„Maximal 210 Meter wurden genehmigt“

Töginger Bohrung nach Wasser reicht bereits mehr als 41 Meter tief

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Die Mitglieder des Töginger Stadtrates vor der letzten Sitzung des Jahres. Im Hintergrund das Bohrgerät UH2, das in nur vier Tagen schon 41 Meter tief gegraben hat.
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Töging am Inn - Der Töginger Stadtrat begutachtete die Bohrung für den geplanten Tiefbrunnen.  Damit soll die Wasserqualität der Stadt gesichert werden. 

Zum Jahresabschluss besuchte der Töginger Stadtrat am Donnerstag die Probebohrung für den geplanten Tiefbrunnen. Schon seit Jahrzehnten war ein Tiefbrunnen in Gespräch, mit Bürgermeister Tobias Windhorst(CSU) nahm die Überlegung dann konkrete Formen an. Nach einem langwierigen Genehmigungsverfahren wird nun seit dem vergangenen Montag gebohrt. Dabei haben die Spezialisten mit ihrem Ramm- und Drehbohrgerät UH2 bereits eine Tiefe von 41 Metern erreicht. 

Äußerst behutsam müssen die Fachleute dabei vorgehen, um die Auflagen des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein einzuhalten: die verschiedenen Wasserreservoirs, die sich zwischen den verschiedenen abdichtenden Erdschichten über die Jahrtausende angesammelt haben, sollen sich auf keinen Fall miteinander vermischen. 

„Früher wurde einfach gebohrt"

Das Bohrgerät könnte Tiefen von 500 Metern erreichen. Nach dem Setzen eines Sperrohres muss die Arbeit mit einem verjüngten Bohrer fortgesetzt werden. In Töging wurde mit 45 Zentimetern begonnen, 33 und 21 Zentimeter sind auch vorhanden.

Ältere Privatbohrungen bis in ähnliche Tiefen soll es zwar im Töginger Gemeindegebiet geben, wie Klaus Smettan vom beauftragten Ingenieurbüro in Traunstein weiß. Wie beispielsweise auch den Privatbrunnen des Weidinger Milch-Werks, das von der jetzigen Bohrstelle aus gesehen, genau auf der gegenüberliegenden Seite des Inn liegt. „Früher wurde einfach gebohrt, bis Wasser aus dem Boden kam“, erklärt der Geologe. Für die jetzige Bohrung gibt es hingegen zahlreiche Auflagen der Behörde in Traunstein. Ebenso könne es durchaus sein, dass die bestehenden Brunnen zur Nachrüstung verpflichtet würden. 

Wie Klaus Smettan den Stadträten erklärte, soll es jetzt vorerst einmal nur maximal 99 Meter tief gehen. „Dann muss man sehen, ob der artesische Druck und vor allem die Menge des Wassers schon reicht“, so der Geologe. Um das überprüfen zu können, haben die Spezialisten weit um das Bohrloch herum Messpegel in den Boden gebracht, die dann die Veränderungen der unterirdischen Wasserläufe registrieren. Klaus Smettan rechnet damit, dass die aktuelle Deckschicht aus „vermergeltem Flinz“(ein Bestandteil von u.a. Zement, Anm. der Redaktion) bei etwa 60 Metern endet und man dann zum ersten Mal „auf historisches Wasser trifft“, so der Fachmann. 

Möglicherweise müsste dann in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt dann aber noch tiefer gegangen werden, um auch das begehrte tertiäre Wasser zu erhalten. „Maximal 210 Meter wurden genehmigt“, erklärt Bürgermeister Tobias Windhorst. Mit den Pumpversuchen und Wassertests wird voraussichtlich im Februar begonnen. 

Zwar sei das Töginger Wasser grundsätzlich sehr gut, wie Wassermeister Christian Kammerbauer von der Stadtverwaltung sagt. Allerdings habe es vor einigen Jahren schon einmal eine Verkeimung gegeben, und „vom Mühldorfer Gewerbegebiet her drückt es rein“, sagt der Wassermeister. Immerhin liegt schon jetzt der Einzugsbereich des aktuellen Töginger Wasserschutzgebietes großteils unter den neuen Gewerbegebieten der Nachbarstadt in Richtung der Autobahn. Dabei wird hier praktisch ausschließlich sogenanntes Oberflächenwasser gesammelt, das bis aus Tiefen von 19 Metern kommt und beispielsweise auch Verunreinigungen aus der Landwirtschaft enthalten kann.

pbj

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