Modernisierungsprojekt von Verbund

So könnte das neue Kraftwerk aussehen

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So könnte das neue Kraftwerk in Töging aussehen
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Töging - Im Stadtrat hat das Unternehmen Verbund die aktuellen Planungen zur Modernisierung des Kraftwerks vorgestellt. Das sind die nächsten Schritte:

Bei der großen Modernisierung des Töginger Wasserkraftwerks ist offenbar auch die Optik des neuen Kraftwerks ein wichtiges Kriterium. Das alte Gebäude, das denkmalgeschützte Wasserschloss, soll nicht neben einem x-beliebigen Neubau stehen. Das verlangt schon alleine der Denkmalschutz und ist auch dem österreichischen Energieunternehmen Verbund ein Anliegen. Wie Bernhard Gerauer, Projektleiter bei Verbund, am Donnerstagabend im Töginger Stadtrat erklärte, habe man gleich mehrere Büros angefragt. Den Zuschlag für die Planungen des neuen Kraftwerks bekam schließlich "Format Elf Architekten" aus Töging.

Bürgermeister lobt "optisch gelungenes Bauwerk"

Die wichtigsten Ergebnisse der Stadtratssitzung finden Sie hier!

Gerauer präsentierte einen Entwurf des neuen Gebäudes, dass "sanft terrassiert" sei - und sich damit möglichst unauffällig in die Landschaft einfügt. "Wir wollten nicht einfach irgendwie eine Kiste in den Raum stellen", sagte Gerauer. Das Gebäude solle sich mit dem Gesamtensemble vertragen. Gerauer lobt, dass der Entwurf der Töginger Architekten mit seiner Terrassierung "metaphorisch" an topografische Schichten erinnere. Aus dem Stadtrat gab es Lob für den Entwurf. Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst nannte das Gebäude ein "von außen optisch sehr gelungenes Bauwerk".

Verbund will "nichts unter Wasser setzen"

Bürgerinformation

Am Dienstag, 24. Februar, veranstaltet Verbund in der "Kantine" eine Bürgerinformation. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr. Am 3. März kommt Verbund nach Waldkraiburg.

Gerauer lieferte in seiner - angesichts der langen Tagesordnung des Stadtrats - kurzen Präsentation auch einige Informationen zum Planungsstand. Aktuell laufen Gutachten zum Schall, zur Luftbelastung und zum Verkehr während der Bauphase. Zudem wird ein Grundwassermodell erstellt. Mancherorts gehe das Grundwasser in den Inn über, andernorts werde das Grundwasser vom Inn gespeist, erklärte der Projektleiter. Welche Auswirkungen mögliche Veränderungen des Grundwassersspiegels tatsächlich haben, muss ein Bodengutachter prüfen. Sollte es Auswirkungen geben, gäbe es Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken, so Gerauer. "Wir wollen nichts unter Wasser setzen."

Bei der geplanten Modernisierung konnte Gerauer noch nicht allzu sehr ins Detail gehen. Zu vieles hängt aktuell noch von den Ergebnissen der Gutachten ab. "Da bitte ich um Verständnis, wenn noch nicht alles stimmig ist."

Das ist der Zeitplan:

"Wir werden Mitte des Jahres die Unterlagen beim Landratsamt zur Genehmigung einreichen", kündigte Gerauer ein. Verbund rechnet damit, dass das Genehmigungsfahren ein Jahr dauert. Danach gebe es ein paar Monate einen "internen Prozess", so Gerauer. Eine Fertigstellung peilt Verbund derzeit deshalb im Jahr 2020 an.

Was wird aus dem alten Wasserschloss?

Das alte Kraftwerksgebäude wird vom Wasserdruck befreit, kann so langfristig erhalten werden. Verbund will sich Zeit nehmen, um ein Konzept für die Nachnutzung auszuarbeiten. Man verpflichte sich zum Erhalt, stellte Gerauer klar. Wichtig sei einen "nachhaltige Nutzung". "Ein relativ unattraktives Museum wäre für uns keine Lösung."

Durchfahrt für Wasserrettung weiter möglich?

Stadtrat Daniel Blaschke (CSU) erkundigte sich, ob die Wasserrettung nach der Modernisierung den Innkanal noch befahren kann. Immerhin soll das neue Wehr das Wasser höher stauen. "Es wird schon Brücken geben, wo man sich dann schwer tut mit der Durchfahrt", räumte Gerauer ein, versprach aber zugleich, dass die Planer an einer Lösung arbeiteten.

SPD-Stadtrat Günter Zellner (SPD) fragte, inwieweit sich die Bürger in die Planungen einbringen könnten. Gerauer erklärte, dass nur wenige Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung bestünden, weil der Denkmalschutz bereits viele Vorgaben mache, selbst beim Kraftwerksneubau.

Am Dienstag, 24. Februar, können sich die Bürger selbst bei Verbund informieren. Um 18 Uhr startet in der "Kantine" eine Info-Veranstaltung mit Vertretern des Unternehmens.

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