Autohof-Debatte: "Blinder Aktionismus"

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Der 24-Autohof samt Tankstelle wird kommen - allerdings mit deutlicher Verzögerung aufgrund einer Klage der Stadt Töging vor dem Verwaltungsgericht. Für die Autohof-Investoren war das Vorgehen der Stadt "schlechter politischer Stil".
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Töging - Mit einem möglichen Hausverbot gegen Dr. Tobias Windhorst sorgten sie bereits am Montagabend für Aufsehen. Jetzt haben die Autohof-Investoren nachgelegt.

Mit ihren Überlegungen, gegen den Töginger Stadtrat und Richter Dr. Tobias Windhorst ein Hausverbot auszusprechen, sorgten die Autohof-Investoren am Montagabend für Aufsehen. Windhorst reagierte binnen kürzester Zeit mit einer Stellungnahme und Tögings Erster Bürgermeister Horst Krebes zeigte sich verwundert - sowohl über den offenen Brief der Investoren als auch über die Stellungnahme Windhorsts. Nun sind die 24-Autohöfe erneut an die Öffentlichkeit gegangen.

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"Wir haben mit dem Bau eines Autohofs begonnen, weil ein seit Jahren gültiger Bebauungsplan vorhanden war", sagt Wolfgang Graf, Geschäftsführer der 24-Entwicklungsgesellschaft. Wie Graf betont, sei der Bebauungsplan seinerzeit in nachbargemeindlicher Zusammenarbeit mit der Stadt Töging aufgestellt worden. "Nachträglich diese Planung anzugreifen und gegen den Bau vorzugehen, konnten und können wir auch heute nicht nachvollziehen."

War Vorgehen der Stadt "schlechter politischer Stil"?

Den richtigen Zeitpunkt für eine Diskussion darüber, was in der äußeren Zone eines Wasserschutzgebietes angesiedelt werden soll, habe die Stadt Töging verpasst. "Einem Unternehmen, dem alle Genehmigungen vorliegen, dann nach Baubeginn in den Rücken zu fallen, ist deshalb unseres Erachtens schlechter politischer Stil und dient nicht dazu, ein wirtschaftsfreundliches Klima in der Stadt zu schaffen", so Graf weiter.

Der Geschäftsführer zeigt zwar Verständnis dafür, dass sich Windhorst als Stadtrat Gedanken um die Trinkwasserversorgung der Stadt macht. Sein konkretes Vorgehen bezeichnet Graf allerdings als "blinden Aktionismus", der dem Thema mehr schade als nütze.

Dass sich Windhorst über den Zeitpunkt der Reaktion der Autohof-Investoren überrascht zeigte - der Stadtrat hatte spekuliert, die 24-Autohöfe hätten sich "instrumentalisieren" lassen - nehme man zur Kenntnis. "Wir können seine Kritik aber nicht nachvollziehen. Im Übrigen scheint es ihm nicht anders zu gehen als uns", sagt Graf, der darauf verweist, dass sie selbst von einem Tag auf den anderen darauf hätten reagieren müssen, dass der Bau gestoppt wurde. "Wir hatten mit Baufirmen verbindliche Verträge in beträchtlicher Höhe abgeschlossen und wussten nicht, wie es weitergehen soll", so der Geschäftsführer.

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