Fund hat die Biologin Sarah Egg im Fluss Isen gemacht. Auf der Höhe von Winhöring (Landkreis Altötting) entdeckte sie 52 Individuen der Kleinen Teichmuschel. Als gefährdete Art steht diese Muschel auf der Roten Liste Bayern sowie auf der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschland. Bisher war nicht bekannt, dass es in der Isen bei Winhöring ein solches Vorkommen gibt.

Die Pressemitteilung des Wasserwirtschaftsamts Traunstein im Wortlaut:


Umso größer ist die Freude bei der 31-jährigen Biologin aus Valley, die den Fluss im Auftrag des Traunsteiner Wasserwirtschaftsamtes (WWA) auf ein Vorkommen von Großmuscheln untersucht hatte. Hintergrund ist, dass das WWA einen Umbau der beiden betonierten Abstürze in der Isen im Gemeindegebiet Winhöring plant.

Ziel ist es, Durchgängigkeit herzustellen, und Fischen bessere Lebensbedingungen zu erschließen. Baubeginn soll im November kommenden Jahres sein. Zunächst hatte Sarah Egg den Grund der Isen an beiden Stellen mithilfe eines Sichtkastens abgesucht. Durch den Glasboden des Gerätes ließ sich das Sediment gut sehen. Dort und im Bereich des Ufers liegt die Kleine Teichmuschel gut versteckt, denn sie bevorzugt schlammigen Untergrund und lebt lieber im Verborgenen. Mit den bloßen Händen ertastete die Biologin schließlich 50 lebende Muscheln sowie mehrere Leermuscheln. Ein Fund, über den sich Sarah Egg sehr freut, weist doch die Bundesartenschutzverordnung die Kleine Teichmuschel als besonders geschützt aus. Damit gelte ein „Tötungsverbot“, sagt Sarah Egg. Zu den natürlichen Feinden der Kleinen Teichmuschel gehören aber der Signalkrebs und der Bisam. Überlebt die Muschel, kann sie bis zu 15 Jahre alt und etwa 20 Zentimeter lang werden.


Vor dem Signalkrebs und dem Bisam kann die Biologin ihren Fund nicht schützen. Dass die Muscheln aber bei dem Umbau der beiden Abstürze keinen Schaden nehmen, dafür hat sie im Auftrag des Traunsteiner Wasserwirtschaftsamtes gesorgt: Sie hat die Kleinen Teichmuscheln eingesammelt und in einem wasserdurchlässigen Netz an anderer Stelle in der Isen freigelassen. „Die Muscheln merken sehr wohl, dass sie nicht mehr in derselben Umgebung sind“, sagt Sarah Egg.

Freut sich über den Muschelfund: Sarah Egg, Biologin aus Valley.

Und erklärt, dass jedes der Individuen mit einem kleinen Fuß in der Schale ausgestattet ist, der es ihnen ermöglicht, sich selbstständig fortzubewegen. Sollte also den Kleinen Teichmuscheln der neue Lebensraum nicht behagen, könnten sie sich selbst auf die Suche nach einer attraktiveren Bleibe machen. Damit aber der ursprüngliche Fundort nicht in Vergessenheit gerät, hat die Biologin ihren Fund zudem genau kartiert und an die Koordinationsstelle für Muschelschutz in Freising gemeldet. Dort wird er in die Datenbank der Artenschutzkartierung (ASK) aufgenommen.

Die Pressemitteilung des Wasserwirtschaftsamts Traunstein im Wortlaut:

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