Aus dem Töginger Stadtrat

Öko-Modellregion Inn-Salzach: Es war keine leichte Entscheidung

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Töging - Darum hat die Entscheidung des Stadtrates für die die Teilnahme an der Öko-Modellregion gedauert.

Mit fünf Gegenstimmen hat sich der Stadtrat in seiner Sitzung im Januar für die Beteiligung Tögings an der „Öko-Modellregion Inn-Salzach" ausgesprochen. Mit dem Beschluss sind für die Stadt zunächst Ausgaben in Höhe von maximal etwa 6.000 Euro in den kommenden zwei Jahren verbunden. Außer den Gemeinden Stammham, Erlbach, Pleiskirchen, Garching und eben Töging, hatten sich bisher alle Gemeinden des Landkreises für eine Beteiligung ausgesprochen.

Intensive Information

Während Stammham mit der weitaus geringsten Fläche bereits im Herbst vergangenen Jahres seine Absage zur „Öko-Modellregion Inn-Salzach“ erteilt hatte, "könnte es sein, dass sich die übrigen Gemeinden des Landkreises Altötting geschlossen am Projekt teilnehmen werden", so die Öko-Agrarwissenschaftlerin und Projektleiterin Amira Zaghdoudi vor dem versammelten Stadtrat. In ihrer Präsentation stellte sie verschiedene Standbeine des der „Öko-Modellregion Inn-Salzach“ vor.

Alles Öko?

Die „Öko-Modellregion Inn-Salzach“ soll damit punkten, 

  • dass regionale Öko-Erzeugnisse auch in den großen Kantinen der chemischen Industrie vermehrt verwendet werden. 
  • Auch sei das Projektteam in Gesprächen mit regionalen Filialen von Handelsketten oder auch einer Brauerei, die sich vorstellen könne, künftig auf Rohstoffe aus Bioproduktion zurückzugreifen. 

Ein anderes Standbein sei der Wissenstransfer in Form von Informationsveranstaltungen für Landwirte aber auch an Schulen.

Sensibel werden

Zuletzt in Mehring: Ja für die Öko-Modellregion aus dem Gemeinderat, wenn auch nicht einstimmig.

So könnten sich einerseits Landwirte informieren, wie sie ökologischer produzieren können und andererseits sollen die Kinder schon früh für die Thematik sensibilisiert werden. Als letzteren großen Aufgabenbereich sieht das Konzept vor, ein zusammenhängendes Netz von Biotopen aufzubauen, um den Artenschutz zu verbessern. Das schlägt in die Richtung des Volksbegehrens Artenvielfalt/“Rettet die Bienen!“.

Intensive Beratung

Äußerst skeptisch zeigte sich Stadtrat Karl Kaiser, der selbst Landwirt ist: "Das kommt mir, gerade wegen PFOA, wie ein inhaltsleeres Schutzschild der regionalen Industrie vor und wir Landwirte sollen wieder dafür herhalten!". Dabei habe sich sowieso schon so viel getan, so Kaiser weiter: "Die Lüge vom Bienensterben ist doch das beste Beispiel!". Statistische Zahlen des Imkerverbandes würden belegen, dass die Zahl der Bienenvölker in den letzten 5 Jahren deutlich zugenommen hat.

Überall wird überlegt wie hier im Landkreis Mühldorf: Mehrere Plädoyers für Ausweitung der Öko-Modellregion Isental.

Ähnlich kritisch zeigten sich Josef Neuberger von den Freien Wählern und Werner Noske von der SPD. "Man muss doch nicht immer das Rad neu erfinden", mahnte auch die fraktionslose Kulturreferentin und Stadträtin Brigitte Gruber. In der Tat verfügt der Landkreis Altötting bereits über eine Reihe von funktionierenden "Öko-Institutionen", wie beispielsweise dem Landschaftspflegeverband, der in Trägerschaft des Landratsamtes Flächen aufkauft und ökologisch wertvoll aufbereitet oder mit Landwirten Verträge zum Ausschluss bestimmter Flächen von der intensiven Bewirtschaftung schließt.

„Es wäre ein völlig falsches Signal“ (Tobias Windhorst)

Lesen Sie dazu auch: Erschreckende Zahlen: Warum Landwirte auch "geschützt" werden müssen.

Für derartige Einwände brachte Bürgermeister Tobias Windhorst (CSU) keinerlei Verständnis auf: "Also das wäre schon ein völlig falsches Signal, wenn gerade Töging da jetzt dagegen wäre", sagte er zur anstehenden Beschlussfassung bezüglich der Öko-Modellregion. Einen anderen Kritikpunkt fand Stadtrat Josef Neuberger (Freie Wähler) in dem Vorhaben, die regional erzeugten landwirtschaftlichen Erzeugnisse lokal bei den Discountern anbieten zu können und hierfür den Landwirten faire Preise bieten zu können:

"Da finden Sie doch keinen Filialisten, der da mit macht!", zweifelte Neuberger an die Adresse der Projektleiterin für die Bewerbung als Öko-Modellregion, Amira Zaghdoudi gerichtet. Diese widersprach Neuberger jedoch: Man befinde sich beispielsweise in erfolgreichen Gesprächen mit den Großkantinen in Burghausen und Burgkirchen, verschiedenen Wirten, einer Brauerei sowie verschiedenen Großmarktketten.

pbj/rw

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