Betrügerische Masche bei Töginger Stromkunden

Nepper, Schlepper, Bauernfänger: Das können Sie dagegen tun

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Töging/München/Bonn – Gerade jetzt im Herbst sollen vermehrt falsche Mitarbeiter unterwegs sein, so die strotög GmbH auf ihrer Homepage. Denen geht es um sensible Daten der Stromkunden: ein Problem, das offenbar noch nicht so richtig bekannt ist. innsalzach24.de hat nachgefragt.

Nepper, Schlepper, Bauernfänger: 1964 hatte Eduard Zimmermann die Sendung „Vorsicht Falle!“ ins Leben gerufen. 37 Jahre lang wurden die Zuschauer regelmäßig über die neuesten bekannt gewordenen Methoden von Trickbetrügern informiert und darüber aufgeklärt. Ob die Masche der falschen Mitarbeiter von Energieversorgern an Haustür oder Telefon dabei war, stand zu Redaktionsschluss nicht fest. Diese Masche ist offenbar neu, denn weder Bundesnetzagentur noch Verbraucherschutz ist sie laut Aussagen in dieser Form bekannt, wenngleich das Prinzip dahinter immer dasselbe zu sein scheint: Es geht um sensible Kundendaten wie Zählernummer und Zählerstand.

Tipp der Bundesnetzagentur

Die Bundesnetzagentur in Bonn schreibt auf Nachfrage von innsalzach24.de, dass sie tätig wird, wenn die Voraussetzungen eines unerlaubten Werbeanrufes vorliegen. „Verbraucherinnen und Verbraucher ohne deren ausdrückliche vorherige Einwilligung zu Werbezwecken anzurufen, ist gesetzlich verboten.“ Fehlt diese Einwilligung, handle es sich um einen unerlaubten Werbeanruf, „einen sogenannten Cold Call.“ „Ferner dürfen Anrufende bei Werbung mit einem Telefonanruf ihre Rufnummer nicht unterdrücken. Beschwerden hierüber nimmt sich die Bundesnetzagentur an.“ 

Tipps der Verbraucherzentrale Bayern

Auch bei der Verbraucherzentrale Bayern kennt man dieses „Vorsicht Falle!“-Thema mit falschen Mitarbeitern von Energieversorgern in dieser Form offenbar noch nicht. „Beschwerden dieser Art liegen uns derzeit noch nicht vor.“ Das Prinzip dahinter ist natürlich bekannt: Es geht um sensible Daten. Hier sind die Tipps der Verbraucherzentrale Bayern:

  • „Grundsätzlich sollten Verbraucher bei Anrufen von Unternehmen immer vorsichtig sein. Persönliche Daten sollten am Telefon nicht preis gegeben werden.“
  • „Wenn Verbraucher einen solchen Anruf erhalten, sollten sie immer die angezeigte Rufnummer sowie den Anrufzeitpunkt notieren. Mit diesen Informationen kann der Anruf der Bundesnetzagentur und ggf. auch der Polizei gemeldet werden, sollte ein betrügerisches Vorgehen vermutet werden.“ 
  • „Verbraucher haben auch immer die Möglichkeit, bei dem eigenen Energieversorger nachzufragen, ob der Anruf tatsächlich von diesem Unternehmen kam sowie den Anbieter vorsorglich zu informieren, dass man seinen bestehenden Vertrag nicht kündigen möchte.“
  • „Sollten die Daten dennoch ungewollt für eine Kündigung des Altvertrages und den Abschluss eines Neuvertrages bei einem anderen Anbieter missbraucht werden, sollte man schnellstmöglich den neuen Vertrag widerrufen und den Altanbieter informieren, dass der alte Vertrag bestehen bleiben soll.“

"Vorsicht Falle!"

Wären die Vorfälle aus Töging ein Fall für „Vorsicht Falle!“? Sicher. Für einen kleinen Energieversorger sind zwischen fünf und zehn Fälle pro Jahr bei steigender Tendenz schlichtweg zu auffällig, muss man doch selbst dort, wo der Kunde noch persönlich in der Zentrale vorstellig werden kann, mit einer höheren Dunkelziffer rechnen

Vielleicht ist genau dieser regionale Bezug ein Teil der Masche der Trickbetrüger. Vielleicht ist es so, dass man genau damit leichter an die sensiblen Daten kommt „weil mit der strotög waren wir immer zufrieden“, so quasi. Dort rät man jedenfalls, gerade auf ältere Familienangehörige mit eigenem Vertrag zu achten. Die sind offenbar anfälliger für derartige Haustür- oder Telefongeschäfte.

Haben Sie Erfahrungen mit falschen Mitarbeitern von Energieversorgern gemacht, schreiben sie an Raphael Weiß.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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