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Aus für Tögings Landwirtschaftschule fix: „Keine erfreulichen Nachrichten“

Haben zu der Schließung der Schule in Töging unterschiedliche Auffassungen: Josef Kobler, Leitender Landwirtschaftsdirektor im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Töging (links) und Landwirtschaftsministerin Michaele Kaniber.
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Haben zu der Schließung der Schule in Töging unterschiedliche Auffassungen: Josef Kobler, Leitender Landwirtschaftsdirektor im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Töging (links) und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.

Töging – Nun ist es amtlich: Die Landwirtschaftsschule wird in naher Zukunft schließen. Die Frage ist jedoch nur wann. Ein Kompromissvorschlag wurde zwar angenommen, dieser würde das Aus jedoch nur um ein Jahr verschieben.

"Wir bleiben dabei. Wir werden die Schul-Standorte aufgrund zurückgehender Studierendenzahlen nach einem regional und bayernweit ausgewogenen Konzept auf 20 Zukunftsstandorte reduzieren, aber gleichzeitig Umfang und Qualität des Unterrichtes an den künftigen Schulen erhöhen", sagte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber am Montag im Landwirtschaftsministerium bei einem Gespräch mit Landräten und den Wahlkreis- und Stimmkreis-Abgeordneten aus den betroffenen Regionen Oberbayerns.


Für den Standort Töging bedeutet dasfrüher oder später das sichere Aus. "Das sind keine erfreulichen Nachrichten. Damit fällt ein zentraler Ausbildungsort in der Region weg“, zeigt sich Schulleiter Josef Kobler gegenüber innsalzach24.de enttäuscht. Wenn sich nicht mindestens 16 Studierende für den Herbst 2020 finden, wird für die Landwirtschaftsschule 2021 Schluss sein. Das wäre das Abschlussjahr für die aktuellen Schüler. Entgegen anders lautender Medienberichte wird die Schule also nicht sicher "mindestens drei weitere Jahre" Bestand haben, wie Kobler gegenüber innsalzach24.de bestätigt.

Kommt ein Semester überhaupt noch zustande?

Dass ein Semester zustande kommt, sei laut Kobler, der auch Leitender Landwirtschaftsdirektor im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Töging ist, nicht ganz einfach: "Eigentlich hätten wir kein Schuljahr im Herbst 2020 angeboten. Daher ist überhaupt nicht klar, ob wir diese Zahl so kurzfristig erreichen können.“ Letztlich würde sich das Aus um ein Jahr auf das Frühjahr 2022 nach hinten verschieben, sollte ein Semester im Herbst stattfinden können. Damit ist der Kampf um den Standort Töging verloren. Staatssekretär Stephan Mayer, auf dessen Initiative das Treffen zustande kam, hofft nun, "dass sich 16 Schüler für das Schuljahr 2020/2021 anmelden." 


Für die angehenden Schüler aus den Landkreisen Mühldorf und Altötting bedeutet dies auf jeden Fall, dass sie in Zukunft die Standorte in Erding, Pfarrkirchen oder Traunstein besuchen müssen. Die Landräte von Altötting und Erding sowie die Ministerin haben sich einvernehmlich für Erding als starken Zukunftsstandort ausgesprochen.

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Erding wird gestärkt

Mit dem Bau eines Internats in Erding soll den Landwirtschaftsschülern aus Oberbayern mit einer weiteren Anfahrt der Schulbesuch erleichtert werden. Weil in den vergangenen Jahren die Anmeldezahlen bei den derzeit noch 27 Landwirtschaftsschulen, Abteilung Landwirtschaft, rückläufig sind und eine Trendwende nicht sichtbar ist, sei es absolut notwendig für Klarheit und Verlässlichkeit für die Studierenden zu sorgen, teilt das Ministerium in einem Schreiben mit.

Altöttings Landrat Erwin Schneider begrüßte die Lösung: "Ich schlage bei diesem Angebot der Ministerin ein und bin zufrieden. Es liegt jetzt auch in unserer Hand wie es weitergeht." Erdings Landrat Martin Bayerstorfer sagte: "Die Perspektive für unsere landwirtschaftlichen Betriebe hängt auch davon ab, dass sie eine entsprechend gute landwirtschaftliche Fachbildung bekommen.“

Kaniber betonte abschließend die Notwendigkeit, die Landwirtschaftsschulen neu auszurichten, um ein stabiles und hochqualitatives Schulangebot zu gewährleisten und den Studierenden persönliche Planungssicherheit zu geben.

jz

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