Erster Bürgermeister der Stadt Töging am Inn Dr. Windhorst

Offener Brief: „Öffnung von Grundschulen und Kindertagesstätten ermöglichen“

Erster Bürgermeister Tobias Windhorst
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Tögings Erster Bürgermeister Tobias Windhorst

Töging am Inn - Der Erste Bürgermeister der Stadt Töging am Inn Dr. Tobias Windhorst wendet sich in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er fordert trotz seiner Ansicht, dass die bisherigen Maßnahmen der Regierung „im Wesentlichen angemessen“ waren, die Öffnung von Grundschulen und Kitas.

Der offene Brief im Wortlaut:


Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

morgen steht bekanntlich die Entscheidung über die Verlängerung des Lockdowns auf der Tagesordnung.


Eines vorneweg: Die bisher ergriffenen Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene waren aus meiner Sicht im Wesentlichen angemessen. Es ist aus meiner Sicht auch nicht zielführend, jetzt einzelne Punkte vergangenheitsbezogen zu diskutieren. „Besserwisserei“ hilft uns nicht weiter. Daher danke für Ihren Einsatz und Ihr Engagement in dieser unwahrscheinlich schwierigen Zeit mit nur wenigen Gewissheiten!

Wie geht es nun weiter? Eine Verlängerung des Lockdowns in einzelnen Bereichen bis Ende Januar ist sicherlich nachvollziehbar.

Ich halte es aber für dringend geboten, jedenfalls die Grundschulen und die Kindertagesstätten ab dem 11. Januar wieder zu öffnen.

Warum? Ich bekomme täglich - nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Vater dreier Kinder im Alter von 2, 4 und 6 Jahren - mit, wie die Kinder unter den Schließungen leiden.

Gerade die hier betroffenen kleineren Kinder wollen in die Schule beziehungsweise die Kita und leiden unendlich unter den Schließungen! Auch ist Distanzunterricht in der Grundschule aus fachlicher Sicht kaum sinnvoll möglich (vgl. eine entsprechende Studie der Uni Zürich, zitiert nach SPIEGEL 52/2020 S. 25). Nach den Ergebnissen der Forschungen sind daher Schulschließungen allenfalls für weiterführende Schulen vertretbar. Dem schließe ich mich voll an.

Ich verkenne nicht, dass natürlich jedes Verlassen der eigenen Wohnung und jeder Kontakt für jedermann ein gewisses Infektionsrisiko birgt; auch ist mir natürlich klar, dass auch kleinere Kinder das Virus weitertragen können.

Es geht aber schon um Verhältnismäßigkeit, also eine Abwägung: wie schwer wiegt der Eingriff einerseits und wie viel nützt er zur Eindämmung der Pandemie andererseits?

Offener Brief des Ersten Bürgermeisters von Töging am Inn Dr. Tobias Windhorst

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