Nach Verunreinigung im Jahr 2016 geklagt

Trinkwasser-Verkeimung: Stadt Töging stimmt gerichtlichem Vergleichsvorschlag zu

Töging - Monatelang mussten im jahr 2016 die Töginger ihr Trinkwasser wegen Verunreinigungen abkochen. Zudem wurde es gechlort. Um einen jahrelangen Streit mit dem Vertragspartner zu vermeiden, stimmte die Stadt nun einem gerichtlichen Vergleichsvorschlag zu.

Im Zuge der Neuerrichtung des Tiefbehälters für die Töginger Trinkwasserversorgung kam es im Sommer 2016 zu Verkeimungen im Töginger Trinkwasser, die zu einer mehrwöchigen Chlorung geführt haben. Wie sich im Rahmen der damaligen Untersuchungen herausstellte, konnte Fremdwasser von außen über die Lüftungsanlage in den Tiefbehälter eindringen und führte im Weiteren zu der Verkeimung.

Die Stadt Töging hat den ihr entstandenen Schaden in Höhe von rund 116.000 Euro bei ihrem Vertragspartner geltend gemacht. Nachdem von Seiten der beteiligten Firmen bzw. den jeweils betroffenen Versicherungen keinerlei Verhandlungsbereitschaft erkennbar war, hat die Stadt Töging Ende 2017 ihren Schaden beim Landgericht Traunstein klageweise geltend gemacht.

Im Anschluss an den ersten Verhandlungstermin vor zwei Wochen hat das Gericht nach Erörterung der Sach- und Rechtslage in einem Hinweisbeschluss mitgeteilt, dass es bei vorläufiger Bewertung durchaus davon ausgeht, dass von Seiten der beteiligten Firmen Fehler gemacht worden sind. Da angesichts der Vielzahl der tatsächlichen und rechtlichen Fragen aber von einer langen Verfahrensdauer mit erheblichen Kosten auszugehen ist (Zeugeneinvernahmen, Sachverständigengutachten,...), schlägt das Gericht vor, dass die Stadt Töging im Wege eines Vergleichs ca. 3⁄4 des geltend gemachten Betrags, insgesamt 85.000 Euro, erhalten soll.

Um ein jahrelanges Gerichtsverfahren zu vermeiden und den Streit beizulegen, hat der Stadtrat in seiner Sitzung letzte Woche beschlossen, diesen Vergleichsvorschlag des Gerichts anzunehmen. „Jetzt liegt es an den betroffenen Firmen und vor allem den beteiligten Versicherungen, zum gerichtlichen Vorschlag Stellung zu nehmen. Wir sind bereit, auf einen Teil unserer – berechtigten – Forderungen zu verzichten, damit ein jahrelanger, kostenaufwendiger Prozess vermieden werden kann. Ich hoffe, dass dieses Einlenken jetzt auf allen Seiten vorhanden ist,“ so Erster Bürgermeister Dr. Windhorst.

Pressemitteilung Stadt Töging

Rubriklistenbild: © dpa/Montage

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