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Interview mit Tögings Bürgermeister

Dr. Tobias Windhorst: „Wir müssen den Laden am Laufen halten trotz der Krisen, für die wir nichts können“

Der Jurist Dr. Tobias Windhorst (47) ist seit Mai 2014 Erster Bürgermeister der Stadt Töging am Inn
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Dr. Tobias Windhorst (47) ist seit Mai 2014 Erster Bürgermeister der Stadt Töging am Inn.

Das Stadtoberhaupt von Töging war im früheren Berufsleben Richter und Staatsanwalt. Als gewählter Bürgermeister hat er ganz andere Aufgaben. Im Sommer-Gespräch mit innsalzach24.de bezieht er Stellung zu allen brennenden Themen in und um Töging.

Töging am Inn - Dr. Tobias Windhorst (CSU) lässt in seinem Interview eines ganz klar erkennen: Dass es daheim mindestens genauso schön ist wie weit weg im Urlaub. Im Zuge des Eisenbahn-Projekts ABS 38 trat er 2022 als Autor einer Resolution in Erscheinung, die darauf abzielt, den Zeitplan der Umsetzung bis 2030 einzuhalten.

Teil zwei einer kleinen Serie aktueller Sommer-Interviews mit Bürgermeistern aus dem Landkreis Altötting. Lesen Sie auch das Gespräch mit Garchings Bürgermeister Maik Krieger (CSU):

Herr Dr. Windhorst, waren Sie heuer schon im Urlaub bzw. sind Sie „erholungsbedürftig“?
Groß im Urlaub war ich noch nicht – aber die schönen Feste in Töging und Umgebung, die derzeit überall gefeiert werden, sind ja auch Erholung genug.
Welche Urlaubsdestinationen mögen Sie besonders gerne?
Ist doch klar – das Töginger Schwimmbad ist die klare Nummer eins!
Welches Fazit ziehen Sie nach dem Töginger Stadtfest im Juni 2022 – nach zwei Jahren Corona-Pause? 
Rundherum positiv. Die Töginger Vereine haben wieder voll mitgezogen, und auch die Bürger haben das Fest wieder großartig angenommen. Dieses Jahr hatten wir natürlich auch unheimliches Wetterglück.
Die Resolution zur rechtzeitigen Fertigstellung des Bahn-Projekts ABS 38 stammt aus Ihrer Feder. Wie haben Sie den Text formuliert und auf den Weg gebracht?
Das war nicht sonderlich schwer: die Position der gesamten Region ist parteiübergreifend eindeutig und geschlossen. Wir haben hier kein Erkenntnisproblem, sondern ein reines Umsetzungsproblem, und das seit vielen Jahren.
Kurz nach seiner emotionalen Rede im Kreistag am 28. März zur ABS 38-Verzögerung musste ihr Parteikollege Stephan Mayer als CSU-Generalsekretär zurücktreten. Wie stehen Sie zu diesen Vorgängen bzw. halten Sie Kontakt zu ihm? 
Anfang Juli 2022 haben wir eine Kreisvorstandssitzung zu diesem Thema, und dann sehen wir weiter.
Welche Projekte in Töging sind Ihnen persönlich wichtig, was steht 2022 noch ganz oben auf der Tagesordnung?
Zunächst ist es im Moment gar nicht so leicht, den ganz normalen „Laden am Laufen“ zu halten im Angesicht der Krisen, für die wir nichts können (Ukraine-Krieg, Corona, Rohstoffproblematik und Co.). Daneben ist mir sehr wichtig, dass wir beim Thema dauerhafte Sicherung der Wasserversorgung weiterkommen. Auch bauen wir gerade einen vierten Kindergarten, der für eine ausreichende Betreuungssituation wichtig ist.
Hat die Stadt genügend bezahlbaren Wohnraum? Welche Bauprojekte stehen auf der Agenda?
Davon kann man nie genug haben. Wir beteiligen uns daher unter anderem an der Kreiswohnbau. Außerdem hilft gegen Wohnungsnot nur Bauen. Daher unterstützen wir auch private Bauvorhaben so gut es geht.
Wie könnte man für Singles, jüngere bzw. ältere Menschen und Familien mit Kindern Perspektiven schaffen, Wohneigentum zu erwerben?
Das ist im Moment sehr schwierig: die Preise sind hoch, die Bauzinsen mittlerweile ebenfalls. Ich glaube aber, dass sich die Situation wieder beruhigen wird. So weitergehen kann es ja auch nicht, weil die Preise ja mittlerweile auch für Gutverdiener nahezu unbezahlbar sind.
Bundesregierung und Freistaat Bayern appellieren an die Bevölkerung, Energie zu sparen. Welche Botschaft möchten Sie dahingehend an die Bürger richten? Kommen wir aus dem Krisenmodus nicht mehr heraus?
Energiesparen war schon immer richtig – es schont das Klima und den Geldbeutel. Im Moment haben wir schon viele Krisen, das stimmt – trotzdem glaube ich, dass diese überwunden werden. Das Leben ist ja bisher auch immer weitergegangen – das wird auch diesmal so sein.
Was bedeutet der Sitz des Zweckverbands Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern (ZKVS) für Töging? Sind die früheren Finanzprobleme der „Strafzettel“-Behörde überwunden? 
Ich bin seit 2020 Verbandsvorsitzender, seitdem gibt es keine Probleme. Die Mitarbeiter sind sehr motiviert und engagiert. Der Verband hat mittlerweile über 200 Mitgliedskommunen und deutlich über 100 Mitarbeiter – allein das zeigt die Bedeutung für die Verkehrssicherheit einerseits und für die Stadt Töging als Verwaltungssitz andererseits.
Was gefällt Ihnen am Amt des Bürgermeisters, verglichen mit der Tätigkeit als Richter und Staatsanwalt vorher? 
Das kann man nicht vergleichen. Beides hat seine schönen – und manchmal auch nicht so schönen Seiten. Aber in welchem Beruf ist das schon anders? Als Bürgermeister gefällt mir das Gestalten schon sehr gut – so freue ich mich immer noch jedes Mal, wenn ich an der neuen Turnhalle an der Comenius-Schule vorbeikomme oder über eine der sanierten Straßen fahre. Dieses „Gestaltende für die Bürger“ gibt es in der Justiz naturgemäß nicht – dafür ist dort die persönliche Unabhängigkeit ein hohes Gut, die man in einem Wahlamt natürlich nicht hat.
Wie stellen Sie sich Töging im Jahr 2032 – in zehn Jahren - vor? 
Allgemein gesprochen: als attraktive Wohn- und Gewerbestadt an der A94, in der sich die Bürger noch wohler fühlen als heute schon.


innsalzach24.de bedankt sich bei Dr. Tobias Windhorst für das Gespräch.

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