Gegenkandidatin für Bürgermeister Tobias Windhorst

Brigitte Gruber soll für die Freien Wähler das Rathaus erobern

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Stadträtin Brigitte "Gitti" Gruber will für die Freien Wähler bei den Kommunalwahlen in Töging als Bürgermeisterin kandidieren
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Töging - Am Montagabend (4. November) beschloss der Vorstand der Freien Wähler in Töging, mit der bisher partei- und fraktionslosen Brigitte Gruber um das Bürgermeisteramt kämpfen zu wollen. "Ich bin froh, dass sich Gitti dazu bereit erklärt hat!", erklärte Stadtrat Josef Neuberger(FW) auf Nachfrage von innsalzach24.de.

Die Finanzwirtin zog zum ersten Mal 2002 in den Töginger Stadtrat ein - damals noch für die SPD. Seither ist sie Kulturreferentin und hat in dieser Funktion schon viele Kunstausstellungen in den Räumlichkeiten des Töginger Rathauses organisiert. Im Zuge der letzten Kommunalwahlen folgte der Bruch mit der SPD-Fraktion: "Es hat einfach nicht mehr gepasst", erklärt die 58-Jährige ihre damalige Entscheidung. 2015 folgte dann auch der Austritt aus der Partei. Seitdem erfüllt sie das Kulturreferat als parteilose und fraktionslose Stadträtin mit Leben und engagiert sich auch darüber hinaus für ihre Heimatstadt. „Wir haben schon länger gut mit ihr zusammengearbeitet“, erklärt Alexander Wittmann, Stadtrat und Vorsitzender der Freien Wähler in Töging.

Ein wichtiges politisches Anliegen ist der Mutter eines 18-jährigen Sohnes die Transparenz. Als Bürgermeisterin würde sie als erstes Bürgersprechstunden einführen, bei denen sie zweimal im Monat voll und ganz für die Anliegen der Töginger zur Verfügung stehen will. Erstaunlich positiv spricht die Personalrats-Chefin des Mühldorfer Finanzamtes über den amtierenden Bürgermeister der Stadt am Innkanal.. So habe Dr. Tobias Windhorst zwar "gut vorgearbeitet", doch sei jetzt die Zeit reif für eine Bürgermeisterin in ihrer geliebten Heimatstadt. 

Verbesserungsmöglichkeiten zur aktuellen Kommunalpolitik gebe es durchaus: "Wir müssen jetzt endlich einmal die Grundstückskäufe verwerten!", erklärt Gitti Gruber über die Rücklagen, welche Bürgermeister, Stadtverwaltung und Stadtrat in den letzten Jahren im Einvernehmen angelegt haben. Auch wolle sie als Bürgermeisterin dafür Sorge tragen, dass der Rathausplatz weiter belebt wird, indem an der Stelle der früheren Polizeidienststelle eine "Begegnungsstätte mit Gastronomie" entsteht. Einer im Zuge der Diskussion über den Rathausplatz und das nicht mehr sanierungsfähige Gebäude vor dem Rathaus bereits einmal angedachten Parkanlage, erteilt die designierte Kandidatin damit eine klare Absage.

Es sei immer gut, wenn Bürger eine wirkliche Wahl hätten: "Drei Kandidaten sind auf jeden Fall besser als zwei!", ist die unverheiratete Tögingerin überzeugt. Kraft könne sie aus viel positivem Feedback schöpfen, das sie sowohl von Bürgern, als auch von ihrem langjährigen Lebensgefährten erhalten hat: in der Fastenpredigt des Töginger Starkbierfestes im Frühjahr waren Gitti Gruber eine heimliche Mitgliedschaft bei den Freien Wählern und Ambitionen auf das Bürgermeisteramt angedichtet worden. Dem ursprünglichen Derblecken lässt Gitti Gruber nach anfänglicher Dementi nun Taten folgen: "Ich habe das am Anfang immer klarzustellen versucht, aber der Zuspruch ist überwältigend!", erklärt die hoch motivierte Kommunalpolitikerin. Punkten kann die langjährige Stadträtin nämlich nicht nur mit ihrer Kompetenz in Sachen Kunst und Kultur. 

Auch im Vereinsleben ist sie fest verwurzelt, beispielsweise als Vorsitzende des Ski-Clubs oder als Revisorin der Kleintierzüchter. Auf weibliche Themen will die selbstbewusste Frau aber keineswegs reduziert werden, auch wenn ihr nach eigener Aussage die Themen "Familie, Soziales und nicht zuletzt die Kultur eine Herzensangelegenheit" sind. Über genauere Details und das genaue Wahlprogramm wolle sie sich, ganz im Sinne ihrer Transparenz-Bestrebungen, zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht festlegen: „Das wollen wir doch auf der Nominierungsveranstaltung klären!“, sagt das wohl prominenteste Neumitglied der Töginger Freien Wähler.

pbj

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