Am Donnerstagabend zu Gast in Töging am Inn

Seehofer: "Der Mörder, der Rassist, der Terrorist"

+
  • schließen

Töging am Inn - Am Donnerstagabend war Horst Seehofer (CSU), aktueller Bundesinnenminister, zu Gast im Festzelt des anstehenden Volksfestes 2018. "Hier steht er also (vor Ihnen): der Mörder, der Rassist, der Terrorist", sagte er im Rahmen der Einleitung seiner Rede.

Es war heiß am Donnerstagabend auf dem neuen Volksfestplatz in Töging. Dabei war es egal ob man sich drinnen im Zelt oder draußen im Biergarten aufgehalten hat. Es war laut, drinnen und draußen. Es war Volksfestkundgebung der CSU. Kein Geringerer als der aktuelle Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte sein Kommen zugesagt. Die interessierten Zuhörer saßen im Festzelt und im Biergarten, die Demonstranten taten ihre Meinung vor dem Festgelände kund.

Begleitet von lautem Trillerpfeifen der Demonstranten fuhren die beiden Autos aus Berlin auf den Volksfestplatz ein. Seehofer steigt aus und wird von seinem parlamentarischen Staatssekretär Stephan Mayer, dem Landtagsabgeordneten Dr. Martin Huber wie auch vom Hausherrn in Töging, dem Ersten Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst, begrüßt. Vor dem Eingang stehen rund 30 Vertreterinnen und Vertreter der Belegschaft des Nestlé Labors im Werk in Weiding, Gemeinde Polling. Wie vorher schon die Politiker aus der Region hört sich Seehofer an, was sie vorzutragen hatten, bevor es weiter ins Zelt geht.

„Da fehlt es an der Verhältnismäßigkeit“ (Dr. Martin Huber)

Der Landtagsabgeordnete Dr. Martin Huber dankte dem Gast aus Berlin sehr für sein Kommen wie auch für sein Wirken in der Region. So habe Seehofers Grundsatzentscheidung der dezentralen Hochschulen den Campus Burghausen erst möglich gemacht. „Manchmal hast Du sogar so viel Unterstützung gegeben, dass es fast schon unheimlich war." Er denke da an das Kultur + Kongress Forum in Altötting, so Huber weiter.

Weiter ging Huber auf die aus seiner Sicht verzerrte Wahrnehmung von Horst Seehofer und seiner Arbeit als Bundesinnenminister in der Öffentlichkeit ein. Es sei, wie wenn man jemanden vorwirft, dass er seinen Job macht. Zum Thema Flüchtlingspolitik werde zu wenig über die christlichen Säulen, auf denen Seehofers Politik stehe, berichtet. „Da fehlt es an der Verhältnismäßigkeit“, sagte Huber im Hinblick darauf, dass die CSU fordere, dass zumindest jene, die ein Einreiseverbot haben, an der Grenze zurückgewiesen werden sollen.

Seehofer: "Der Mörder, der Rassist, der Terrorist" (1)

Es werde dabei auch völlig vergessen, dass die CSU mit Markus Söder einen Ministerpräsidenten stelle, der ein großes Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht habe. Pflegegeld, Familiengeld, Natur und Umwelt, die Verbindung von Ökonomie und Ökologie und noch mehr Sicherheit: „Wir kümmern uns um die Themen, welche die Menschen bewegen und die sie im Alltag spüren.“

"Ich bin verliebt ins Gelingen" (Horst Seehofer)

"Sie glauben gar nicht, wie schön es ist, wenn man aus der Bundeshauptstadt ins gelobte Land zurückkommt", sagte Seehofer, während von draußen lautes Trillerpfeifen der Demonstranten einsetzt. "Ich habe mir gerade beim Herfahren gedacht: Deutschland ist gut, Bayern ist besser, Töging ist am Besten." Nach Dankesworten an Stephan Mayer und Dr. Martin Huber erklärte Seehofer seine Grundregel "Ich bin verliebt ins Gelingen". 

Das bedeute, dass die CSU Menschen bei der Bewältigung von Ängsten und Sorgen helfe. In diesem Zusammenhang versprach Seehofer, dass er sich persönlich um das Anliegen der Nestlé Mitarbeiter kümmern werde. Sie hatten ihn vor dem Festzelt empfangen. Politiker seien nicht da, um eine Herrschaft auszuüben. Politiker seien da, um für die Menschen im Land einen Dienst zu erledigen. Dafür würde man sie wählen. 

"Jetzt steht also der böse Seehofer vor Ihnen" (Horst Seehofer)

"Der Mörder, der Rassist, der Terrorist, der Mensch, der den den Nazis nahe steht": Er werde in den letzten Tagen und Wochen mit Attributen überschüttet, die weit unter der Gürtellinie liegen würden, so der Bundesinnenminister. Die Diskussion in der Öffentlichkeit sei bizarr und skurril geworden. "Ich hoffe, Sie lassen sich davon nicht anstecken."

Als Bundesinnenminister habe man jeden Tag sehr sensible und schwierige Entscheidungen zu treffen. Dass Menschen, die mit einem Einreiseverbot belegt sind, wieder einreisen dürfen - Wenn man sie nicht daran hindern könne, "dann sage ich Gute Nacht Rechtsstaat Deutschland." Es gehe nicht um tausende von Menschen sondern darum, dass Recht und Ordnung eingehalten werden. Er werde als Bundesinnenminister nicht ruhen, "bis wir die Sicherheitsverhältnisse wie im Freistaat Bayern haben." 

Seehofer: "Der Mörder, der Rassist, der Terrorist" (2)

In Deutschland gebe es aktuell rund 750 Personen, die laut Sicherheitsbehörden in Frage kommen könnten, einen Anschlag zu verüben. Sie würden mit einem großen Personalaufwand beobachtet. Seehofer warb dafür, dass sie das Land schnellstens verlassen müssen.

Mehr zur Kundgebung der CSU in Töging mit dem Gast Horst Seehofer lesen Sie am Samstag.

Zurück zur Übersicht: Töging am Inn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser