Kampf gegen Milchpreisverfall

In Aresing wird jetzt Milch getankt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Landwirt Johannes Schiller hat die erste Milchtankstelle im Landkreis aufgemacht
  • schließen

Töging - Landwirt Johannes Schiller ärgert sich gegen den Milchpreisverfall - und unternimmt etwas dagegen. In Aresing gibt es deshalb jetzt eine Milchtankstelle.

Der Milchpreisverfall bereitet den Bauern Kopfzerbrechen, auch Johannes Schiller aus Aresing (Stadt Töging). Gerade einmal knapp 29 Cent gebe es derzeit für den Liter, erklärt Schiller. "Da macht die Arbeit nicht so wirklich Spaß. Für Rücklagen bleibt momentan nichts bei dem Preis."

"Tankstelle" 24 Stunden geöffnet

Bei Bekannten aus dem Landshuter Raum schaute sich Schiller ab, wie man dem Milchpreisverfall vielleicht entgegentreten kann: mit einer "Milchtankstelle". Auf dem Hof der Familie Schiller steht nun direkt an der Straße ein kleines Holzhäuschen mit einem Automaten, an dem sich jeder für einen Euro pro Liter Milch zapfen kann. Direktvertrieb ist bei Bauern eine beliebte Methode, um eigenständiger wirtschaften zu können. Mit seiner "Milchtankstelle" kann Schiller nun sogar 24 Stunden täglich Milch verkaufen, schließlich funktioniert alles voll automatisch. Wer kein passendes Gefäß dabei hat, kann sich vor Ort eine Flasche kaufen.

Schiller wundert sich, wie schnell er die Idee in die Tat umgesetzt und einen Automaten gekauft hat. "Für mich ist das gar nicht typisch, aber ich habe mir gedacht, das probiere ich einfach mal." Der Direktvertrieb läuft jetzt seit eineinhalb Wochen, bislang mit großem Erfolg. "Es liegt über meinen Erwartungen, das hat mich schon überrascht", sagt der 32-Jährige.

"Man kann nicht bloß jammern"

Für den 70 Kühe großen Betrieb spiele die "Milchtankstelle" zwar bloß eine kleine Rolle, erklärt Schiller. Wird das Konzept gut angenommen, sei der Direktvertrieb aber ausbaufähig und könne zum Beispiel um aus der Milch hergestellten Käse erweitert werden.

Einstweilen zählt für Schiller aber erst einmal, dass er - zumindest mit einem Teil seiner Milch - nicht mehr direkt von der Milchpreisentwicklung abhängig ist. "Man hat bei der Preisgestaltung selber das Zepter in der Hand", sagt der 32-Jährige. Damit hat der Preisverfall auch sein Gutes. Er wisse nicht, ob er bei 40 Cent pro Liter das Projekt "Milchtankstelle" angepackt hätte. "Man muss die Krise auch als Chance sehen, und kann nicht bloß jammern."

bla

Zurück zur Übersicht: Töging am Inn

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser