In Töging am Inn

Grundsteinlegung im Töginger Kraftwerk und „Tag der Wasserkraft“

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Töging - Bereits am Freitagabend (13. September) fand im Töginger Innkanalkraftwerk die „Grundsteinlegung“ für den Neubau mit dem Bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger statt.

Die beiden Landräte Georg Huber(Mühldorf) und Erwin Schneider(Altötting) mauerten zusammen mit den Bürgermeistern der Anliegergemeinden des Innkanals sowie der Firmenleitung der österreichischen Verbund AG und dem Wirtschaftsminister einige Zeitkapseln in den „Grundstein“. Darin unter anderem die tagesaktuellen Zeitungen der beiden Landkreise und andere Utensilien, die in Zukunft einmal an den Tag des offiziellen Baubeginns des 250 Millionen Euro teuren Projekts erinnern sollen

Am Samstag (14. September) fand dann der Tag der Wasserkraft statt, an dem rund 2500 Besucher verschiedene Wasserkraftanlagen im Landkreis Altötting besichtigen konnten, alleine im Töginger Wasserschloss waren es rund 2000.„Der Ausstieg aus Atom und Kohle kann nur mit der Wasserkraft gelingen!“, betonte Wirtschaftsminister Aiwanger vor den geladenen Festgästen am Freitagabend. Er dankte dem Verbund für das Innkanal-Projekt und die Investitionen zur Effizienzsteigerung, die nach dem Umbau mehr als 20 Prozent zusätzlichen Strom liefern werden. In dem Zuge warb der Wirtschaftsminister auch für die Idee der intensiveren Nutzung der unteren Salzach, wo man sich derzeit ebenfalls mit dem Verbund und der Republik Österreich in Verhandlungen befindet.

Nach Protesten von Umweltschützern und Anwohnern soll dort inzwischen nur noch eines von zunächst mehreren geplanten Kraftwerken entstehen. „Wir dürfen nicht alle Alternativen weg diskutieren“, forderte Aiwanger, „das geplante Schachtkraftwerk ist nachhaltig, zum Beispiel für den Fischbestand!“, so der Minister. Die Technologie der Schachtkraftwerke ist erst vor wenigen Jahren an der TU München entwickelt worden. Ein solches Kraftwerk gibt es inzwischen an der Loisach bei Großweil. Keine ökologischen Bedenken hatten die Planer des denkmalgeschützten Töginger Wasserschlosses vor gut 100 Jahren und schufen mit immensem Aufwand ein Kraftwerk, das seither ununterbrochen Strom liefert. „Ohne den Verbrauch der Industrie könnte man mit dem Töginger Strom sieben Landkreise versorgen!“, erklärte Altöttings Landrat Erwin Schneider. Beim Bau der bisherigen Anlage, die mitsamt dem knapp 23 Kilometer langen Innkanal in den Jahren 1919 bis 1923 entstand, waren rund 7000 Arbeiter beschäftigt, womit es seinerzeit die größte Baustelle Europas, ja vielleicht sogar der Welt war. 

Bilder von der Grundsteinlegung im Töginger Kraftwerk und dem „Tag der Wasserkraft“

Mit vergleichsweise geringem Aufwand wird die Leistung jetzt von 85MW auf 118MW gesteigert, wobei das neue Kraftwerk sogar großteils unterirdisch liegt und nach der Fertigstellung kaum mehr zu erkennen sein wird. "Viele Töginger haben das Kraftwerk in der DNA“, stellte Bürgermeister Tobias Windhorst vor den Festgästen fest, denn tatsächlich wuchs die Gemeinde, nicht zuletzt durch sesshaft gewordene Bauarbeiter, nach der Fertigstellung von Kraftwerk und angeschlossener Aluminiumhütte, in nur 20 Jahren von 1000 auf mehr als 7000 Einwohner. Altöttings Landrat Erwin Schneider, der für den Samstag einen Tag der Wasserkraft an verschiedenen Wasserkraftanlagen im Landkreis organisiert hatte, betonte deren Bedeutung für den Landkreis: „Töging ist bei Weitem die Wichtigste unserer 54 Wasserkraftanlagen und wird nach dem Umbau mehr als die Hälfte des gesamten Stroms produzieren!“. 

Mit 1335 Gigawattstunden pro Jahr decken die Wasserkraft-Anlagen zwar nur 26% des gesamten Strombedarfs im Landkreis Altötting, jedoch sind das mehr als 10% der Leistung des Kernkraftwerks Isar(OHU II), das beispielsweise in den Jahren 1999-2004 mit einem Schnitt von 12,2 Terawattstunden jährlich immerhin der leistungsfähigste Reaktor der Welt war. Unerwähnt blieben an dem Abend die Planungen um die angesichts der genannten Zahlen notwendige 380KV-Stromleitung durch das Holzland.

pbj

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