Halbe Mannschaft bei Sitzung anwesend

Töginger Stadtrat unterstützt Teleskoparm-Wunsch der Feuerwehr

Töging - Von der Sinnhaftigkeit einer neuen Teleskoparm-Hebebühne ließ sich in der vergangenen Woche der Töginger Stadtrat überzeugen. Diese soll nach dem Wunsch der Töginger Feuerwehr künftig den in die Jahre gekommenen „Hubsteiger“ der Firma Humag aus dem Jahr 1995 ersetzten.

Die halbe Feuerwehrmannschaft war, um dem Wunsch Ausdruck zu verleihen, mit auf der Stadtratssitzung vom vergangenen Mittwoch dabei. Einziges Problem ist, dass nach den aktuellen Förderrichtlinien zunächst eine „Drehleiter“ angeschafft werden müsste, bevor auch ein „Teleskoparm“ förderfähig ist. Das bedeutet, dass die Kosten, die auf die Stadt zukämen, in jedem Fall höher wären, auch wenn der Verkaufspreis eines Teleskoparms sogar um etwa 50.000 Euro günstiger ist, als eine rund 700.000 Euro teure Drehleiter.

Einsätze sogar in Neumarkt-St. Veit

Trotzdem legte Kommandant Thomas Weggartner im Stadtrat die Vorteile eines „TM-32“ ausführlich dar: er sei flexibler, gut für Rettung aus tieferliegendem Terrain und abgesehen davon sei man, nach inzwischen fast 25 Jahren, auf diese Art von Feuerwehr-Fahrzeug und Einsätzen spezialisiert: „Erst neulich wurden wir wieder zu einem Einsatz bis nach Neumarkt-St. Veit gerufen“, erklärte Weggartner. 

Allerdings musste der Kommandant dann auch kritische Nachfragen des Töginger Stadtrats beantworten. So wollte beispielsweise die fraktionslose Stadträtin Brigitte Gruber wissen, ob denn nicht der Kraftwerksbetreiber Verbund auch etwas zu dem Fahrzeug beisteuern würde. Schließlich hatten Gespräche des Kraftwerkbauers mit Wasserrettung und Feuerwehren einen möglichen Bedarf ergeben: „Den direkten Einzugsbereich des neuen Kraftwerksgebäudes kann man mit nichts besser erreichen als mit so einem Fahrzeug“, erklärte Weggartner. Doch Bürgermeister Tobias Windhorst machte auch unmissverständlich klar: „Ich kann und will auch nicht für eine kleine Abschlagszahlung von vielleicht 100.000 Euro dann hier die Gesamtverantwortung für eine 250 Millionen Euro-Investition für die nächsten 25 Jahre übernehmen!“. Denn fest steht für den Juristen, dass sich an den Förderrichtlinien des Freistaats dahingehend nichts ändern werde.

Die Vor- und Nachteile eines Teleskoparms

Das wollte auch die SPD-Stadträtin Birgit Noske wissen: „Was sagt denn eigentlich der Kreisbrandrat dazu?“ lautete ihre Frage an den Töginger Kommandanten. Da aber auf der Sitzung am vergangenen Mittwoch keine Stellungnahme des neuen Kreisbrandrats Franz-Xaver Haringer bekannt war, fragte innsalzach24.de nach: der erst am 01. März in sein Amt eingeführte Haringer begründete die aktuellen Förderrichtlinien des Freistaats folgendermaßen: „Moderne Drehleitern haben die Möglichkeit vorne abzuklappen, wodurch sie auch flexibler werden“. Die großen Vorteile, die ein Teleskoparm früher hatte, gebe es heute nicht mehr. Aus seiner Sicht gibt es einen gravierenden Nachteil: mit dem Teleskoparm braucht der Löschtrupp deutlich länger, um zum Brandherd vorzudringen. „Nicht zuletzt deswegen haben auch die Feuerwehren aus Burgkirchen, Burghausen und Garching zuletzt neue Drehleitern genehmigt bekommen“, so Haringer.

Ein Drehleiter kostet die Stadt Töging, abzüglich der Förderungen des Freistaats, rund 500.000 Euro. Bei einem „TM-32“ müsste man aber mit einem Abnahmepreis von 650.000 Euro rechnen, was Bürgermeister Windhorst angesichts der vom Stadtrat selbst auferlegten Ausgabenbremse in Dilemma stürzt. Trotzdem stimmten die Töginger Räte einstimmig für den Versuch, einen Teleskoparm als Ersatz für den 24 Jahre alten „Hubsteiger“ zu beschaffen.

pbj

Rubriklistenbild: © Feuerwehr Altötting

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