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Preiswerte, aber keine billige Lösung

Töginger Naturkindergarten: Dach über dem Kopf, Tipi im Wald - und das zum Kita-Schnäppchenpreis

Der Blick vom Schutzraum in den Obstgarten zeigt die Möglichkeiten für die Kinder im Winter: es darf ausgiebig gerodelt und Schlitten gefahren werden.
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Der Blick vom Schutzraum in den Obstgarten zeigt die Möglichkeiten für die Kinder im Winter: Es darf ausgiebig gerodelt und Schlitten gefahren werden.

Seit September 2022 hat Töging einen Naturkindergarten. Jetzt haben die Kinder auch ein Dach über dem Kopf.

Töging - Seit September 2022 gibt es den Töginger Naturkindergarten. Jetzt wurde der sogenannte „Schutzraum“
feierlich eingeweiht. Das seit diesem Kindergartenjahr existierende Angebot, das die Nachbarstadt zusammen mit dem BRK-Kreisverband Altötting betreibt, ist bereits zur Hälfte ausgelastet: Elf der 22 Kita-Plätze haben begeisterte Nutzer gefunden, zwei weitere Kinder sollen im Frühjahr eingewöhnt werden. „Ein großer Erfolg in dieser kurzen Zeit“, betonte Altöttings BRK-Kreisvorsitzender Herbert Hofauer.

„Hier gibt es kein Spielzeug, sondern Zeug zum Spielen“

Tögings Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst dankte allen Beteiligten, darunter Einrichtungsleiterin Elisabeth Walz, bevor der katholische Pfarrer Dr. Martin Fohl aus Pleiskirchen zusammen mit der evangelischen Prädikantin Heidi Harrer aus Töging den feierlichen Segen erteilte. Neben den Kindern und ihren Eltern waren bei der Feier am Samstag in Engfurt auch zahlreiche Vertreter der Töginger Stadtrats gekommen.

In seiner Rede betonte der BRK-Kreisvorsitzende Herbert Hofauer auch die Tatsache, dass das neue Angebot in Töging auch Kindern mit erhöhtem Betreuungsbedarf die Teilhabe ermöglicht. „Hier gibt es kein Spielzeug, sondern Zeug zum Spielen. Das fördert die Kreativität und Fantasie sowie die Verantwortung für die Natur“, erklärte der Träger des Bundesverdienstkreuzes das pädagogische Konzept.

Elisabeth Walz und Pfarrer Dr. Martin Fohl erteilen mit tatkräftiger Unterstützung der Kinder den Segen.

Pfarrer Dr. Martin Fohl von Pleiskirchen, zu dessen Gemeindegebiet der Weiler Engfurt gehört, wies auf die Entstehung von Waldkindergärten im Dänemark der 1950er-Jahre hin: „In Kombination mit der Montessori-Bildung durch Elisabeth Walz lernen die Kinder hier Wald, Natur, Pflanzen und Tiere kennen anstatt blinkendem Plastikspielzeug“. Hausherrin Mariele Vogl-Reichenspurner freute sich, dass mit dem Naturkindergarten endlich eine würdige Nutzung für das als Herrenhaus bezeichnete Anwesen gefunden sei.

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Einrichtungsleiterin Elisabeth Walz nutzte den Anlass und gab den Anwesenden einen Einblick in die tägliche Arbeit mit den Kindern: „Wir konnten rechtzeitig zur Apfelernte im sonnigen Herbst starten und so gleich Saft, Mus und Kuchen machen“, erläuterte die Pädagogin. Los geht es täglich im Morgenkreis, bis alle Kinder da sind. Dann geht’s einige hundert Meter in den Wald hinter der Klause Engfurt, wo sich das eigentliche Eldorado für die Kinder befindet. Dort basteln sie aus alten Baumstämmen Busse oder Schiffe, filzen gemeinsam oder singen Lieder. „Da lernen sie ganz selbständig, sich gegenseitig zu helfen.“

Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst wies auf die gelösten Probleme, wie den Brandschutz, hin und dankte allen Beteiligten, die in nur wenigen Monaten den Naturkinderkarten Wirklichkeit werden ließen.

„Besonders für die neuen sind die Hänge im Wald erst mal eine Herausforderung“, so Elisabeth Walz weiter. Mittags geht es dann zurück in den Schutzraum im Herrenhaus, wo das Mittagessen angeliefert wird. Dort haben die Kinder dann auch die Möglichkeit, sich mit normalen Spielsachen zu beschäftigen. Danach geht es aber auf jeden Fall noch einmal raus in den Obstgarten, von wo die Eltern die Kinder am Nachmittag abholen.

Eine „ökologische, nachhaltige und sinnvolle Lösung“

Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst erinnerte sich an die Entwicklung der Idee eines Naturkindergartens: Im September 2021 habe man händeringend nach Alternativen gesucht, nachdem die Kita Regenbogen mit ihren rund 100 Plätzen wegen Baufälligkeit überraschend geschlossen werden musste. „Auch wenn schnell klar war, dass das hier keine Alternative für alle ist, haben wir glücklicherweise an der Idee festgehalten“, so das Töginger Stadtoberhaupt. In seinen Augen sei die Umnutzung des denkmalgeschützten Anwesens eine „ökologische, nachhaltige und sinnvolle Lösung“, die obendrein nicht annähernd so teuer sei wie beispielsweise der Bau der neuen Kindertagesstätte in der Kirchstraße: „Da zahlen wir für 80 Plätze etwa vier Millionen Euro“, so Tögings Bürgermeister.

Schutzraum war einfach zu realisieren

Für den Schutzraum im Engfurter Herrenhaus hätte lediglich ein zweiter Fluchtweg geschaffen werden müssen, was über eine Außentreppe realisiert wurde. Die Baugenehmigung für das Tipi-Zelt im Wald ist inzwischen ebenfalls erteilt. Es wird den Kindern bei den Waldspaziergängen Schutz vor Wind und Wetter bieten, kostet aber lediglich rund 40.000 Euro.

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