Ökologische Verbesserungen nötig

Wissenschaftliche Untersuchungen in Töging: Wassermenge von Inn wird reduziert

Ab dem 22. Februar wird die Wassermenge der Inn-Ausleitungsstrecke Jettenbach-Töging reduziert. Grund dafür sind wissenschaftliche Untersuchungen für die Genehmigung zur Erneuerung des Kraftwerks.

Die Pressemeldung der VERBUND Innkraftwerke GmbH im Wortlaut:


Töging a. Inn -  Bestandteil der Genehmigung zur Erneuerung des Kraftwerks Jettenbach-Töging sind ökologische Verbesserungen im Bereich der Inn-Ausleitungsstrecke Jettenbach-Töging. Das Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung der Universität Stuttgart führt daher im Auftrag der VERBUND Innkraftwerke GmbH und in enger Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim seit 2019 eine Studie zur gewässermorphologischen Situation durch. Vom 22. Februar bis voraussichtlich 13. März wird dazu der Mindestwasserabfluss in der Ausleitungsstrecke reduziert.

Im Rahmen dieser Studie soll unter anderem überprüft werden inwieweit durch das Ausbilden von Kleinstrukturen oder durch ein gewässerökologisch orientiertes Geschiebemanagement eine Verbesserung der Substratqualität und damit auch der Habitateignung für kieslaichende Fischarten erreicht werden kann. Dadurch soll final ein guter ökologischer Zustand, entsprechend der EU-WRRL, hergestellt werden.


Im Zuge der Studie werden umfassende Felduntersuchungen, eine hydrodynamische sowie hydromorphologische Modellierung, sowie eine Habitateignungsmodellierung durchgeführt, um eine Analyse und Bewertung des Ist-Zustandes und der geplanten Verbesserungsmaßnahmen durchzuführen.

Im Fokus der nun geplanten Felduntersuchungen sollen erneut bestehende Kiesbänke in der Ausleitungsstrecke hinsichtlich der Sedimenteigenschaften und möglichen Verfestigungen (Kolmationen) detailliert untersucht werden. Dabei werden auch die bereits durchgeführte Kies- und Sedimentzugabe sowie weitere Baggerungen zur Auflockerung der Kiesbänke untersucht.

Zur Durchführung dieser Felduntersuchungen wird vom 22. Februar bis voraussichtlich 13. März der Mindestwasserabfluss reduziert, um eine bessere Zugänglichkeit zum Gewässer zu gewährleisten und, um Untersuchungen in den Laichzonen zu ermöglichen. Die erforderlichen Genehmigungen dafür liegen vor.

Während den Untersuchungen sollen später auch mögliche Auswirkungen durch ein kleines, ungefährliches Winterhochwasser untersucht werden, welches für etwa einen Tag simuliert werden soll. Dabei wird der Abfluss langsam auf 130 m³/s erhöht werden, ein sprunghafter Anstieg des Wasserspiegels ist jedoch nicht zu befürchten.

Mit der Umsetzung des Projektes Erneuerung Kraftwerk Jettenbach-Töging sind ökologische Verbesserungen im Bereich des Inns verbunden. Der natürliche Innabschnitt zwischen Jettenbach und Töging, die sogenannte Inn-Ausleitungsstrecke, soll künftig von einem wissenschaftlich fundierten Laichplatz- und Sedimentmanagement profitieren. Um die dafür erforderliche, wissenschaftliche Basis zu schaffen, sind entsprechende Untersuchungen nötig, die von der Universität Stuttgart in Kooperation mit der Hochschule Karlsruhe durchgeführt werden.

Pressemeldung der VERBUND Innkraftwerke GmbH

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa

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