Fusion der Kreiskliniken Altötting und Mühldorf

"Wenn Sie fragen: 'Wo ist der Haken?' - Es gibt keinen!"

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Anwalt Dr. Johannes Gruber stellte das aktuelle Konzept vor.
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Töging am Inn - Am Freitagvormittag wurde auf einer Pressekonferenz im Gründerzentrum der aktuelle Stand der Fusion der Kreiskliniken Altötting und Mühldorf am Inn vorgestellt.

Seit 2018 verhandeln die Kreiskliniken Altötting-Burghausen und die Kreisklinken des Landkreises Mühldorf am Inn GmbH bezüglich eines Zusammenschlusses der beiden Unternehmen. Dies soll in der Rechtsform eines gemeinsamen Kommunalunternehmens geschehen.Dabei betreiben die beiden Landkreise gemeinsam das Unternehmen, die Klinikgebäude bleiben aber im Eigentum des jeweiligen Landkreises. Für die Kliniken in Haag und Burghausen soll sich ausdrücklich nichts ändern. 

"Mit Unterstützung durch die Kanzlei Seufert und Partner sowie des Beratungsunternehmens Oberender AG wurde ein Grundlagenbeschluss mit medizinischem Grundkonzept und Investitionsplan erarbeitet und finalisiert", so die Kreisverwaltungen. "Der Zusammenschluss bietet die Chance, ein Klinikunternehmen zu gründen, das qualitativ wie ökonomisch die Bewohner der Region rundum versorgen kann."

Erstes Konzept erstellt

"Wir hatten von den Landräten beider Landkreise den Auftrag erhalten, ein Konzept zu erstellen, welches dann den Kreis-Gremien beider Landkreise zur Beratung und Abstimmung vorgelegt werden kann", erklärte Anwalt Dr. Johannes Gruber. "Das Ganze gestaltete sich durchaus komplex. Denn ein Krankenhaus ist ja schon an sich eine Institution mit komplexem Charakter. In diesem Fall war uns auch besonders wichtig, die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten und Vorgeschichten zu beachten und einzubeziehen." 

Gruber stellte auch erste, noch nicht feststehende Überlegungen zu Spezialisierungen beider Kliniken vor.

Es sei nun ein Grundlagenbeschluss vorgelegt worden, der weder das Ende der Diskussion noch des Prozesses sei. "Vielmehr ist das erst der Ausgangspunkt für die Kreisräte von Altötting und Mühldorf. Es war nicht so, dass hier im stillen Kämmerlein Fakten geschaffen wurden, sondern das es halt eine Weile brauchte, in Abstimmung mit allen Betroffenen und Vertretern der zuständigen Behörden diesen Grundlagenbeschluss auszuarbeiten."

Jeder werde gehört, keine Stimme gehe verloren."Insbesondere auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!"Gerade die Angestellten der Kliniken würden besonders beachtet. Keinesfalls sei ein Stellenabbau geplant. "Im Gegenteil: Ein Ziel der Fusion ist es, durch die erhöhte Gesamtgröße der Kliniken attraktiver für immer schwieriger gewinnbare Ärzte und Pflegekräfte zu werden!"

"Es gibt keinen Haken!"

Eines der Ziele der Fusion sei daneben, die Kliniken zukunftsfähiger zu machen. Die Bundespolitik ziele derzeit darauf ab, es kleineren Kliniken immer schwerer zu machen. "Da gibt es die Überzeugung, dass es nicht zu wenige Ärzte und Pflegekräfte sondern zu viele Krankenhäuser gibt." Eine wichtige Überlegung sei auch eine Spezialisierung beider Kliniken auf bestimmte Fachbereiche. 

Dies könne, nach ersten Vorschlägen, beispielsweise umfassen, dass etwa im Bereich der Inneren Medizin sich künftig die Gastroentologie in beiden Kliniken, dagegen die Kardiologie in Altötting und die Konservative Kardiologie sich in Mühldorf befinden würde. Allerdings betonte Gruber ausdrücklich, dass keine Schließung der Notaufnahme oder der Geburtshilfe-Stationen geplant sei.

"Wenn Sie fragen: Wo ist der Haken kann ich sagen, es gibt keinen! Es ist alles besser, als nicht zusammenzugehen!"Es sei eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die kommen werde. Einer der Hauptvorteile der Fusion werde das künftige gemeinsame Management sein. Der Vorstand wird vorläufig aus den bisherigen Mitgliedern bestehen. "Aber man setzt den Leuten eine andere Brille auf, die Dinge im Interesse beider Landkreise zu handhaben."

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