Experten vom Wasserkraftwerk Töging erklären:

Töging: So wird aus Wasserkraft Strom

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Betriebsmeister Robert Eder im Krafthaus des Kraftwerks. Dort erzeugen Generatoren mittels Wasserkraft Strom.
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Töging - 340 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, 30 Meter Fallhöhe: So wandelt das Wasserkraftwerk in Töging die Energie der Wassermassen in Strom um.

Seit den zwanziger Jahren wird in Töging die Energie der Wassermassen in Strom umgewandelt. 2009 hat das österreichische Unternehmen Verbund das Kraftwerk erworben und will es nun umfangreich modernisieren. Rund 35.000 Haushalte sollen nach der Modernisierung zusätzlich mit Strom versorgt werden. Doch wie wird eigentlich aus Wasserkraft Strom? In unserem Video erklären Mitarbeiter von Verbund, wie das Töginger Kraftwerk funktioniert:

24 Kubikmeter pro Sekunde in jedem Druckrohr

Werkgruppenleiter Klaus Schöler vor dem Wasserschloss.

Über den Oberwasserkanal, der in Jettenbach aus dem Inn ausgeleitet wird, fließen die Wassermassen über eine Strecke von 20 Kilometern zum Wasserschloss. "Das entscheidende bei der Wasserkraftnutzung ist zum einen, dass man möglichst viel Durchflussmenge hat, und zum anderen, dass man diese große Fallhöhe, die hier in Töging vorhanden ist, ausnutzt", erklärt Werkgruppenleiter Klaus Schöler. Gut 30 Meter stürzen die Fluten beim Wasserschloss in die Tiefe, verteilt auf 14 sogenannte Druckrohre. Bei maximaler Wasserführung im Sommer passieren 340 Kubikmeter Wasser pro Sekunde das Wasserschloss. "Durch die einzelnen Druckrohre fließen zirka 24 Kubikmeter pro Sekunde ab", rechnet Schöler vor.

110.000 Volt-Kabel verteilen den Strom im Freistaat

Betriebsmeister Robert Eder im Krafthaus des Kraftwerks

Die Druckrohre münden in das Krafthaus, dort wird die Wasserkraft in Strom umgewandelt. Betriebsleiter Robert Eder erklärt: "Das Wasser kommt über die Druckrohre zu unseren Turbinen. Zwischen Turbinen und Generator ist der Regler, der den Zufluss zu den Laufrädern regelt. Das Laufrad ist dann mit einer Generatorwelle mit dem Generator verbunden." Und eben jener Generator erzeugt, einmal angetrieben von der Energie des Wassers, Strom.

Werkgruppenleiter Klaus Schöler in einem der Generatorräume des Kraftwerks.

Der vom Generator erzeugte Strom fließt über Kabel, die sogenannte Generatorausleitung, ab. "Der Strom, der entsteht, wird dort ausgeleitet und geht über 10 kV-Kabel zum Umspannwerk", erklärt Klaus Schöler. Im Umspannwerk erhöht sich die Spannung dann noch einmal deutlich: Aus 10.000 Volt werden 110.000 Volt. "Die 10 kV-Kabel der Generatoren kommen im Umspannwerk am Transformator an und werden dann von 10.000 Volt auf 110.000 Volt hochgesetzt und dann über das 110 kV-Netz in ganz Bayern an die entsprechenden Verbraucher verteilt."

Strom für 160.000 Haushalte

Fakten zum Kraftwerk:

Das Verbund Innkraftwerk Töging wurde 1924 fertiggestellt und ist mit 14 Turbinen mit einem Durchmesser von 2,37 Metern ausgestattet. Das Kraftwerk hat eine Leistung von 85 Megawatt und verrichtet eine Jahresarbeit von 557 Gigawattstunden.

Rund 160.000 Haushalte kann das Töginger Kraftwerk versorgen. Im Sommer, wenn der Energieverbrauch nicht ganz so hoch ist, reicht Schöler zufolge eine einzige Maschine im Krafthaus aus, um ganz Töging mit Strom zu versorgen. Nach der geplanten Modernisierung soll das Kraftwerk sogar noch 35.000 Haushalte zusätzlich mit Strom versorgen können. Verbund muss dabei die rechtlichen, technischen und ökologischen Rahmenbedingungen sowie Aspekte des Denkmalschutzes berücksichtigen. Wie bereits berichtet, plant das Unternehmen, alle erforderlichen Unterlagen 2015 bei der zuständigen Genehmigungsbehörde einzureichen.

Die Wassermassen, ohne die alle Technik wertlos wäre, fließen übrigens zurück in den Inn. Der 2,8 Kilometer lange Unterwasserkanal führt das Wasser vom Kraftwerk aus wieder zurück in den Fluss.

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