Nach Motorradunfall einer Fahrschülerin in Töging am Inn

"Ich habe gedacht, ich krieg einen Herzinfarkt": Der Fahrlehrer berichtet

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Töging am Inn - Während ihrer ersten Motorradfahrstunde hatte eine 51-Jährige Schülerin einen Unfall. "Ich hab gedacht, ich krieg einen Herzinfarkt", sagt ihr Fahrlehrer auf Nachfrage von innsalzach24.de. 

Ich habe gedacht, ich krieg einen Herzinfarkt“, sagt der Fahrlehrer der 51-Jährigen zu dem Moment, als das Unglück in Töging seinen Lauf nahm. Was war passiert? Seine Fahrschülerin hatte ihre erste Motorrad-Fahrstunde. Das Ende ist bekannt: Sie krachte in einen Gartenzaun und musste ins Krankenhaus.

innsalzach24.de hat mit einem anderen Fahrlehrer gesprochen

Eine erste Motorrad-Fahrstunde läuft – in kurzen Worten beschrieben – so ab: Die Maschine steht, der Motor ist aus. Der Fahrlehrer stellt das Motorrad zur Gänze vor. Ähnlich wie bei einer ersten Fahrstunde im Auto zeigt er Gas, Kupplung und Bremse, Spiegel und so weiter.

Nach der technischen Einweisung zeigt der Fahrlehrer die erste Übung vor. Er steigt auf das Motorrad und lässt die Maschine an. Die erste Übung ist das Anfahren. Ähnlich wie bei der ersten Fahrstunde im Auto geht es jetzt hauptsächlich um die Kupplung und das Anfahrgas. Der Fahrlehrer zeigt es mehrfach vor. Sagt sein geschulter Eindruck vom Fahrschüler, dass der verstanden hat, darf der Fahrschüler auf das Motorrad. Ab diesem Zeitpunkt läuft auch für ihn der Motor. Der Fahrlehrer steht daneben.

„Sie hat das wunderbar gemacht“

So war es auch im Fall der 51-jährigen Fahrschülerin, die in Töging in ihrer erste Motorradfahrstunde verunfallst ist. Fünf oder sechs Mal habe sie die allererste Übung auf dem Weg zum Motorradführerschein bravourös gemeistert, so ihr Fahrlehrer auf Nachfrage von innsalzach24.de. Es geht dabei nur um das Anfahren. Wie beim Auto: Schleifpunkt, kommen lassen und den Motor abgewürgt? Nein. „Sie hat das wunderbar gemacht.“

„Bremse! Zieh die Kupplung!“

Ein Fahrlehrer steht bei dieser Übung unmittelbar neben dem Fahrschüler, der auf der Maschine sitzt. Schließlich geht es nur um ein paar Meter, welche der Fahrschüler bei dieser Übung auf dem Motorrad zurücklegt: Anfahren üben, eben.

Nach fünf oder sechs Mal Anfahren üben: „Der Kopf klappt zurück, sie zieht das Gas voll durch“, berichtet der Fahrlehrer. Er hat nichts mehr tun können. Das bestätigen Fahrlehrerkollegen, Polizei und auch die Versicherung. „Ich habe ihr noch gerufen: ´Bremse! Zieh die Kupplung!´“. Das aber hat die Fahrschülerin in diesem Moment offenbar nicht mehr wahrgenommen.

„In so einem Moment kann man nichts mehr tun“

Der Grund dafür, dass die Fahrschülerin nicht mehr reagiert hat, liegt offenbar im medizinischen Bereich. Der von innsalzach24.de angefragte Fahrlehrer sagt, dass so etwas für ihn und alle Kollegen eine Horrorvorstellung sei, insbesondere deshalb weil man in einer intensiven Ausbildung gelernt habe, behutsam mit Fahrschülern umzugehen, sie lesen zu können. „Der Kollege in Töging hat alles richtig gemacht.“, sagt er. „In so einem Moment kann man nichts mehr tun.“

Rubriklistenbild: © picture alliance / Swen Pförtner

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