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Nächste gute Nachricht für den Standort

„Historischer Tag“: So lauten die Pläne für das denkmalgeschützte Krafthaus in Töging

Freuen sich über neues Leben im alten Krafthaus (von links) Altöttings Landrat Erwin Schneider, Projektleiter Bernhard Gerauer, Verbund-Geschäftsührer Bayern Michael Amerer und Tögings Bürgermeister Tobias Windhorst.
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Freuen sich über neues Leben im alten Krafthaus (von links) Altöttings Landrat Erwin Schneider, Projektleiter Bernhard Gerauer, Verbund-Geschäftsführer Bayern Michael Amerer und Tögings Bürgermeister Tobias Windhorst.

Der Neubau des Wasserkraftwerks in Töging ist noch nicht ganz abgeschlossen, da haben die Verbund Innkraftwerke schon die nächste gute Nachricht für den Standort.

Töging - „Bis Ende 2026 werden wir in Töging ein Kompetenzzentrum der Verbund-Wasserkraft in Bayern schaffen“, so Michael Amerer, Geschäftsführer Verbund in Bayern. „Wir wollen das historische Kraftwerksgebäude lebendig erhalten und für unsere Mitarbeiter eine moderne, neue Arbeitswelt schaffen.“

Turbinen raus – Arbeitsplätze rein

Unter dem Motto „Turbinen raus, Arbeitsplätze rein“ sollen ins Krafthaus eine Hauptverwaltung mit Büros, Lehrwerkstätten, Sozial- und Lagerräume einziehen. Die Verbund-Mitarbeiter sollen in Arbeitsgruppen eingeladen werden, und selbst Ideen zur Ausgestaltung ihrer neuen Arbeitswelt in Töging einbringen.

Auch ein paar alte Turbinen sollen erhalten bleiben – zum Teil sogar öffentlich zugänglich gemacht werden. „Ausgestorbene“ Geschichte der Wasserkraft in Töging neben belebten Arbeitsflächen. „Der Denkmalschutz wird uns ganz massiv fordern“, so Amerer. „Aber wir wollen ihn mit Nutzbarkeit in Einklang bringen.“

Zusammen mit dem Kraftwerksneubau sei das neue Kompetenzzentrum Wasserkraft ein starkes Bekenntnis und eine Investition in die Region, es halte und schaffe Arbeitsplätze. Der Verwaltungsstandort in Simbach wurde verkauft, die Stellen würden künftig in der Hauptverwaltung Töging angesiedelt, das Know-how von 100 bis 120 Mitarbeitern hier gebündelt.

Altöttings Landrat Erwin Schneider zeigte sich erfreut über dieses neuerliche Bekenntnis zum Standort Töging. Der Landkreis habe schon seit Jahren auf Wasserkraft gesetzt. Angesichts der aktuellen Energiediskussion, nehme das neue, leistungsstärkere Kraftwerk seinen Betrieb „just in time“ auf. „Um diese Menge Strom zu erzeugen, bräuchte es viele Windradl und Photovoltaik“, so Schneider. Der Verbund habe mit Töging die richtige Wahl getroffen: „Es ist eine Supersache, die schönste Verwertung des Krafthauses und eine interessante Herausforderung, aus dem Denkmal eine lebendige Hauptverwaltung zu machen.“

Dass das Kompetenzzentrum Wasserkraft für ganz Bayern künftig in Töging stehe, sei ein „Megaprojekt und ein historischer Tag für die Stadt“, so Tögings Bürgermeister Tobias Windhorst. Er freue sich auf die Belebung des Industrieparks und die künftige Optik, auf „das alte Kraftwerk in neuem Glanz“. Und es passe in die Zeit. Schließlich stelle auch das Bayerische Kabinett den Denkmalschutz nicht mehr über alles, wenn es um die Nutzung erneuerbarer Ebergeien gehe.

Derzeit laufe die Ausschreibung und man erwarte sich funktionale Lösungen, die „auch architektonisch etwas hergeben“, so Amerer. Man wolle nachhaltige Energien nutzen, wie Photovoltaik und Erdwärme. Der Baubeschluss solle bis Ende 2023 erfolgen, die neue Hauptverwaltung im alten Krafthaus im dritten Quartal 2026 „besiedelt“ werden. Projektleiter, werde wie schon beim Bau des neuen Kraftwerks, Bernhard Gerauer sein.

Zweistelliger Millionenbetrag

Geplant werde mit einem noch nicht genauer bezifferten zweistelligen Millionenbetrag. „Der momentan sehr unsichere Markt, lässt nur eine grobe Planung zu“, so Amerer.

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Finanzielle Puffer nach oben seien für die künftige Baustelle eingeplant. Auch beim Kraftwerksneubau habe es schon eine „Task Force“ für Baumaterialien wie Stahl gegeben. Amerer: „Die laufende Baustelle ist gerade noch rechtzeitig fertig geworden.“ Er verkündete auch den Eröffnungstermin des Neubaus: Am 30. September soll das neue Kraftwerk eingeweiht werden.

Seit 100 Jahren wird in Töging Strom aus Wasserkraft gewonnen

Im Jahr 1919 wurde mit dem Bau des Ausleitungskraftwerks durch die Innwerk, Bayerische Aluminium AG, begonnen. Bis 1924 wurden die Wehranlage bei Jettenbach-Aschau, der fast 23 Kilometer lange Innkanal sowie das Kraftwerk in Töging errichtet. Eine technische Pionierleistung, die bis ins Jahr 2021 zuverlässig Strom aus erneuerbarer Wasserkraft lieferte.

Bis Mitte der 1990er Jahre diente das Kraftwerk auch der Gleichstromerzeugung für die Elektrolyse in der benachbarten Aluminiumproduktion. Nach deren Einstellung wurde ausschließlich Wechselstrom erzeugt und in das öffentliche Netz eingespeist.

Der Auftakt für die Erneuerung und Erweiterung des Kraftwerks Jettenbach-Töging wurde 2019 gefeiert. Das neue Kraftwerk in Töging wird über eine installierte Leistung von 118 Megawatt verteilt auf drei Maschinensätze mit Kaplan-Turbinen verfügen. Jährlich sollen in Töging rund 700 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Genug zur Deckung des Stromjahresverbrauchs von rund 200.000 Haushalten.

Im September 2021 wurde die Stromerzeugung im Bestandskraftwerk eingestellt, um das neu errichtet Krafthaus an den Innkanal anschließen und mit den Inbetriebnahmearbeiten beginnen zu können.

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