Schreiben mit 2875 Unterschriften in Töging übergeben

Petition zur sofortigen Schulöffnung übergeben – Initiatorin: „Irgendwann reicht es“

Übergabe Petition für sofortige Schulöffnung in Töging: Dr. Martin Huber, Dr. Tobias Windhorst
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Sonja Weinberger (2.v.l.) bedankt sich für die 2.875 Unterschriften, die ihre Petition erreicht hat. Zur Übergabe an den Landtagsabgeordneten Dr. Martin Huber (links) kamen auch Rebecca Sürth, zuständiges Mitglied des Bayerischen Elternverbandes für den Landkreis Altötting (2.v.r.) und Tögings Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst (rechts).

Am Montag Vormittag, den 15. März, hat die Tögingerin Sonja Weinberger ihre Petition mit fast 3.000 Unterschriften zur sofortigen Schulöffnung an den Landtagsabgeordneten Dr. Martin Huber vor der Comeniusschule in Töging übergeben. 

Töging - Zur offiziellen Übergabe kamen auch Tögings Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst, Rebecca Sürth, zuständiges Mitglied des Bayerischen Elternverbandes für den Landkreis Altötting, und Manfred Putz, Rektor der Comeniusschule in Töging. In dieser Runde tauschten sich alle Beteiligten über den Status quo aus, der nicht gerade zufriedenstellend ist.

Petition für sofortige Schulöffnung übergeben

Die Öffnungen der Schulen sollten nicht an der Inzidenz gekoppelt sein und man müsse lernen mit dem Virus zu leben, so lauteten die Forderungen von Weinberger in der Petition, die vor rund zwei Wochen gestartet ist. „Irgendwann reicht es“, so die 41-jährige Mutter von zwei Kindern. Das ewige Hin und Her seien für die Kinder, aber auch für die Eltern, sehr belastend. Die Politik solle sehen, dass die Eltern etwas unternehmen. Und eine Petition sei zudem viel sicherer als eine Kundgebung.

Sürth ist selbst alleinerziehende Mutter und erfährt am eigenen Leib wie fordernd die derzeitige Situation ist. Ihre nächsten Verwandten würden zudem in München wohnen und könnten sie daher nicht unterstützen. Als Landkreisbeauftragte würde sie viele Anrufe von Eltern erhalten, die nicht mehr weiter wissen: „Erst heute hat ich einen Fall, dass eine Mitarbeiterin des Impfzentrums, eigentlich systemrelevant, ihre drei Kinder nur noch an zwei Tagen in der Woche zur Notbetreuung unterbringen kann“.

Huber: „Ein Thema, das die Eltern zerreißt“

Huber kann den Ärger durchaus nachvollziehen: „Es ist ein Thema, das die Eltern zerreißt. Viele Familien sind an ihrer Belastungsgrenze“, so der Landtagsabgeordnete. Für ihn könne man trotz hoher Inzidenzwerte eine Schulöffnung verantworten. Zuletzt plädierte auch Landrat Erwin Schneider für eine Öffnung unabhängig der Inzidenz. Schließlich sei die Situation für Huber in den Krankenhäusern stabil und die Risikogruppen hätten zunehmenden Schutz. Er habe das Gefühl, dass „Vorsicht der Ratgeber“ bei vielen Entscheidungen sei – auch aufgrund der Mutationen.

„Der Schulbereich ist aus meiner Sicht dennoch der Wichtigste. Home-Schooling und Home-Office lassen sich nicht vereinbaren“, so Huber. Auch die technischen Voraussetzungen müssten gegeben sein. Hinzu komme die sinkende Motivation der Schüler und die Frage vieler Abschlussschüler, ob die Prüfungsinhalte ausreichend vermittelt werden konnten. Immerhin hätte man jetzt zumindest ab Freitags Planungssicherheit für die darauffolgende Woche.

Windhorst sieht Impfung als wichtigstes Mittel

In diesem Zusammenhang erklärte Tögings Bürgermeister aber auch die Problematik an diesen Stichtagen, bei denen es keine gerechte Lösungen geben kann. „Letzte Woche Freitag hatten die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land noch eine Inzidenz von unter 100. Nun liegen sie über dem Wert von Altötting, aber die Schulen haben dort geöffnet“, so Windhorst. Impfen sei für das Stadtoberhaupt das wichtigste Mittel in der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

So berichtete Schuldirektor Manfred Putz abschließend, dass die erste Impfung bei den Lehrern an seiner Schule abgeschlossen ist. Die Hoffnungen ruhen zumindest auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. „Der Präsenzunterricht ist das A und O. Die Lehrern geben zwar derzeit ihr Bestes. Doch am Ende ist es ein gemeinsames Agieren zwischen Schülern und Lehrern“, so der Rektor. Und dies funktioniere nun mal im Klassenzimmer besser als vor einem Laptop.

jz

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