Bayerisches Staatsministerium verkündet Neuerungen

"Absoluter Schock" - Aus für Landwirtschaftsschule in Töging

Veit Hartsperger vom Bayerischen Bauernverband ist von der Bekanntgabe der Bayerischen Agraministerin Michaela Kaniber, die Landwirtschaftschule in Töging zu schließen, sehr schockiert.
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Veit Hartsperger vom Bayerischen Bauernverband ist von der Bekanntgabe der Bayerischen Agraministerin Michaela Kaniber, die Landwirtschaftschule in Töging zu schließen, sehr schockiert.

Töging – Am Dienstag, 7. Juli, verkündete das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten das Aus für sieben Schulstandorte in Bayern, darunter befindet sich auch Töging.

Mit einer Reform soll Bayerns Landwirtschaftsverwaltung „effizienter und moderner“ werden, heißt es in der Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF). Neben der Zusammenführung einiger Ämter werden die 27 Standorte für Landwirtschaftsschulen, Abteilung Landwirtschaft auf 20 reduziert. Betroffen ist dabei auch die Schule in Töging.


Hintergrund hierfür sei eine Anpassung an die Schülerzahlen, diese liegen bei 14,7 Schüler pro Jahr und Klasse für den klassischen Zweig. „Die Landwirtschaftsschulen, Abteilung Hauswirtschaft bleiben unverändert an den bisherigen Standorten bestehen, genauso wie die Technikerschulen und Höhere Landbauschulen (HLS). Auch das Bildungsprogramm Landwirt (BiLa) wird weiterhin flächendeckend an den Ämtern angeboten“, heißt es weiter in der Mitteillung.

Ausbildung in ländlicher Region gefährdet

„Für mich ist das ein absoluter Schock. Ich bin sehr enttäuscht über diese Entscheidung. Aber es geht nicht um mich persönlich, sondern um die Ausbildung in der ländlichen Region. Mit dieser Neuausrichtung geht ein wichtiger Teil verloren“, zeigt sich Josef Kobler, Leitender Landwirtschaftsdirektor im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Töging, sehr enttäuscht gegenüber innsalzach24.de.


Für Veit Hartsperger, Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes Standort Töging, ist die Umstrukturierung nicht nachvollziehbar. „Wir sind total überrascht, besser gesagt eher schockiert“, so Hartsperger gegenüber innsalzach24.de. In der Region sei man von einer langfristigen Zukunftssicherung für diesen Standort ausgegangen. Besonders die Entscheidungshintergründe seien für ihn interessant.

Wie es konkret weitergeht, zeigt sich erst nach einem Gespräch, u.a. mit Kobler, Hartsperger und regionalen Politikern am Mittwochvormittag. Für die angehenden Schülern aus dem Landkreis Mühldorf und Altötting bedeutet diese Umstrukturierung jedoch auf jeden Fall, dass siein Zukunft die Standorte in Erding, Pfarrkirchen oder Traunstein besuchen müssen.

Kaniber: "Einheitlicher und effektiver"

Die Neuausrichtung begründet Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber dagegen so: „Mit den neuen Strukturen wird die Verwaltung nicht nur effizienter und fit für die Zukunft, die Neuaufstellung rückt die Landwirtschaft auch wieder mehr in die Mitte der Gesellschaft – wo sie hingehört. Die Verwaltung wird bayernweit einheitlicher und effektiver, sie bleibt aber weiterhin in der Fläche präsent“, sagte Kaniber.

Künftig wird es in Bayern 32 Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten geben. 17 Ämter bleiben selbständig, 30 werden mit einem benachbarten Amt zu künftig 15 neuen und größeren Ämtern zusammengeführt. Es wird aber keiner der bisherigen 47 Ämterstandorte aufgegeben. Für die Standorte in Töging, Rosenheim und Traunstein ändert sich diesbezüglich jedoch nichts und bleiben selbstständig.

jz

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