Letzter Hauptausschuss vor neuer Legislaturperiode

Keine digitale Werbetafel für Töging

Die digitale Werbestele(Bildmitte) wollte eine regionale Werbeagentur durch einen 75" großen Monitor ersetzen. Dies lehnte der Töginger Bauausschuss am vergangenen Mittwoch aber ab.
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Die digitale Werbestele(Bildmitte) wollte eine regionale Werbeagentur durch einen 75" großen Monitor ersetzen. Dies lehnte der Töginger Bauausschuss am vergangenen Mittwoch aber ab.

Töging - In seiner letzten Sitzung traf der Töginger Bauausschuss in der vergangenen Woche richtungweisende Entscheidungen. So soll die digitale Werbeanzeige am nordwestlichen Stadtrand, welche die Besucher Tögings aus der Richtung Winhöring kommend begrüßt "klein aber fein" bleiben. Auch für eine dichtere Wohnbebauung "nördlich der Ludwig-der-Bayer Straße" gab es abschließend grünes Licht.

Auf Granit im Töginger Bauausschuss biss eine regionale Werbeagentur mit ihren Plänen, an der von Winhöring kommenden Ortseinfahrt eine große Digitalwand zu installieren. Mit 2:8 Stimmen lehnte der Bauausschuss die Errichtung eines auf einem 2 Meter hohen Pfosten stehenden 75“-Bildschirms ab, weil die gesamte Bauhöhe dann bei rund 5,60 Metern gelegen hätte. 


"Wird dann das für die Werbetreibenden gar nicht teurer?", zweifelte auch Brigitte Gruber(FW) an den Plänen. Dies konnte der Bauherr, der bei der Sitzung selbst anwesend war zwar verneinen, dennoch änderte dies an dem relativ klaren Votum nichts. Bisher befindet sich an der Stelle zwar schon eine sogenannte "digitale Werbestele", die aber nur etwa halb so hoch und breit ist. 

Noske: "An der Stelle passt einfach kein fast sechs Meter hohes Konstrukt"

Die Stadträte legten dem Werbeunternehmer aber nahe, eine andere Stelle zur Errichtung zu überdenken. "An der Stelle passt einfach kein fast sechs Meter hohes Konstrukt", begründete Stadträtin Birgit Noske(SPD) ihre Enscheidung. Noch klarer scheiterte ein Anwohner des Sollerholz, der auf seinem Anwesen einen Carport, eine Garage, ein Gartenhaus und in seinem Wald dann noch einen Swimmingpool samt Poolhaus errichten wollte. 


Da der Flächennutzungsplan an der Stelle lediglich Landwirtschaftsflächen bzw. Wald ausweist, war dies nicht einmal formal genehmigungsfähig.

Mehrparteienwohnhäuser "nördlich der Ludwig-der-Bayer Straße"

Freuen dürfen sich die Töginger hingegen auf moderne Mehrparteienwohnhäuser "nördlich der Ludwig-der-Bayer Straße". Entsprechende Änderungen des Flächennutzungs- und Bebauungsplans waren seit vergangenen Sommer im Gespräch der Stadträte gewesen. 

Nach den Änderungsvorschlägen der Genehmigungsbehörden und betroffenen Firmen, hauptsächlich aber des Altöttinger Landratsamtes, dürfen dort nun dreigeschossige Wohnhäuser mit einer Maximalhöhe von bis zu 10 Metern entstehen, wobei aber das 2. Obergeschoß auf jeden Fall zurückgesetzt, im Penthaus-Stil gebaut werden muss. Diese Grundsatzentscheidung des Bauausschusses kommt den Architekten eines geplanten Wohnhauses an der Berliner Straße entgegen, die dort einen modernen Flachdachbau samt Tiefgarage für insgesamt 14 Parteien entstehen lassen wollen. 

Auf geplanten Flachdächern keine leeren Kiesflächen

Das Landratsamt bestand aber auf einer ökologischeren Ausrichtung der Bebauungspläne: so dürfen auf den geplanten Flachdächern beispielsweise keine leeren Kiesflächen entstehen, sondern zumindest im zweiten Obergeschoß müssen diese künftig zwingend begrünt werden. Obwohl die geplante Anlage in der Berliner Straße auch eine Tiefgarage bekommt, soll dem Altöttinger Landratsamt zufolge in die Töginger Grünordnung eingefügt werden, dass neue Straßenparkplätze künftig durch Bäume voneinander abzusetzen sind: für jeweils vier neue Parkplätze muss demzufolge ein Laubbaum gepflanzt werden.

Nur wenige hundert Meter entfernt, in der Dortmunder Straße 22 soll gegenüber der Einmündung der Paracelsus- in die Dortmunder Straße, an der Stelle eines früheren Getränkemarktes, ein ähnliches Wohnhaus für 10 Parteien entstehen. Für die entsprechende Pläne, ebenfalls samt Tiefgarage, wollten der Bauherr und Planer im Bauausschuss schon einmal vorfühlen. Größere Bedenken meldeten Josef Neuberger(FW) und Markus Köhler(SPD) an, doch dass es sich zumindest um einen "Stilbruch" handele, merkten fast alle Mitglieder des Bauausschusses an. 

Genehmigungsverfahren eingeleitet

Sie empfahlen dem Bauherren daher, zunächst auch einmal mit den künftigen Nachbarn zu sprechen. Dies begrüßte auch Bürgermeister Tobias Windhorst, stellte aber auch klar, dass man „wegen einem Nachbarn einen ansonsten genehmigungsfähigen Bauantrag nicht ablehnen kann“. Am Ende war der Bauausschuss daher einstimmig dafür, ein solches Genehmigungsverfahren einzuleiten.

Nur wenige hundert Meter entfernt, in der Dortmunder Straße 22 soll gegenüber der Einmündung der Paracelsus- in die Dortmunder Straße, an der Stelle eines früheren Getränkemarktes, ein ähnliches Wohnhaus für 10 Parteien entstehen. Für die entsprechende Pläne, ebenfalls samt Tiefgarage, wollten der Bauherr und Planer im Bauausschuss schon einmal vorfühlen. Größere Bedenken meldeten Josef Neuberger(FW) und Markus Köhler(SPD) an, doch dass es sich zumindest um einen "Stilbruch" handele, merkten fast alle Mitglieder des Bauausschusses an. 

Sie empfahlen dem Bauherren daher, zunächst auch einmal mit den künftigen Nachbarn zu sprechen. Dies begrüßte auch Bürgermeister Tobias Windhorst, stellte aber auch klar, dass man „wegen einem Nachbarn einen ansonsten genehmigungsfähigen Bauantrag nicht ablehnen kann“. Am Ende war der Bauausschuss daher einstimmig dafür, ein solches Genehmigungsverfahren einzuleiten.

Nachträgliche Bauanträge

Positiv beschied der Bauausschuss auch noch einige nachträglich gestellte Bauanträge, die kleinere Änderungen betrafen. Eine große Sache konnte auf der letzten Sitzung des Bauausschusses vor der Neuzusammenstellung infolge der Wahl am 15. März aber auch noch abschließend freigeben: seit 2018 will das Betonwerk Schwarz im Innpark, gegenüber der Kläranlage, eine gut zwei Fußballfelder große, neue Freilagerfläche errichten. 

Auf der bisherigen Lagerfläche soll hingegen eine Lagerhalle entstehen. Obwohl das betreffende Grundstück schon immer zum Betrieb gehörte, war die Suche nach Ausgleichsflächen schwierig. Entsprechende Bauanträge hatte das Betonwerk Schwarz zwar schon im Sommer 2018 eingereicht, doch die Genehmigung hatte so lange gedauert. Bürgermeister Tobias Windhorst zeigte sich erleichtert: "Dass jetzt nicht mal mehr der Bund Naturschutz etwas dagegen hat, kommt schon einem Ritterschlag gleich!", erklärte er die Tatsache, dass sich die lange Suche nach Ausgleichsflächen gelohnt habe.

Peter Becker

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