Aus dem Töginger Stadtrat

"Gasproduktion nicht optimal": So soll die Kläranlage effizienter werden

Töging am Inn – Ein Gutachten zur Energieeffizienz der Kläranlage macht klar: Das muss man bis 2023 genau beobachten. So lange läuft der Wartungsvertrag noch. Was danach kommt: ungewiss.

Eigentlich sollte die Töginger Kläranlage nach ihrer Erweiterung um eine Kraft-Wärme-Kopplung im Jahr 2007 etwa 40-60 Prozent ihres Strombedarfs selbst decken. Bisher konnten aber nur rund 30% erreicht werden. Auch wenn rund 6% in der ebenfalls nachgerüsteten Photovoltaik-Anlage erzeugt werden: Die Energieeffizienz soll jetzt gesteigert werden.

Soweit, so gut

Um die Bilanz weiter zu verbessern, hatte der Stadtrat bereits 2016 beschlossen, einen der drei Hauptverbraucher, ein Gebläse, auszuwechseln. Dies hat den Stromverbrauch der Anlage auch deutlich gesenkt. Die beiden anderen Verbraucher, zwei Pumpen, die das Wasser durch den Reinigungskreislauf befördern, arbeiten im Rahmen, weshalb hier kein akuter Handlungsbedarf besteht.

Zu diesem Ergebnis kommt das von Bürgermeister Tobias Windhorst in Auftrag gegebene Gutachten, das dem Töginger Stadtrat auf seiner Februarsitzung vorgestellt wurde. Es läuft also gut? Nein. Das stellte der Sachverständige Dieter Schreff fest.

Energiecheck der Kläranlage Töging

„Die Gasproduktion aus dem Faulschlamm läuft nicht optimal“

Das stellte der Sachverständige Dieter Schreff aus Miesbach fest. Hierfür gibt es offenbar mehrere Gründe. Hauptproblem ist anscheinend, dass der „Gasverdichter“ nun schon zum wiederholten Mal bei der Reparatur ist. Seit November fehlt daher die zusätzliche Belüftung des Klärschlamms durch das rückgeführte Gas, weshalb auch die eigene Gasproduktion für die Turbine nicht ausreicht.

In einem ersten Schritt ging nun Ende Januar das Blockheizkraftwerk nach einer Generalüberholung wieder in Betrieb und die ersten Zahlen sehen vielversprechend aus. Eine Liste von Vorschlägen, wie man die Gasproduktion steigern kann, lieferte das Gutachten.

Wartungsvertrag läuft 2023 aus

Da helfen auch keine weiteren Anrufe bei der Wartungsfirma“, verdeutlichte ein Mitarbeiter der Kläranlage das Problem gegenüber den Stadträtinnen und Stadträten. Laut der Energieeffizienzanalyse soll in der Anlage künftig ein Schlammbecken als „Zentralspeicher“ verwendet werden, um den Klärschlamm noch besser vorzutrocknen. Auch Kanalspülungen schlug Ingenieur Dieter Schreff vor, um die unregelmäßigen Spülstöße künftig zu vermeiden.

Langfristig könne man auch über einen Austausch der Pumpen nachdenken, „das sollte man aber nur dann tun, wenn die Geräte sowieso ausgetauscht werden müssen“, empfahl Schreff. Der Wartungsvertrag, nachdem das Blockheizkraftwerk nun wieder in Betrieb ging, läuft erstmal bis 2023. Bis dahin solle man beobachten, wie sich die Gasproduktion entwickelt. Möglichweise würden auch gesetzliche Verschärfungen über die erlaubten Emissionswerte dann die Anschaffung einer kleineren, effizienteren Gasturbine notwendig machen.

pbj/rw

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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